11.11.
Am 11.11. geht es wieder los und die Jecken feiern den Start in die neue Session! Im ansonsten meist eher tristen Monat November ziehen Tausende von bunt verkleideten Jecken in Richtung Altstadt zur großen Straßensitzung der Willi-Ostermann-Gesellschaft auf dem Heumarkt, auf die Schäl Sick zum Große Kölsche Countdown, der familienfreundlichen Sessionseröffnung der Grosse von 1823 in den Tanzbrunnen, auf die Zülpicher Straße, dem Hotspot für junge Jecken, oder in ihr Veedel wie zur Open Air Sessionseröffnung der Nippeser Bürgerwehr auf dem Wilhelmplatz in Nippes. Auch vor und nach dem 11.11. gibt es zahlreiche Veranstaltungen zum Start in die jecke Zick (die findet ihr bei den Terminen), bis dann ab Ende November die Weihnachtszeit Einzug hält.
Adjudant
bedeutet Gehilfe und kommt aus dem Lateinischen von adiuvare = „helfen, unterstützen“ ab. Prinz, Bauer und Jungfrau haben jeweils einen Adjudanten, der auf den korrekten Sitz des Kostüms und der Insignien achtet. Der Adjutant des Prinzen kommt aus der Prinzen-Garde, die beiden von Bauer und Jungfrau aus der Ehrengarde.
Alaaf
Alaaf ist das wichtigste Wort im Kölner Karneval, Schlachtruf aller kölschen Jecken und wird ständig und immer dreimal gerufen.
Alternativer Karneval
Alternativer Karneval wurde 1984 geboren, als die Stunker – im Gegensatz zu Prunkern mit ihren Sitzungen – auf der Studiobühne in der Alten Mensa Köln den Rest der Welt, den traditionellen Karneval und die katholische Kirche aufs Korn nahmen. Mittlerweile gibt es viele derartige Veranstaltungen, die schon längst nicht mehr nur „alternativ“ sind.
Aschermittwoch
Am Aschermittwoch, dem Mittwoch nach Karneval, beginnt die Fastenzeit. In den katholischen Kirchen wird am Morgen eine Messe gefeiert, in der die Palmzweige, die am letzten Palmsonntag gesegnet wurden, verbrannt werden und aus ihrer Asche ein Kreuz als Symbol der Buße und Reinigung auf die Stirn der Gläubigen vom Priester gezeichnet. Mittags steht traditionell Fisch auf dem Speiseplan, denn nach katholischer Liturgie ist der Aschermittwoch ein strenger Fastentag, an dem man sich nur einmal satt essen und auf Fleisch verzichten sollte.
Ball
Der Ball ist eine gehobene, festliche Tanzveranstaltung in Abendgarderobe.
Bauer
Der Bauer ist teil des Kölner Dreiugestirns. „Seine Deftigkeit“ symbolisiert die Wehrhaftigkeit der alten Reichsstadt Köln.
Der Bauer geht auf eine historische Figur zurück. 1288 besiegten die Kölner Bürger den Erzbischof in der Schlacht von Worringen und regierten von da an in Köln. Unter ihnen soll auch der Bauer gewesen sein, der mit dem Dreschflegel kämpfte und die Stadtschlüssel am Arm trug.
Der Bauer ist immer der Stärkste im Dreigestirn und muss die Stadt beschützen. Deshalb trägt er einen Hut mit 125 Pfauenfedern auf dem Kopf. Der ist sehr schwer und wiegt 1,6 Kilogramm. Die Pfauenfedern stehen für die Unsterblichkeit der Stadt Köln, denn der Pfau kann giftige Pflanzen fressen, ohne dass ihm etwas passiert. Als Insignien erhält der Bauer die Stadtschlüssel für seinen Gürtel und einen Dreschflegel überreicht. Das ist ein altes Gerät, mit dem die Körner aus dem Getreide geschlagen wurden.
Bellejeck
ist eine Figur aus dem Mittelalter. Ihr Name kommt von bellen = rufen, schimpfen, Jeck = Narr, Spaßmacher. Schon damals durften die Spaßmacher an den Fürstenhöfen die Obrigkeit kritisieren, Missstände offenlegen und die Menschen zum Lachen, aber auch zum Nachdenken bringen. Der Bellejeck selbst zog vor allem an Weiberfastnacht von Haus zu Haus und prangerte mit Reimsprüchen an, was aus Sicht der Menschen nicht in Ordnung war. Mit seiner Belle (= Schelle) eröffnete er so den Karneval.
