Eine Kölnerin auf Abwegen – Karneval in Neuss (Sarah)

„Helau“. Ja genau, ich habe dieses Wochenende Helauist der Schlachtruf der Narren in Düsseldorf und Mainz. Nach der einen Legende soll es von Hallo oder auch dem englischen Pendant Hello kommen. Eine andere Erklärung ist die Ableitung von "Hellauf" aus dem 18. Jahrhundert, was soviel wie "hell auflachen" bedeutet, wobei der Buchstabe "f" wahrscheinlich im Laufe der Jahre verschluckt wurde. gerufen und nicht wie gewohnt „Alaaf“. Da ich mich auch beruflich mit dem Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. beschäftige und das in Neuss, war ich dieses Wochenende in Neuss unterwegs und habe dort ein wenig Karnevalsluft geschnuppert. Grundsätzlich kann man im ganzen Rheinland ganz wunderbar Karneval feiern, aber das „Helau“ geht einem schon schwerer über die Lippen. Jeder kennt die geheime Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf und da ist es natürlich schwer als Kölner den Schlachtruf aus Düsseldorf auszurufen. Aber ich habe mich gut gehalten und fleißig „Ons Nüss Helau“ gerufen.

Der Neusser Karneval ist ein sehr angenehmer und familiärer Karneval, man fühlt sich sofort wohl und wird ohne Bedingungen in deren Mitte aufgenommen. Nun, ich war da, um das neue Prinzenpaar zu krönen, denn ich war auf der Prinzenproklamation. Eine traditionelle Veranstaltung, auf der der Karnevalsausschuss Neuss und der Bürgermeister der Stadt Neuss das neue Prinzenpaar für die neue Session krönen. Der Prinz bekommt seine Federn angesteckt und die „Novesia“ (so heißt die Prinzessin in Neuss ) ihr Diadem verliehen. Eine sehr festliche und schöne Zeremonie mit einigen emotionalen Reden. Der Prinz selbst musste bei seiner Proklamationist die feierliche Amtseinführung des Kölner Dreigestirns und des Kölner Kinderdreigestirns: Der Prinz erhält die Narrenpritsche, mit der er das närrische Volk regiert und Griesgram, schlechte Laune und Sorgen vertreibt. Der Bauer bekommt als Zeichen für die Wehrhaftigkeit der Stadt die Stadtschlüssel übergeben, die Jungfrau erhält den Spiegel, in dem sie nicht nur ihre Schönheit bewundern, sondern zugleich dem Volk den Narrenspiegel vorhalten kann. weinen, was ihn für mich zu einem perfekten Prinzen macht. Man hat sofort gemerkt, dieser Mensch liebt den Karneval und den Brauchtum. Genau solche Menschen sollten an dieser Position stehen und das Volk begeistern.

Um 19:30 Uhr ging es los im Zeughaus in Neuss. Das Zeughaus ist eine wunderschöne Eventlocation, sie diente bis 1802 als Franziskanerkloster und stellt mit ihren hohen Wänden und den großen Fenstern eine super Location da. Durch die hohen Wände hatte der ganze Saal einen super Sound und die Atmosphäre war einzigartig.

Einzug Funken

Begrüßt wurden wir als erstes vom Präsidenten des Karnevalsausschusses Jakob Beyen persönlich, zusammen mit seinem „Hoppeditz“ (der Hoppeditz ist die Symbolfigur des Neusser Karnevals und es ist eine Ehre für jeden Karnevalisten, ihn verkörpern zu dürfen. Er wird alljährlich mit dem Beginn der Karnevalszeit am 11.11 aus dem Sarg geholt und am Aschermittwochbeginnt die Fastenzeit. In den katholischen Kirchen wird am Morgen eine Messe gefeiert, in der die Palmzweige, die am letzten Palmsonntag gesegnet wurden, verbrannt werden und aus ihrer Asche ein Kreuz als Symbol der Buße und Reinigung auf die Stirn der Gläubigen vom Priester gezeichnet. Mittags steht traditionell Fisch auf dem Speiseplan, denn nach katholischer Liturgie ist der Aschermittwoch ein strenger Fastentag, an dem man sich nur einmal satt essen und auf Fleisch verzichten sollte. symbolisch verbrannt. Verkleidet ist der Hoppeditz wie ein Narr aus dem Mittelalter.) Beide verliehen uns den Karnevalsorden des Karnevalsausschusses in Neuss.

Bühnenbild Proklamation

Nun konnte das Programm beginnen. Den Start machte einer der bekanntesten Musiker in Neuss Markus Titschnegg alias DJ Titschy. Dieser liefert jedes Jahr den Sessionshit und heizt damit dem Neusser Publikum ein. Sein diesjähriger Sessionshit „Vom Obertor bis Hamtorwall – faire Jecke överall“ kommt super beim Publikum an, denn das ist auch das diesjährige Motto für die Session 2016/17. Ich persönlich mag DJ Titschy gerne, weil er ein sehr angenehmer netter Mensch ist und man auch ihm die Liebe zum Karneval einfach ansieht. Ein weiteres Plus für ihn – er ist Effzeh Fan 🙂

Mundharmonika

Als nächste gab es etwas zu lachen. De Frau Kühne vom Niederrhein. Ich kannte sie bis dato noch nicht, aber ich war positiv überrascht. Eine sehr witzige Comedy-Einlage und das Publikum war begeistert. Ich muss allerdings sagen, dass ich die Neusser grundsätzlich sehr verhalten finde. Die richtige Stimmung ist meistens nicht von vorne herein da, sondern eher erst nach einiger Zeit der Eingewöhnung. In Köln ist in der Regel die Stimmung sofort da und das Publikum schnell begeistert. Der nächste Programmpunkte brachte das Neusser Volk aber dann doch zum Höhepunkt der Stimmung. Und, was soll ich sagen?!? Es war ein Kölner, der die Stimmung brachte ;-). Linus war der nächste Programmpunkt. In Köln ist er bekannt aus der Talentshow im Tanzbrunnen. Mit seinem Witz und dem außergewöhnlichem Gesang brachte er das Publikum zum Kochen und auch der letzte im Saal stand auf und sang und tanzte mit. Endlich waren auch die Neusser außer Rand und Band.

Frau Kühne

DJ Techy

Alles in Allem war es ein super Programm und der Karnevalsausschuss hat da eine sehr schöne Proklamation organisiert. Auch das Motto, was viel mit Charity gemeinsam hat, und das Prinzenpaar, das einen fairen Karneval organisieren möchte, sind mir sehr positiv in Erinnerung geblieben. Ich werde noch weitere Teile das Karnevals in Neuss erleben und freue mich jetzt schon riesig darauf.

Mein Fazit: Man kann auch gerne mal woanders im Rheinland als nur in Köln Karneval feiern und man kann dabei sogar richtig Spaß haben. Mit dem „Helau“ jedoch werde ich mich weiter schwer tun, denn mein geliebtes „Alaaf“ geht mir einfach viel leichter über die Lippen. 🙂

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