Die Legende von Jan & Griet (Jörg Halm)

Gestern ist im Gürzenich beim Korpsappelloder auch Regimentsappell ist eine jecke Persiflage auf die militärische Tradition der Appelle. Jedes Traditionskorps veranstaltet zu Beginn der Session einen solchen Appell mit geladenen Gästen, bei der die  Mitglieder auf ihre Sessionstauglichkeit „geprüft", neue Mitglieder vereidigt, Beförderungen ausgesprochen und Ehrenmitglieder ernannt werden. Für das Tanzpaar, das Tanzkorps und die Musikkapelle ist es ein Art Generalprobe, denn sie haben hier mit ihrem Tanz bzw. ihrer Musik den ersten Auftritt in der Session. des Reiter-Korps „Jan von Werth“ 1925 e.V. das Jan un Griet-Paar proklamiert worden. Die Legende um Jan und Griet zählt zu den bekanntesten Kölner Liebesgeschichten, auch wenn sie kein Happy End hat. Für alle die, die die Geschichte nicht kennen, erzählt sie euch Jörg Halm, der Jan der Session 2017. So heißt es auch in seinem Motto „De Legend vun Jan un Grietdie Figuren des Reitergenerals Jan von Werth und der Magd Griet, werden jede Session von einem Mitglied des Reiter-Korps Jan von Werth und seiner Partnerin dargestellt. Anfang Januar werden sie auf dem Korpsappell feierlich eingeführt und verkünden ihr Motto. Sie sind nach dem Dreigestirn das höchste Paar des kölschen Fastelovends und ziehen mit Reiterkorps, Musikzug, Tanzoffizier und Marketenderin auf die Bühnen der Karnevalssäle, haben offizielle Termine und besuchen mit ihrer Equipe Krankenhäuser und Altenheime. Höhepunkt der Session ist an Weiberfastnacht “Dat Spillche ahn d´r Vringspooz”, wo in historischen Kostüm... verzälle, dat künne mer jot. Kölsche Tradition bewahre, dat is uns oberstes Jebot.“ (Anm. d. Red.)

Auf dem Kümpchenshof zu Köln lebte und arbeitet einst der Knecht Jan. Er verliebte sich in die hübsche Magd Griet, umwarb sie und machte ihr sogar einen Heiratsantrag. Sie wollte aber nichts von wissen, weil sie einen reichen Bauern mit Ochsen, Kühen und Pferden heiraten wollte. Griet fühlte sich zu Besserem berufen, ein Leben mit einem einfachen Knecht konnte sie sich nicht vorstellen.

Jan gab alles, doch Griet blieb hart.  Nach dieser Enttäuschung wollte Jan nur weit weg. Er zog als einfacher Soldat in den Dreißigjährigen Krieg, quer durch Europa. Im Laufe der Jahre errang er viele Siege und wurde schließlich ein hochdekorierter Reitergeneral.Eine Schlacht war für die Kölnern besonders wichtig: Die Vertreibung der Franzosen von der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, denn „Jan von Werth“ – so durfte er sich mittlerweile nennen – befreite dadurch den Handelsweg für Schiffe nach Köln. Im Rathaus erhielt er zum Dank vom Kölner Bürgermeister die Ehrenbürgerschaft und eine Goldene Kette. Zu diesem Anlass kehrte Jan in die Domstadt zurück.

Die Kölner Bürger jubelten ihm am Straßenrand freudig zu, als sein Triumphzug durch das Severinstor einzog. Am Torbogen saß seine einstige große Liebe Griet als einfache Marktfrau und verkaufte Äpfel und Kastanien. Als sie ihn erblickte, sah sie zu ihm erwartungsvoll auf.

Jörg und Astrid Halm

Jan beugte sich zu ihr und sagte: „Griet, wer et hätt jedonn!“ (Griet, hättest Du es damals besser getan!)
Darauf antwortete sie: „Jan, wer et hätt jewoss!“  (Jan, wenn ich das gewusst hätte!).
Jan ritt weiter und ließ sich feiern … Er blickte nicht mehr zurück zu seiner Jugendliebe.
Die Moral von dieser Legende: Besser einen Spatz in der Hand, als eine Taube auf dem Dach.
Nicht immer nach den Sternen greifen, sondern auch mit einfachen Dingen zufrieden sein.
Man muss immer das Beste aus der aktuellen Situation machen.

Korsappell des Reiter-Korps "Jan von Werth" 1925 e.V.

In einer stimmungsvollen und emotionalen Zeremonie sind Jörg und Astrid Halm beim Korsappell des Reiter-Korps „Jan von Werth“ 1925 e.V. zum Jan un Griet-Paar proklamiert worden. Nach einer launigen Rede von Dr. Joachim Wüst, dem Vize-Praesidenten des Festkomitee Kölner Karnevalvertritt die Interessen von mehr als hundert Karnevalsgesellschaften und Vereinen. Seine Aufgabenliste reicht von der Organisation des Rosenmontagszuges, der Wahl und Vorbereitung des Dreigestirns, der Durchführung der Proklamation, der Jugend- und Nachwuchsförderung über die Darstellung des Kölner Karnevals in der Presse, die Vermarktung des Sessionslogos, die Übertragungsrechte für Hörfunk- und Fernsehsitzungen, die Vertretung gegenüber Stadt und Öffentlichkeit bis hin zur Dokumentation der eigenen Geschichte im Kölner Karnevalsmuseum., überreichte Bürgermeister Dr. Ralf Heinen die Insignien: den Korb mit Äpfel an die Griet und den Zabel (Säbel) an den Jan!

Bilder: BKB, Wolff-Sportpress

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