Diese Tradition hat die Große Allgemeine vor einigen Jahren wiederaufleben lassen. Seitdem zieht der Bellejeck im grün-roten Narrenkleid an Weiberfastnacht frühmorgens mit Musikern und Vertretern vieler Karnevalsgesellschaften vom Vorplatz des Hauptbahnhofs zur Hofburg. Mit dem Ruf „Opston, opston“ weckt er die Jecken und das Kölner Dreigestirn zu wecken. Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht!
Benefizsitzung
Eine Benefizsitzung ist eine Sitzung in einem Senioren-, Behinderten-, Kinderheim oder Krankenhaus oder eine Benefizveranstaltung für soziale Einrichtungen, kranke Kinder oder Dritte-Welt-Projekte. Spass an d´r Freud für einen guten Zweck ist eine alte Tradition im Karneval. Schon immer engagieren sich viele Karnevalisten im sozialen Bereich.
Büdchen
Büdchen ist das kölsche Wort für Kiosk.
Büggel
Büggel heißt auf hochdeutsch Beutel und der ist wichtig fürs Kamelle sammeln.
Bütt
Kölsches Wort für Waschzuber und war früher ein traditionelles Element im Sitzungskarneval. Hier haben die Büttenredner genüsslich „schmutzige Wäsche“ gewaschen und alle Themen in gewaltigen kölschen Worttiraden meist mit Biss und Ironie durchgekaut. Die Prinzen-Garde Köln hat die Bütt auf der Bühne wiederaufleben lassen.
Bützje
Bützje ist ein Kuss mit geschlossenen Lippen auf die Wange, dabei ist er völlig unverfänglich und rein platonischer Natur. Man bützt zum Dank für ein Strüßje beim Zug, für ein Kölsch oder einfach nur, weil einem danach ist.
Damensitzung
Auf der Damensitzung feiern Frauen – natürlich im Kostüm – ganz unter sich, Männern sind höchstens als Mitglied im Elferrat oder auf der Bühne zugelassen.
Decke Trumm
Decke Trumm ist kölsch für dicke Trommel, ist das wichtigste Instrument im Straßenkarneval. Nicht nur Lappenclowns, auch viele Jecken haben sich eine Trommel von ungefähr einem Meter Durchmesser vor den Bauch geschnallt oder eine solche auf einem alten Kinderwagen befestigt, um mit dicken Klöppeln den Rhythmus der Karnevalslieder zu unterstützen.
Divertissementchen
Das Divertissmentchen ist ein kölsches Musiktheater der besonderen Art, das meist ein Ereignis aus der Stadtgeschichte auf komisch-parodistische Weise darstellt und zur Karnevalszeit in der Spielstätte der Oper Köln aufgeführt wird. Die Besonderheit: In dem Stück werden alle Rollen von Männern übernommen! Akteure sind die Mitglieder der Bühnenspielgemeinschaft des 1842 gegründeten Kölner Maenner-Gesang-Vereins, die sich Cäcilia Wolkenburg nennen und ein perfektes Ballett offerieren.
Dreigestirn
Dreigestirn, auch Trifolium genannt, besteht aus Prinz, Bauer und Jungfrau. Sie sind die obersten Repräsentanten des Kölner Karnevals und bekommen bei der Proklamation die Macht über die Stadt bis Aschermittwoch übertragen. Seit 1883 bilden sie eine feste Einheit, seit 1938 werden sie als Dreigestirn bezeichnet.
Ehrenamt
Fast alle Jecken arbeiten ehrenamtlich, d.h., sie übernehmen die Aufgaben in ihrer Freizeit und bekommen kein Geld dafür. Der Karneval wird von vielen Menschen getragen, die mit Herzblut das Brauchtum an nachfolgende Generationen weitergeben. Sie trainieren die Tanzgruppen, organisieren die Sitzungen, führen die Veedelszüge durch, besuchen alte und kranke Jecken, sammeln Spenden für Menschen mit wenig Geld und, und, und. Ohne diese freiwilligen Helferinnen und Helfer gäbe es keinen Fastelovend.
Elf
Die Zahl 11 hat für Köln und den Karneval eine besondere Bedeutung. Als Gründe dafür werden mehrere vermutet:
Im Mittelalter galt sie als Symbol für Narretei und Sünde, weil sie zwischen den „geordneten“ biblischen Zahlen Zehn (10 Gebote) und Zwölf (12 Apostel) steht. Daher wurde die Elf als „Narrenzahl“ gedeutet. Im 19. Jahrhundert erhielt sie zusätzlich eine neue Bedeutung: „Eins neben Eins“ steht für die Gleichheit aller Jecken und erinnert zugleich an die Ideale der Französischen Revolution: „Egalité, Liberté, Fraternité“ (ELF).
