Alle Beiträge von Frank Wende

Frank

Bist Du hier geboren? Wenn ich diese Frage mit „ja“ beantworte und dann auch noch hinzufüge, dass ich die meisten meiner 58 Jahre in der Domstadt gelebt, geliebt, gefeiert und bisweilen auch „dat ärme Dier“ gekriegt habe, höre ich oft ein interessiertes bis erstauntes: „Echt?“. Nicht, dass es so etwas Besonderes oder Seltenes wäre, ein gebürtiger Kölner zu sein. Das hängt sehr vom Veedel ab, in dem man sich bewegt. Aber in der Tat leben in der Domstadt mittlerweile viele Imis.
Wirklich wichtig ist das nicht. Denn was „waschechte“ Kölner eint, ist weniger die Herkunft als vielmehr das Lebensgefühl: Frohsinn und Ausgelassenheit im Karneval, Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter – also immer, der FC am liebsten auch immer, dazwischen ein bisschen Party (geht auch immer), dann natürlich der Dom, Freude am Leben und Leben lassen, am Jecksein sowie jede Menge Selbstverliebtheit in die Unermesslichkeit des rheinländischen Seins.
Vieles davon teile ich auch: die Liebe zum Dom – erst recht, seit ich im Rahmen meiner Höhenangsttherapie – zumindest gefühlt – für jede der 11000 Jungfrauen je einmal seine Spitze erklommen habe. Mit 5 Jahren war ich zum ersten Mal im Müngersdorfer Stadion. Auch ein erstes Foto als Fünckchen gibt es aus dieser Zeit. Und schließlich funkele ich schon seit einigen Jahren in der orange-weißen Uniform der Nippeser Bürgerwehr.
Nur mit der schier unerschöpflichen Selbstverliebtheit tue ich mich bisweilen schwer. Denn natürlich gibt es neben den „Kölner Lichtern“ auch weniger erhellendes. Aber gerade das macht Köln und auch den Karneval aus: nicht immer perfekt, aber immer bunt, spannend und „us dem Levve“ gegriffen. Genau diese Mischung möchte ich in meinen Blogbeiträgen einfangen. Aber Vorsicht – es besteht Ansteckungsgefahr!

„Küch trifft Hätz“ (Frank)

Letzte Woche erreichte mich die Anfrage unseres Senatsgeschäftsführers in der Nippeser Bürgerwehr, Alex Gewehr: Wer ist bereit, unseren Regimentskoch Bernd Teitscheid am Samstag, den 28. Oktober, bei „Küch trifft Hätz“ zu unterstützen. Gesucht würden Kameraden für den Service.

„Küch trifft Hätz“? Was wohl dahinterstecken mag? Wird nach Herzenslust gekocht? Oder werden gar Innereien zubereitet? Wie auch immer, ich war neugierig geworden und meldete mich spontan zum „Dienst“.

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Dreigestirn 2018 – Köln wird orange-wiess (Frank)

Dreigestirn – ein magisches Wort in Köln. So magisch, dass es selbst ausgewachsene Männer in der Domstadt zu Tränen rührt. Es ist Montag, der 4. September 2017. Gegen 19.15 stehen im Mariensaal des St. Vinzenz- Hospitals in Koeln-Nippes drei staatse Käls auf der Bühne und „kriesche“ (kölsches Wort für „weinen“) um die Wette: Artur Tybussek, der Präses der Nippeser Bürgerwehr von 1903 e.V., hat gerötete Lidränder, Gerd Düren, seines Zeichens Geschäftsführer, kämpft mit Wasser in den Augen, und Michael Gerhold, der Literat des Traditionskorps, rollen dicke Tränen über die purpurnen Wangen. Weiter…

Kölner Dreigestirn oder „Das Wunder der 5. Jahreszeit“ (Frank)

Was für ein Dreigestirn! „Zack!“, schon flech die Kapp en d’r Eck. Mit energischem Schwung setzt sich die Kölner Jungfrau, verkörpert durch Ex-Prinzentochter Marie Kirsch, stattdessen die goldene Krone aufs Haupt. Da hat wohl jemand an Wieverfastelovend, an dem im Rheinland traditionell die weiblichen Jecken im Mittelpunkt stehen, viel Selbstbewusstsein aufgetankt. Denn fast könnte man meinen, der Selbstkrönung von Napoleon beizuwohnen.

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Herrensitzung – Kölle is e Jeföhl (Frank)

Es ist Herrensitzung und Punkt 10 Uhr erklingt aus dem neben mir liegenden Tablett die in der Wecker-App voreingestellte Melodie von „Morning Flowers“ – so entrückt wie der Blumengruß aus einer außerirdischen Welt. „Scheiß Strüßjer“, denke ich, denn gerade noch habe ich mit einem lecker Mädche Ärm in Ärm zu „Stääne“ geschunkelt. Doch wie heißt es so zutreffend: „Träume sind Schäume!“

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Diensdachszoch: Mit Humor in Nippes (Frank)

Der Diensdachszoch in Nippes mit seinen rund 50 teilnehmenden Gruppen und einer Wegstrecke von circa 4.5 Kilometern ist einer der größten Veedelszüge in Köln. Zugleich ist der Zoch sicher auch das ambitionierteste Projekt der Nippeser Bürgerwehr. Die Appelsinefunke organisieren den Zoch dieses Jahr zum 79. Mal. „Kölle un Neppes Alaaf“ für diese stolze Leistung!

