Party der Appelsinefunke im Früh Keller (Daisy)

Am Freitag hieß es für mich: „Es geht zum Feiern in den Keller.“ Da die KKG Nippeser Bürgerwehr diese Party ausrichtete, wollte ich mir verkleidungstechnisch etwas besonderes einfallen lassen und mich in den Vereinsfarben orange-wieß verkleiden.

Zu einem, um das diesjährige Dreigestirn aus Nippes zu ehren, und … weil ich beim Korpsappelloder auch Regimentsappell ist eine jecke Persiflage auf die militärische Tradition der Appelle. Jedes Traditionskorps veranstaltet zu Beginn der Session einen solchen Appell mit geladenen Gästen, bei der die  Mitglieder auf ihre Sessionstauglichkeit „geprüft", neue Mitglieder vereidigt, Beförderungen ausgesprochen und Ehrenmitglieder ernannt werden. Für das Tanzpaar, das Tanzkorps und die Musikkapelle ist es ein Art Generalprobe, denn sie haben hier mit ihrem Tanz bzw. ihrer Musik den ersten Auftritt in der Session. der Nippeser Bürgerwehr vor lauter Stress meinen Ordenwerden auch im Karneval als Anerkennung für besondere Verdienste verliehen. Freunde und Förderer der Gesellschaften, Künstler, illustre Gäste und edle Spender werden mit Orden ausgezeichnet, aber auch jeder Jeck kann sich selber einen Sessionsorden kaufen. Sollten Orden in den Anfängen einmal die Ordensflut der preußischen Obrigkeit persiflieren, sind sie inzwischen zu begehrten Sammlerobjekten geworden. Denn die Karnevalsgesellschaften haben den Ehrgeiz, jedes Jahr künstlerisch wertvolle und aktuelle Exemplare zu entwickeln, und so gibt es in jeder Session eine Vielzahl an bunt schillernden Orden. Besonders begehrt ist die P... vergessen hatte. Ist natürlich aufgefallen, eine absolut peinliche Geschichte, die mir sicherlich nie wieder passieren wird. Ein einfaches Ringelshirt war mir jedoch zu langweilig, so kam ich dann auf die Idee, mich als Appelsine zu verkleiden, auch um etwas Schadensbegrenzung zu betreiben.

  

Als Apfelsinchen in den Früh Keller

Erst als ich dann den Früh Keller betrat, wurde mir schnell klar, wie viel Aufmerksamkeit ich doch mit meinen gigantischen Lagen aus orangen Tüll auf mich ziehen würde, und schon war ich mir nicht mehr ganz so sicher, ob das die richtige Idee war.

Das erste Mal überhaupt war ich ganz alleine ohne Begleitung unterwegs. Zunächst noch etwas schüchtern ging ich über den Hoteleingang gegen 20 Uhr in den Keller. Die Räumlichkeiten waren zu diesem Zeitpunkt schon ordentlich gefüllt, obwohl der Einlass erst vor wenigen Minuten begonnen hatte. Recht schnell sah ich einige bekannte Gesichter und trank hier und da ein Kölsch, um etwas warm zu werden.

Trotzdem fühlte ich mich doch etwas verloren zwischen den ganzen Gästen. Doch zum Glück traf ich dann einen meiner Chefs, Kai Vogel (wer es nicht weiß, ich arbeite neben meinem Studium der Germanistik/Geschichtswissenschaften und AppsolutJeck noch in der Massagepraxis Wiltschek, Vollmer, Vogel in Nippes). Dieser war mit seiner Frau und Freunden auf der Party. Zunächst noch etwas unbeholfen nahmen die Jungs und Mädels mich aber sehr herzlich in die Gruppe mit auf, sodass ich mich nach kurzer Zeit bereits schunkelnd auf einer Bank wiederfand.

Das Programm

Gegen 22 Uhr ging es dann mit dem Programm los. Es gab zwei Musikacts, Kasalla und Cat Ballou. Das mag nicht sonderlich viel sein, mehr brauchte es allerdings auch nicht. Gute Musik ist das A und O für jede Party und die war mit diesen Bands gegeben. Schließlich schreibe ich hier über eine Party und keine Sitzungist eine Karnevalsveranstaltung zwischen der Proklamation und Karnevalsdienstag mit einem bunt gemischten Bühnenprogramm: Tanzgruppen und Korpsgesellschaften ziehen in den Saal und präsentieren ihre Tanzkünste, Büttenredner widmen sich mit Witz und Ironie den großen und kleinen Themen der Welt und kölsche Musiker reißen das Publikum von den Stühlen. Highlights sind der Einzug des Dreigestirns und die Ansprache des Prinzen an sein „Narrenvolk“.. Die beidem Bands haben den Keller ordentlich aufgeheizt, obwohl das gar nicht nötig gewesen wäre. Die Stimmung war von dem ersten Augenblick an, als ich die Treppe herunter stolzierte, bereits auf einem hohen Level. Wie sollte es anders sein, so sind doch alle stolz auf die Appelsinefunke und das diesjährige Dreigestirn. Auch ich freue mich in dieser Session besonders und das, obwohl ich überhaupt keinen Bezug zu Bürgerwehr habe. Als Nippeser muss das aber auch so sein.

Die Jungs von Kasalla standen mit ihren bekannten Ohrwürmern auf der Bühne. Mehrmals wurde die Stimmung von der Band gelobt, sodass der Frontsänger Bastian Campmann sich auf einmal mitten im Gewusel der vielen Jecken wiederfand. Die Stimmung fühlt man mitten drin wohl erst so richtig.

Zwei Stunden später, die Stimmung auf dem Höhepunkt, jedenfalls bei mir, standen dann Cat Ballou auf der Bühne. Wie bereits erwähnt bin ich ein großer Fan von den Jungs. Und genau auf dieser Party wurde ich dann endlich mal belohnt.

Es ist wirklich sehr heiß im Früh Keller, sicher sind die Spots auf der Bühne nicht gerade förderlich. Kurzerhand standen sie dann da, alle oberkörperfrei ohne T-Shirt. Nicht nur den Jungs war die Erleichterung anzumerken, dem Publikum hat es ebenfalls gefallen, mich eingeschlossen.

Alles in allem war es eine gelungene Party mit einen bombastischen Stimmung. Auch oder gerade weil ich alleine unterwegs war. Ich werde das definitiv öfter machen. So lernt man doch viel schneller andere Menschen kennen und ist nicht nur auf die Begleitung fokussiert. An diesem Abend fühle ich mich als ein Teil der Appelsinefunke, Danke hierfür.

 

Bildnachweis: Alle Bilder BKB Verlag

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