Ein weiterer Ursprung führt zum Martinstag (ebenfalls am 11. November): Traditionell endete zu diesem Datum die landwirtschaftliche Saison, die Vorräte waren aufgefüllt und es wurde gemeinsam gefeiert. Danach begann eine kleine Fastenzeit vor Weihnachten, sodass vor Beginn der Enthaltsamkeit noch einmal ausgelassen gefeiert wurde.
Elferrat
Der Elferrat ist ein Gruppe von elf Personen, die zu beiden Seiten des Sitzungspräsidenten oder der Sitzungspräsidentin sitzt und die Aufgabe hat, ihm oder ihr hilfreich unter die Arme zu greifen und Bützje, Orden oder Präsente an die auftretenden Künstler zu verteilen.
Equipe
ist das Gefolge des Dreigestirns. Es besteht unter anderem aus dem Prinzenführer, den Adjutanten, dem Hoffriseur, dem Equipeführer und 15 weiteren Begleitern. Diese kommen fast alle aus der Prinzen-Garde Köln (die Adjutant von Bauer und Jungfrau kommen aus der EhrenGarde). Wenn das Dreigestirn durch die Säle zieht, Veranstaltungen besucht oder andere Termine wahrnimmt, sind diese Männer immer dabei.
Fasteleer, Fastelovend
Fasteleer und Fastelovend sind kölsche Wörter für Karneval.
Festkomitee Kölner Karneval
vertritt die Interessen von mehr als hundert Karnevalsgesellschaften und Vereinen. Seine Aufgabenliste reicht von der Organisation des Rosenmontagszuges, der Wahl und Vorbereitung des Dreigestirns, der Durchführung der Proklamation, der Jugend- und Nachwuchsförderung über die Darstellung des Kölner Karnevals in der Presse, die Vermarktung des Sessionslogos, die Übertragungsrechte für Hörfunk- und Fernsehsitzungen, die Vertretung gegenüber Stadt und Öffentlichkeit bis hin zur Dokumentation der eigenen Geschichte im Kölner Karnevalsmuseum.
Freunde und Förderer des kölnischen Brauchtums
Das ist ein Verein engagierter Kölner Bürgern, die den Karneval in seiner ursprünglichen Form unterstützen und damit kölsche Traditionen und Bräuche fördern. Deshalb ist er besonders in Kindergärten, Schulen und örtlichen Vereinen aktiv. Neben dem Sternmarsch an Karnevalsfreitag und den Schull- un Veedelszöch am Karnevalssonntag veranstaltet er zum Beispiel jedes Jahr in Zusammenarbeit mit dem Schulamt eine Schulsitzung mit dem Namen „Jecke Tön för jecke Pänz“, bei der Pänz aus allen Schulformen mit Büttenreden, Sketchen, Clownakrobatik, Jonglage, Musikdarbietungen und Tanzvorführungen auf der Bühne.
Frühschoppen
Frühschoppen ist ein geselliges Zusammensein mit einem karnevalistischem Programm am Vormittag. Das Wort leitet sich von dem Wort ‚Schoppen‘ ab, was historisch für ein kleines Glas oder ein bestimmtes Maß an Bier oder Wein steht.
Fünfte Jahreszeit
Weil Karneval eine außergewöhnliche Zeit ist, die den normalen Alltag unterbricht, nennen die Jecken sie die fünfte Jahreszeit – neben dem Frühling, dem Sommer, dem Herbst und dem Winter.
Funke(n)mariechen
Das Funke(n)mariechen ist meist die einzige Frau in einer Korpsgesellschaft. Historisch geht sie auf die Marketenderin zurück, die im Dreißigjährigen Krieg mit den Truppen zog und ihre Waren anbot. Deswegen heißt „dat Marieche“ beim Reiterkorps Jan von Werth auch „Marketenderin“, bei der Prinzen-Garde wird es „Regimentstochter“ genannt. Ihre typische Kleidung besteht aus Perücke, einer Uniformjacke, einem kurzen meist plissierten Rock, Strumpfhose, Spitzen- oder Rüschenhöschen bzw. Ballettbody. Das Funke(n)mariechen zieht gemeinsam mit dem Korps in den Saal oder auf die Bühne und tanzt dort mit dem Tanzoffizier.
