Glossar

Galasitzung

ist eine festliche Sitzung in Abendgarderobe.

Geisterzug

ist der Treffpunkt von großen und kleinen Geistern, Teufeln, Monstern und anderen Gruselgestalten, die zu Paukenschlägen, Trillerpfeifen und Samba-Rhythmen durch einen dunklen Stadtteil ziehen. 1992 zu Zeiten des Golfkrieges als Anti-Karnevalszug ins Leben gerufen, darf beim Geisterzug jeder mitgehen, auch wenn nicht politische Demonstration, sondern einfach Spass an der Freud’ sein Motiv ist. Spontanität ist gewollt, denn der Geisterzug ist wohl der einzige Zug, in dem Mitgehende ausdrücklich erwünscht, Zuschauer nur geduldet werden. Auch gibt es hier weder Strüßjer noch Kamelle, höchstens mal ein Bützje. Autos sind verboten und Musik wird ausschließlich selber gemacht.

Glasverbot

gilt am 11. November und an den Karnevalstagen in der Altstadt, auf den Ringen und in der Umgebung der Zülpicher Straße, bei Verstößen muss man ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro zahlen.

Helau

ist der Schlachtruf der Narren in Düsseldorf und Mainz. Nach der einen Legende soll es von Hallo oder auch dem englischen Pendant Hello kommen. Eine andere Erklärung ist die Ableitung von „Hellauf“ aus dem 18. Jahrhundert, was soviel wie „hell auflachen“ bedeutet, wobei der Buchstabe „f“ wahrscheinlich im Laufe der Jahre verschluckt wurde.

Herrensitzung:

Hier feiern die Herren im dunklen Anzug unter sich. Im Programm, das schon mal etwas deftiger ausfällt, kommen Mädels aber durchaus vor.

Hofburg

ist die Residenz des Kölner Dreigestirns. Kurz vor der Proklamation ziehen das Dreigestirn und seine Adjutanten in Begleitung ihrer und befreundeter Gesellschaften mit großem Spektakel um 11.11 Uhr in die Hofburg ein, seit vielen Jahren das Hotel Pullman Cologne in der Helenenstraße. Dort überreicht ihnen der Hoteldirektor in einer jecken Feierstunde den goldenen Schlüssel. Bis Aschermittwoch residieren sie hier und können sich jeweils nachts ein paar Stunden von den Strapazen ihrer Auftritte erholen.

Imi

ist ein Kölner Bürger, der nicht in Köln geboren ist. Nach strenger Definition gilt als echter Kölner nur, wer in 3. Generation in Köln geboren wurde. Imi leitet sich „enne imiteete Kölsche“ (ein imitierter Kölner) ab.

Immisitzung

ist eine kunterbunte Kabarett-Karnevalsshow im Bürgerhaus Stollwerck, die von Künstler aus aller Herren Länder mit Wohnsitz Köln unter dem Motto „Jeder Jeck is von woanders“ aufgestellt wird. Was die Immis (= Imis mit Migrationshintergrund) verbindet, ist ihre Liebe und Leidenschaft für Köln und vor allem den Kölner Karneval und der wird aus der Immi-Sicht mit ironischem Witz und scharfem Humor analysiert.

Inklusion

wird im Kölner Karneval ganz groß geschrieben. Weil Karneval ein Fest für alle ist, ist es für das Festkomitee Kölner Karneval ganz wichtig, Menschen mit Behinderungen in den Karneval einzubinden und dadurch Barrieren in den Köpfen aller abzubauen. Die gemeinsamen Projekte mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) reichen von barrierefreien Tribünen über Gäste mit Behinderung im Rosenmontagszug bis hin zur Produktion von Kinderorden oder zur Konfektionierung von Wurfmaterial in Behinderten-Werkstätten.

Jan un Griet

die Figuren des Reitergenerals Jan von Werth und der Magd Griet, werden jede Session von einem Mitglied des Reiter-Korps Jan von Werth und seiner Partnerin dargestellt. Anfang Januar werden sie auf dem Korpsappell feierlich eingeführt und verkünden ihr Motto. Sie sind nach dem Dreigestirn das höchste Paar des kölschen Fastelovends und ziehen mit Reiterkorps, Musikzug, Tanzoffizier und Marketenderin auf die Bühnen der Karnevalssäle, haben offizielle Termine und besuchen mit ihrer Equipe Krankenhäuser und Altenheime. Höhepunkt der Session ist an Weiberfastnacht “Dat Spillche ahn d´r Vringspooz”, wo in historischen Kostümen die Geschichte des Kölner Helden Jan von Werth nachgespielt wird.