Haben Sie am Abend des Rosenmontags vom jecken Treiben noch nicht genug? Dann stimmen Sie auf dem Heimweg ruhig schon einmal den nicht nur im Kölner Norden allseits bekannten Karnevalshit ab: „Loss mer jet noh Neppes jon, en Neppes krijgen mer Spass!“ Weiter…

Figaros – Party pur im Tanzbrunnen (Frank)

Wenn ich das nächste Mal die Kostümsitzung der K.G. Kölsche Figaros e.V. besuche, verzichte ich auf das Tragen meiner Uniform. Denn dann verkleide ich mich lieber gleich als Fotoapparat. Warum? Nun, wenn ich normalerweise für AppSolut Jeck unterwegs bin und Bilder schieße, zieren sich die meisten, wenn ich um die Freigabe der Fotos für unseren Blog bitte. Nicht so bei dieser im wahrsten Sinn des Wortes „haarigen“ Veranstaltung.  Weiter…

Kölsch zu singen, zu trinken, zu fühlen (Frank)

Typisch Kölsch! „Kniet nieder!“ steht in weißen Lettern auf dem Rücken der roten Trainingsjacken. Darunter – wie sollte es anders sein – prangt das Logo des FC mit dem Geißbock darüber. Zu bewundern war dies am vergangenen Freitag an einem mit sechs Mann besetzten Tisch im Brauhaus „Gaffel am Dom“.

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Pullman: … jetzt im Wechselschritt! (2. Teil Frank)

Ihr erinnert euch, ich komme vom Sternmarsch in Bonn und fahre ins Pullman Cologne. Alex kann sich nicht die Bemerkung verkneifen: „Wenn die uns mit `nem Clio vorfahren sehen, kriegen wir keine Schnitte.“ Als ich jedoch direkt gegenüber dem Hotel einen Parkplatz erhasche, sind alle Bedenken schnell zerstreut. Martin stellt indes fest, dass er seine seidene Prunkmütze wohl in Bonn verloren hat.

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Wir kommen alle in den Himmel! (Frank)

Eigentlich ging es zu wie auf einer Sitzung. Und was für einer! Der „Festsaal“ hatte beindruckende Ausmaße – ganz nach dem Motto: huh Wäng, lang Jäng (Übersetzung für Immis: hohe Wände, lange Gänge). Und er war mehr als prächtig herausgeputzt. Damit übertrumpfte er locker die gute Stube Kölns, den Gürzenich.

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Einsingen: Saach ens Blootwoosch (Frank)

Männer in Kölle opjepass: Ihr sucht nach einer Ausgehmöglichkeit zu einem ausgesuchten Augen- und Ohrenschmaus mitten in der Woche? Dann seid ihr bei einer Veranstaltung der in Nippes gegründeten Kölner Mitsinginitiative „Loss mer singe“ genau richtig. Denn hier gibt es Frauenüberschuss satt. Hiervon konnte ich mich am 7. Dezember bei einem Besuch in der im September neu eröffneten Lokalität „Mollwitz“ an der Neusserstraße/Ecke Theklastraße in Koeln-Weidenpesch persönlich überzeugen.

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Heute blau und morgen blau – Auf dem Ball Kristall (Frank)

Sonntag, der 20. November, um 0.30 morgens: Ich stehe im Foyer vor dem großen Ballsaal des Maritim Hotels in Köln. Plötzlich trifft mich von der Seite ein geradezu genussvoll entrückter Blick. Neben mir steht Steffi, die Frau von Helmut, ein Freund und Kamerad aus dem Senat der Nippeser Bürgerwehr. „Ich habe bloß meine Schuhe ausgezogen!“, klärt meine Nachbarin ob meines erstaunten Gesichtsausdrucks rasch auf. Bläck Föös im wahrsten Sinn des Wortes!

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Hello Again – He Am Rhing!

Als Appelsinefunk durch den 11.11.
(Frank)

Zuletzt habe ich im urigen Haus Schnackertz im Herzen von Nippes (mein Tipp: Hier kann man super lecker Gans essen!) auf der Toilette gelesen: „Früh aufstehen ist der erste Schritt in die falsche Richtung.“ Als geborenem und überzeugtem Spätaufsteher spricht mir das voll aus dem Herzen. Klar also, dass eine Verabredung mit meinen Kameraden aus dem Senat der Nippeser Bürgerwehr am Elften im Elften um 9.30 Uhr zum Frühstück eine Herausforderung darstellt.

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