Funkenbiwak
Traditionell veranstalten die Roten Funken am Karnevalssamstag eine dreistündige Open-Air-Veranstaltung mit dem Aufzug der Traditionskorps und Musikgruppen auf dem Neumarkt. Wo einst 1823 der erste Kölner Karnevalsumzug stattfand, schlagen sie jedes Jahr ihr Lager (Biwak) auf und laden zu Erbsensuppe und Kölsch ein. Der Eintritt ist kostenlos!
Galasitzung
Galasitzung ist eine festliche Sitzung in Abendgarderobe.
Geisterzug
Der Geisterzug ist der Treffpunkt von großen und kleinen Geistern, Teufeln, Monstern und anderen Gruselgestalten, die zu Paukenschlägen, Trillerpfeifen und Samba-Rhythmen durch einen dunklen Stadtteil ziehen. 1992 zu Zeiten des Golfkrieges als Anti-Karnevalszug ins Leben gerufen, darf beim Geisterzug jeder mitgehen, auch wenn nicht politische Demonstration, sondern einfach Spass an der Freud’ sein Motiv ist. Spontanität ist gewollt, denn der Geisterzug ist wohl der einzige Zug, in dem Mitgehende ausdrücklich erwünscht, Zuschauer nur geduldet werden. Auch gibt es hier weder Strüßjer noch Kamelle, höchstens mal ein Bützje. Autos sind verboten und Musik wird ausschließlich selber gemacht.
Glasverbot
Das Glasverbot gilt am 11. November und an den Karnevalstagen in der Altstadt, auf den Ringen und in der Umgebung der Zülpicher Straße, bei Verstößen muss man ein hohes Bußgeld zahlen.
Helau
ist der Schlachtruf der Narren in Düsseldorf und Mainz. Nach der einen Legende soll es von Hallo oder auch dem englischen Pendant Hello kommen. Eine andere Erklärung ist die Ableitung von „Hellauf“ aus dem 18. Jahrhundert, was soviel wie „hell auflachen“ bedeutet, wobei der Buchstabe „f“ wahrscheinlich im Laufe der Jahre verschluckt wurde.
Herrensitzung
Auf der Herrensitzung feiern die Herren im dunklen Anzug unter sich. Im Programm, das schon mal etwas deftiger ausfällt, kommen Frauen aber durchaus vor.
Hofburg
Die Hofburg ist die Residenz des Kölner Dreigestirns. Kurz vor der Proklamation ziehen das Dreigestirn und seine Adjutanten in Begleitung ihrer und befreundeter Gesellschaften mit großem Spektakel um 11.11 Uhr in die Hofburg ein. Seit vielen Jahren fungiert das Hotel Pullman Cologne in der Helenenstraße als diese. Dort überreicht ihnen der Hoteldirektor in einer jecken Feierstunde den goldenen Schlüssel. Bis Aschermittwoch residieren sie hier und können sich jeweils nachts ein paar Stunden von den Strapazen ihrer Auftritte erholen.
Im(m)i
ist ein Imi mit Migrationshintergrund.
Imi
Imi ist ein Kölner Bürger, der nicht in Köln geboren ist. Nach strenger Definition gilt als echter Kölner nur, wer in 3. Generation in Köln geboren wurde. Imi leitet sich „enne imiteete Kölsche“ (ein imitierter Kölner) ab.
Immisitzung
Die Immisitzung ist eine kunterbunte Kabarett-Karnevalsshow im Bürgerhaus Stollwerck, die von Künstler aus aller Herren Länder mit Wohnsitz Köln unter dem Motto „Jeder Jeck is von woanders“ aufgestellt wird. Was die Immis (= Imis mit Migrationshintergrund) verbindet, ist ihre Liebe und Leidenschaft für Köln und vor allem den Kölner Karneval und der wird aus der Immi-Sicht mit ironischem Witz und scharfem Humor analysiert.
Inklusion
Inklusion wird im Kölner Karneval ganz groß geschrieben. Weil Karneval ein Fest für alle ist, ist es für das Festkomitee Kölner Karneval ganz wichtig, Menschen mit Behinderungen in den Karneval einzubinden und dadurch Barrieren in den Köpfen aller abzubauen. Die gemeinsamen Projekte mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) reichen von Übersetzungen von Bühnenprogrammen und Moderationen in Gebärdensprache über Live-Audiodeskriptionen, Blindenreportagen und barrierefreien Tribünen über Gäste mit Behinderung im Rosenmontagszug bis hin zur Produktion von Kinderorden oder zur Konfektionierung von Wurfmaterial in Behinderten-Werkstätten.
