Diese Jungs danze us der Reih: Das Tanzkorps der KG Treuer Husar (Björn Zimmer)

Sie gehören zur KG Treuer Husar Blau-Gelb von 1925 e.V. Köln wie die markante Uniform oder das unverkennbare Lied: Die Jungs vom Tanzkorps sind immer mit dabei und begeistern das Publikum mit ihren Tanzeinlagen bei allen Auftritten des Treuen Husars. Ihr Tanz besteht aus Elementen des russischen und vor allem ungarischen Volkstanzes – der ursprünglichen Heimat der Husaren.

Tanzkorps Treuer Husar

Typisch dabei sind die sogenannten Tiefschritte, das Tanzen in der Hocke, oder die Bresatkas, markante Tanzschritte aus dem Knie heraus – gepaart mit schnellen Schrittwechseln. Die Tänzer des Treuen Husars kombinieren die ungarischen Elemente mit akrobatischen Einlagen: Beispielsweise schließen sie sich auf der Bühne zu einem „Propeller“ zusammen und lassen sich gegenseitig kreisen. Und natürlich binden sie auch das Tanzpaar mit Tanzmarie und Tanzoffizier in ihre Choreografie mit ein, sowie die Offizierstänzer, die das Tanzkorps bereits in der vierten Session unterstützen.

Tanzkorps Treuer Husar Stefan Korte

Einer aus dem Tanzkorps

Einer der derzeit acht Tänzer ist Stefan Korte (34): Er tanzt schon im zweiten Jahr beim Treuen Husar und ist ein fester Bestandteil der Truppe. Ab April treffen sich die Jungs zweimal wöchentlich zum Training – in der Session ziehen sie gemeinsam mit dem gesamten Korps durch die Säle des Rheinlands. Das Tanzen zählt zu seiner Leidenschaft: Mit zehn Jahren hat er damit begonnen. Nach Stationen in Wesseling, beim Reiterkorps Jan von Werth sowie einer kurzen Zeit bei den Kölsche Greesbergern ist er über die damalige Marie zum Treuen Husar gestoßen. „Ich kam mal mit zum Training und es hat direkt gepasst“, berichtet Stefan von seinem ersten Kontakt mit dem Treuen Husar. Nach Gesprächen mit der Trainerin Fea Jasmin Dainat und dem Leiter des Tanzkorps Dieter Hagen war für ihn klar, dass er fortan in der Uniform des Treuen Husars tanzen wollte. Neben der besonderen Kameradschaft innerhalb der Gesellschaft und innerhalb des Tanzkorps im speziellen sind es die vielen besonderen Auftritte, die sein Herz höherschlagen lassen: „Es ist schon etwas Besonderes, wenn man in der Kölnarena oder im Gürzenich auf der Bühne steht und von den Leuten so richtig abgefeiert wird. Man wird tatsächlich wahrgenommen und die Leute interessieren sich für unsern Tanz“, sagt Stefan.

Tanzkorps Treuer Husar

So fing alles an

Einer, der nach wie vor sehr genau hinschaut, ist Jörg Krämer. Der 60-Jährige und Vizevorsitzende der Gesellschaft kann die Anfänge des Tanzkorps noch sehr gut wiedergeben, denn sein Onkel und seine Oma haben wesentlich zur Entwicklung beigetragen: „1953 haben ein paar Kameraden begonnen, als Persiflage mit Steckenpferden eine Quadrille zu tanzen. Anfang der 60er Jahre hat dann mein Onkel, ausgebildeter Balletttänzer und -trainer, die russischen und ungarischen Elemente eingeführt. Die ersten Uniformen für das Tanzkorps hat meine Oma genäht.“ 1972 hat Jörg dann selbst begonnen, im Alter von 15 Jahren mitzutanzen. 1979 wurde er zum Tanzoffizier ernannt. Ab 1982 hat er das Training des Tanzkorps übernommen. 25 Jahre war er fester Bestandteil des Tanzkorps, bis er im Alter von 40 Jahren seine Karriere als Tänzer und Trainer beendet hat.

Tanzkorps Treuer Husar Jörg Krämer

„Es war eine tolle Zeit“, erinnert er sich gerne zurück. Er schwärmt von Auftritten im Hotel Palmengarten in Frankfurt oder bei einer Karnevals-Matinee in Hamburg. Anfang der 1980er Jahre war das Tanzkorps besonders stark besetzt und der Terminkalender voll: 21 Auftritte pro Wochenende konnten es da schon mal sein. „Es war aber immer eine Herausforderung, Jungs für das Tanzkorps zu finden“, sagt Jörg. Zum einen hätten die jungen Menschen heute nicht mehr die Zeit, sich in einem Tanzkorps zu engagieren. „Und die Jungs entscheiden sich lieber für Tanzgruppen, wo auch Mädchen dabei sind. Das ist in dem Alter so. Aber wenn sie erst einmal bei uns sind und merken, was für eine tolle Kameradschaft im Tanzkorps herrscht, bleiben sie lange bei uns.“

Husaren-Familie

Diese Erfahrung kann Stefan bestätigen: „Die Husaren-Familie ist schon etwas Besonderes und die Stimmung im Bus ist immer unglaublich.“ Tänzerische Vorerfahrungen, wie er sie besitzt, sind im Übrigen gar nicht notwendig. Taktgefühl und eine gewisse Portion Beweglichkeit reichen, um beim Tanzkorps des Treuen Husars einzusteigen. „Einsteiger werden langsam herangeführt und tanzen anfangs nur in der Reihe mit. Das entwickelt sich dann Stück für Stück bis hin zum großen Soloauftritt“, sagt Stefan. Darüber hinaus belohnt der Treue Husar das Engagement seiner Tänzer: Die Mitgliedschaft in der Gesellschaft inklusive Uniform kostet die Tänzer nichts. Bei Interesse finanziert die Gesellschaft für die Tänzer Reitstunden und die Teilnahme am Rosenmontagszugist der Höhepunkt der jecken Session, bei dem sich rund eine Million Jecke am Straßenrand drängeln, um gemeinsam das „schönste Ereignis“ im ganzen Jahr – wie die Kölner meinen – zu feiern. Alle Infos unter www.koelnerkarneval.de/karnevalszuege/.rosenmontagszug/. „Das sind alles schöne Annehmlichkeiten. Aber alleine schon der Spaß mit der ganzen Truppe ist es wert.“

Einladung zum Probetraining

Wer sich selbst davon überzeugen möchte, wie die Husaren-Familie tickt, und sich vorstellen könnte, im Tanzkorps der Treuen Husaren zu tanzen, der sollte sich den Termin für das Probetraining dick in den Kalender eintragen: Am 08.03.2018 lädt der Treue Husar interessierte Tänzer zu sich ins Kasino ein (Dechant-Löbbel-Platz, Köln). Wer sich dafür interessiert, meldet sich bitte kurz vorher bei unserem Tanzkorps-Leiter Dieter Hagen unter vizekommandant@treuerhusar.de. Schaut doch mal vorbei!

Bildnachweis: Alle Fotos Daniela Weber außer Porträt Jörg Krämer: KG Treuer Husar Blau-Gelb von 1925 e.V. Köln

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.