Jeckespill

ist eine Weetschaffssitzung (Kneipensitzung) mit Krätzcher, Klaaf und Kalverei (kölsches Liedgut, Plauderei und Jux). „Fastelovend jemötlich, kölsch un middendrin“ ist das Motto, eine Distanz zwischen Künstlern und Publikum nicht erwünscht, alle sollen mitmachen und viel mitsingen (Liederheft wird gestellt) und zu Alphornklängen des Orchester der Liebe schunkeln.

Jecko

ist das Wappentier des Kölner Karnevals, dass die Kölner Jecken durch die Session begleitet.

Kamelle

hochdeutsch Bonbons, werden im Zug geworfen. Dazu zählen nicht nur einfache Bonbons, sondern auch Waffeln, Weingummis, Schokolade, Pralinen und Ähnliches.

Karneval

kommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt.

Karnevalsfarben

sind die vier Farben Rot, Weiß, Grün und Gelb. Sie sind seit 1823 festgelegt und finden sich auch im Logo des Festkomitees. Rot und Weiß stehen dabei für die Stadt Köln, Grün für das kurfürstliche Köln und Gelb für die Kirche und die enge Verknüpfung des Karnevals mit dem Kirchenzyklus.

Karnevalsmütze:

Heute hat jede Karnevalsgesellschaft ihre eigene Mütze, die sich in Farbe und Stickerei voneinander unterscheiden. Zu verdanken hat der Kölner Karneval die Muütze einem Imi: Als der preußische Generalmajor Baron von Czettritz und Neuhauß am 1. Januar 1827 zur Generalversammlung des Festordnenden Komitees kam und die Vielfalt der bunten Kopfbedeckungen sah, meinte er: „Gleiche Brüder, gleiche Kappen!“ Denn so könne man leicht die erkennen, die unbefugt zur Versammlung gekommen waren. Damit war die Fastelovendsmütze geboren.

Kinderdreigestirn:

Im Kölner Karneval haben Pänz seit 1965 ein eigenes Dreigestirn mit einer eigenen Proklamation im Theater am Tanzbrunnen. Danach beginnt für das Kinder-Trifolium eine anstrengende Session mit vielen Besuchen auf (Kinder-)Sitzungen und karitativen Veranstaltungen. Höhepunkte sind die Fahrt im eigenen Wagen im Rosenmontagszug und im Ehrenfelder Dienstagszug, natürlich immer in Begleitung ihrer kleinen Pagen, Standartenträgern und Gardisten, welche die Uniform der Bürgergarde Blau-Gold tragen. Dass das alles klappt und Prinz, Bauer, Jungfrau und Equipe immer bestens vorbereitet sind, dafür sorgt schon seit vielen Jahren Elisabeth Conin.

Kölner Karnevalsmuseum

beschäftigt sich mit der fünften Jahreszeit und somit der Lieblingsjahreszeit der Kölner. Egal ob man sich für die Historie des Fastelovend interessiert, prunkvolle Orden, traditionelle Uniformen oder Mützen bestaunen oder etwas über Sitzungskarneval, Stadtteilumzüge oder Alternativen Karneval erfahren möchte, hier werden alle Fragen anhand von Exponaten und Multimediaspots beantwortet (Maarweg 134-136 (Braunsfeld), Tel. 0221/5740033, Öffnungszeiten unter www.koelnerkarneval.de/museum/).

Korpsappell

oder auch Regimentsappell ist eine jecke Persiflage auf die militärische Tradition der Appelle. Jedes Traditionskorps veranstaltet zu Beginn der Session einen solchen Appell mit geladenen Gästen, bei der die  Mitglieder auf ihre Sessionstauglichkeit „geprüft“, neue Mitglieder vereidigt, Beförderungen ausgesprochen und Ehrenmitglieder ernannt werden. Für das Tanzpaar, das Tanzkorps und die Musikkapelle ist es ein Art Generalprobe, denn sie haben hier mit ihrem Tanz bzw. ihrer Musik den ersten Auftritt in der Session.

Korpsappell oder Regimtsappell

ist das Treffen der Mitglieder und Freunde eines Traditionskorps zu Beginn der Session, bei dem neue Mitglieder aufgenommen und vereidigt, verdiente befördert und ausgezeichnet werden und Kindertanzgruppe, Tanzkorps und Tanzpaar ihren neuen Tanz präsentieren.