Jan un Griet
Jan un Griet sind die Figuren des Reitergenerals Jan von Werth und der Magd Griet. Sie werden jede Session von einem Mitglied des Reiter-Korps Jan von Werth und seiner Partnerin dargestellt. Anfang Januar werden sie feierlich eingeführt und verkünden ihr Motto. Sie sind nach dem Dreigestirn das höchste Paar des kölschen Fastelovends und ziehen mit Reiterkorps, Musikzug, Tanzoffizier und Marketenderin auf die Bühnen der Karnevalssäle. Das Paar hat offizielle Termine und besucht mit ihrer Equipe Krankenhäuser und Altenheime. Höhepunkt der Session ist an Weiberfastnacht “Dat Spillche öm Jan un Griet”, wo in historischen Kostümen die Geschichte des Kölner Helden Jan von Werth nachgespielt wird.
Jeck
Jeck bedeutet, die Menschen spielen verrückt. Deshalb werden verkleidete Menschen auch Jecken genannt.
Jeckespill
Jeckespill ist eine Weetschaffssitzung (Kneipensitzung) mit Krätzcher, Klaaf und Kalverei (kölsches Liedgut, Plauderei und Jux). „Fastelovend jemötlich, kölsch un middendrin“ ist das Motto, eine Distanz zwischen Künstlern und Publikum nicht erwünscht, alle sollen mitmachen und viel mitsingen (Liederheft wird gestellt) und zu Alphornklängen des Orchester der Liebe schunkeln.
Jecko
ist das Wappentier des Kölner Karnevals, dass die Kölner Jecken durch die Session begleitet.
Jungfrau
Die Jungfrau, „Ihre Lieblichkeit“, ist als beschützende Mutter Colonia Teil des Kölner Dreigestirns.
Sie trägt ein Gewand wie die römische Stadtgründerin Agrippina und eine Krone, die wie eine Mauerkrone aussieht. Sie steht als Zeichen dafür, dass die Kölner Stadtmauer nicht erobert werden kann. Bei der Proklamation erhält die Jungfrau einen Spiegel, den sie den Jecken vorhalten kann, wenn diese sich nicht an die Regeln halten.
Kamelle
hochdeutsch Bonbons, werden im Zug geworfen. Dazu zählen nicht nur einfache Bonbons, sondern auch Waffeln, Weingummis, Schokolade, Pralinen und Ähnliches.
Karneval
kommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt.
Karnevalsfarben
Die Karnevalsfarben sind die vier Farben Rot, Weiß, Grün und Gelb. Sie sind seit 1823 festgelegt und finden sich auch im Logo des Festkomitees. Rot und Weiß stehen dabei für die Stadt Köln, Grün für das kurfürstliche Köln und Gelb für die Kirche und die enge Verknüpfung des Karnevals mit dem Kirchenzyklus.
Karnevalsgesellschaften
Jeder feiert so Karneval wie er möchte. Viele Jecken haben sich in Vereinen zusammengeschlossen, die sich Karnevalsgesellschaften nennen. Meist sind sie an einer einheitlichen Uniform oder einem Kostüm und an einheitlichen Mützen zu erkennen. Ein Präsident oder eine Präsidentin leitet zusammen mit weiteren Jecken die Karnevalsgesellschaft. Sie organisieren Karnevalssitzungen, Bälle und Partys während der Session und andere Veranstaltungen und Treffen während des restlichen Jahres. Es gibt sehr unterschiedliche Karnevalsgesellschaften, so dass Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und Interessen alle ihren Platz im Karneval finden können.
Karnevalsmütze
Heute hat jede Karnevalsgesellschaft ihre eigene Karnevalsmütze, die sich in Farbe und Stickerei voneinander unterscheiden. Zu verdanken hat der Kölner Karneval die Muütze einem Imi: Als der preußische Generalmajor Baron von Czettritz und Neuhauß am 1. Januar 1827 zur Generalversammlung des Festordnenden Komitees kam und die Vielfalt der bunten Kopfbedeckungen sah, meinte er: „Gleiche Brüder, gleiche Kappen!“ Denn so könne man leicht die erkennen, die unbefugt zur Versammlung gekommen waren. Damit war die Fastelovendsmütze geboren.
Kinderdreigestirn
Im Kölner Karneval haben Pänz seit 1965 ein eigenes Dreigestirn, das mit einer großen Party im Theater am Tanzbrunnen mit ganz vielen Kindern als Gästen vom Oberbürgermeister proklamiert wird. Danach beginnt für das Kinder-Trifolium eine anstrengende Session mit vielen Besuchen auf (Kinder-)Sitzungen und karitativen Veranstaltungen. Für ihre Auftritte haben sie eine Rede und ein eigens für sie komponiertes Lied gelernt, das sie für die Jecken singen. Zu den schönsten Terminen gehören Besuche bei der Feuerwehr und im Zoo.
Höhepunkte der Session sind die Fahrt im eigenen Wagen im Rosenmontagszug und im Ehrenfelder Dienstagszug, natürlich immer in Begleitung ihrer kleinen Pagen, Standartenträgern und Gardisten, welche die Uniform der Bürgergarde Blau-Gold tragen. Dass das alles klappt und Prinz, Bauer, Jungfrau und Equipe immer bestens vorbereitet sind, haben sie mit der Heimat kleiner Helden einen eigenen Bereich am Sitz des Festkomitees Kölner Karneval und eine eigene Betreuerin.
Kölner Karnevalsmuseum
beschäftigt sich mit der fünften Jahreszeit und somit der Lieblingsjahreszeit der Kölner. Egal ob man sich für die Historie des Fastelovend interessiert, prunkvolle Orden, traditionelle Uniformen oder Mützen bestaunen oder etwas über Sitzungskarneval, Stadtteilumzüge oder Alternativen Karneval erfahren möchte, hier werden alle Fragen anhand von Exponaten und Multimediaspots beantwortet. Vorübergehend hat das Museum allerdings nur an besonderen Tagen geöffnet. (Maarweg 134-136 (Braunsfeld), Tel. 0221/5740033, Öffnungszeiten unter www.koelnerkarneval.de).
Kölsche Musik
Eines wird im Karneval immer und überall: gesungen. Sobald die Melodie erklingt, singen die meisten Jecken lauthals mit, (zumindest den Refrain), tanzen und schunkeln dazu. Singen macht einfach gute Laune und gemeinsames Singen verbindet!
Jedes Jahr gibt es im Karneval viele neue (fast immer) kölsche Lieder, die aber nicht einfach die alten ablösen. Manche werden zu Hits und werden zusammen mit den alten Hits immer wieder gesungen. So werden die Lieder von Generation zu Generation weitergegeben und dadurch gibt es in Köln ein riesiges Liedgut! Das gibt es wohl nirgendwo sonst auf der Welt! Wobei nicht jedes kölsche Lied unbedingt ein Karnevalslied sein muss. Für viele Kölner sind diese Lieder ein Stück Heimat. So singen die Paveier in „Heimat es“: Heimat es die Sprach un sin die kölschen Lieder …
Korpsappell oder Regimentsappell
ist eine jecke Persiflage auf die militärische Tradition der Appelle. Jedes Traditionskorps veranstaltet zu Beginn der Session einen solchen Appell mit geladenen Gästen, bei der die Mitglieder auf ihre Sessionstauglichkeit „geprüft“, neue Mitglieder vereidigt, Beförderungen ausgesprochen und Ehrenmitglieder ernannt werden. Für das Tanzpaar, das Tanzkorps und die Musikkapelle ist es ein Art Generalprobe, denn sie haben hier mit ihrem Tanz bzw. ihrer Musik den ersten Auftritt in der Session.
Kostümball
ist eine Tanzveranstaltung im Kostüm, mit Live-Musik und DJs.
Kostümsitzung
ist eine klassische traditionelle Sitzung mit einem bunt gemischtem Bühnenprogramm, zu der alle Gäste kostümiert kommen.
Krätzchen
ist eine Kopfbedeckung im Karneval, deren Ursprünge auf die schirmlose Mütze im militärischen Bereich zurückgehen. Siehe auch: Karnevalsmütze.
Krätzje
ist ein lustiger Schwank, der in Kölsch erzählt oder gesungen wird, oder die einfache Mütze, das Schiffchen aus Filz der Korpsmitglieder
Lachende Kölnarena
ist eine legendäre Mega-Party in der Lanxess-Arena und als einzige Veranstaltung im Kölner Karneval mit Selbstverpflegung Kult. Hier gibt es keine Pausen, werden keine Ehrengäste begrüßt und keine Orden verliehen und dürfen die Jecken für ihr leibliches Wohl selbst sorgen (www.lachende-koelnarena.de).
Lappenclown
kölsch Pluutemann, ist die Nr. 1 unter den Kostümen im Kölner Karneval: Hunderte von bunten Stoffresten werden hierbei in viereckiger Form wie überlappende Dachziegel an (eine möglichst alte) Jacke und Hose genäht. Dazu gehören eine rote Wollperücke und ein bunt geschminktes Gesicht!
Literarisches Komitee
ist eine Förderung des Festkomitee Kölner Karneval für Nachwuchskünstler, die im Kölner Karneval auftreten möchten. Hier werden karnevalistische Talente in einem aufwändigen Casting ausgewählt und drei Jahre lang ehrenamtlich von erfahrenen Bühnenprofis und Branchenexperten auf ihre Bühnenkarriere vorbereitet. Im Anschuss erhalten die Nachwuchskünstler nicht nur ein Zertifikat, sondern können sich auf Veranstaltungen des Literarischen Komitees präsentieren und zugleich vom Netzwerk des Festkomitees und der ihm angeschlossenen Gesellschaften profitieren.
Literat
organisiert das Programm einer Karnevalsveranstaltung. Er bucht die bekannten Künstler weit im Voraus, engagiert nach den Vorstellabenden im Herbst, auf denen der karnevalistische Nachwuchs, Tanzkorps und Musikzüge ihre neuesten Darbietungen präsentieren, weitere Künstler. Während der Sitzungen selbst muss er auf unvorhergesehene Zwischenfälle reagieren, Programmlöcher zu stopfen, Verzögerungen durch den Sitzungspräsidenten oder Verspätungen der Künstler aufzufangen.
Loss mer singe
ist eine Mitsing-Initiative, die in Kölner Kneipen (und anderswo) den Hit der Session kürt. Mit weiteren beliebten Veranstaltungen wie der Sitzung im Tanzbrunnen und der Party an Karnevalsfreitag (www.lossmersinge.de).
Mädchensitzung
oder Damensitzung ist eine Veranstaltung, bei der Frauen ganz unter sich feiern. Nur Sitzungspräsident und Elferrat dürfen, müssen aber nicht männlich sein und männliche Künstler sind natürlich auch zugelassen
Mandarinenfunken
werden die Mitarbeiter der AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln wegen ihrer orangen Kleidung genannt. Ihnen gehört ein großer Dank, denn sie räumen am Ende von jedem Umzug in der Stadt und in den Veedeln den Müll weg!
Marie
siehe Funke(n)Mariechen
Mottoschal
gehört zum Karneval wie Kölsch und Musik. Er wird jede Session im neuen Design passend zum Sessionsmotto von der Firma Deiters entworfen und kurz vor dem Sessonstart gemeinsam mit dem Festkomitee vorgestellt.
Muuzemändelcher
Karnevalskünstlervereinigung, die am 11.11. beim „Spill op d´r Rothustrapp“ (Piazetta des Rathauses) eine um kölsches Bauchtum und Stadt verdiente Persönlichkeit mit der „Goldenen Muuz“ auszeichnet. Ungewöhnlich scheint der Name dieser Vereinigung, die nach dem köstlichen Fettgebäck der Karnevalszeit, den Muuzemändelcher, benannt ist. Wenn man aber weiß, dass Gründungsmitglied Karl Berbuer nicht nur Komponist, sondern auch Bäckermeister war, ahnt man den Zusammenhang. Und bis heute sind hier aktive Sänger, Redner, Tanzgruppen und Musikzüge zusammengeschlossen, die sich der Pflege des kölschen Brauchtums verschrieben haben.
Nostalgiesitzung
oder Flüstersitzung ist ein Sitzung der leisen Töne, die ohne großen technischen Aufwand auskommt und einfach zum Zuhören, Mitsingen, Mitmachen einlädt. Eben echter kölscher Fasteleer mit Musik, Witz und auch mal mit melancholischen oder nachdenklichen Tönen.
Nubbel
oder Zacheies ist eine Strohpuppe, die von Altweiber an über der Eingangstür oder aus den Fenstern vieler Kneipen hängt. Der Nubbel hat im Kölner Karneval eine ganz besondere Funktion: Er ist nämlich der Sündenbock, der an allen Sünden schuld ist, die im Karneval begangen wurden. Ob leerer Geldbeutel, dicker Kopf, ein betrogener Partner oder das Vergessen des Alltags, der Nubbel muss dafür am Ende der Karnevalszeit büßen. Am Karnevalsdienstag um Mitternacht wird er unter lautem Geheule und Wehklagen verbrannt und damit werden nach dem Volksglauben auch die Schandtaten der letzten Tage symbolisch zu Grabe getragen.
Orden
werden auch im Karneval als Anerkennung für besondere Verdienste verliehen. Freunde und Förderer der Gesellschaften, Künstler, illustre Gäste und edle Spender werden mit Orden ausgezeichnet, aber auch jeder Jeck kann sich selber einen Sessionsorden kaufen. Sollten Orden in den Anfängen einmal die Ordensflut der preußischen Obrigkeit persiflieren, sind sie inzwischen zu begehrten Sammlerobjekten geworden. Denn die Karnevalsgesellschaften haben den Ehrgeiz, jedes Jahr künstlerisch wertvolle und aktuelle Exemplare zu entwickeln, und so gibt es in jeder Session eine Vielzahl an bunt schillernden Orden. Besonders begehrt ist die Prinzenspange, die nur vom Dreigestirn vergeben wird.
Ornat
Die Kleidung von Prinz, Bauer und Jungfrau wird nicht Kostüm, sondern Ornat (Tracht) genannt. Dazu tragen alle drei Insignien als Zeichen ihrer Macht, so wie heute noch Könige und Königinnen bei ihrer Krönung eine Krone aufgesetzt bekommen. Die Dreigestirne tragen das Ornat von ihrer Proklamation (Amtseinführung) bis Aschermittwoch.
Pagen und Gardisten
Wie das große Dreigestirn hat auch das Kinderdreigestirn ein Gefolge. Die Equipe aus Pagen, Standartenträgern (Flaggenträger) und Gardisten sind natürlich auch Kinder. Sie tragen die Uniform der *Bürgergarde „blau-gold“. Blau und Gold sind die Stadtfarben von Ehrenfeld, wo die Bürgergarde ihren Ursprung hat. Es waren die Ehrenfeder Jecken, die damals auf die Idee kamen, für ihren Kinderzug am Karnevaldienstag Herrscher für die Pänz aufzustellen. Ein Dreigestirn aus Kindern!
Pänz
nennen die Kölner ihre Kinder.
Persiflagewagen
Die Wagen mit großen Figuren aus Pappmaché fahren im Rosenmontagszug mir und nehmen aktuelle Ereignisse aus dem Stadtleben, der Politik, dem Sport oder der Gesellschaft auf die Schippe. Entworfen werden die Persiflagen von den Kritzelköpp, einem Team aus Künstlern, Grafikern und Designern, gebaut von den Wagenbauernin der großen Wagenbauhalle des Festkomitees.
Pittermännchen
ist ein Zehn-Liter-Fass Kölsch.
Prinz
Der Prinz Karneval ist der höchste Repräsentant des Kölner Karnevals. und wird vom Bauer und der Jungfrau begleitet.
Sein Ornat ähnelt der Robe früherer hoch gestellter Adeligen. Der Prinz trägt ein weißes Unterkleid, darüber einen prächtigen mit Mantel mit Hermelinbesatz, Pluderhosen, weiße Strumpfhosen und rote Schuhe, wie sie früher die Könige und Päpste trugen. Auf dem Kopf hat er einen Hut mit vier Fasanenfedern. Die Farben haben eine besondere Bedeutung: Die weiße und die rote Feder stehen für die Stadt Köln, die gelbe für die Kirche und die grüne für die Menschen. Als Insignie erhält er eine Pritsche. Sie ist ein Zeichen dafür, dass der Prinz der Herrscher über die Jecken ist.
Prinzenführer
Der Prinzenführer ist der wichtigste Mann für das Dreigestirn. Er ist der Chef aller Helfern im Hintergrund und organisiert und koordiniert die vielen Termine. Deshalb ist er bei allen Auftritten des Dreigestirns dabei und achtet darauf, dass die Zeiten genau eingehalten werden. Seine Aufgaben beginnen aber schon viel früher mit der Ernennung von Prinz, Jungfrau und Bauer, denn er bereitet die drei intensiv auf ihre Aufgaben mit vor.
Prinzenspange
Das Dreigestirn hat seinen eigenen Orden, den es ausschließlich selber verleiht. Das kleine Schmuckstück ist sehr begehrt und eine große Ehre für alle die, die mit der Prinzenspange ausgezeichnet werden.
Proklamation
ist die feierliche Amtseinführung des Kölner Dreigestirns und des Kölner Kinderdreigestirns: Der Prinz erhält die Narrenpritsche, mit der er das närrische Volk regiert und Griesgram, schlechte Laune und Sorgen vertreibt. Der Bauer bekommt als Zeichen für die Wehrhaftigkeit der Stadt die Stadtschlüssel übergeben, die Jungfrau erhält den Spiegel, in dem sie nicht nur ihre Schönheit bewundern, sondern zugleich dem Volk den Narrenspiegel vorhalten kann.
Prunksitzung
ist eine festliche Sitzung, bei der die Gäste in der Regel selber entscheiden, ob Sie in festlicher Abendgarderobe oder phantasievoller Kostümierung kommen
Puppensitzung
ist eine liebevolle Persiflage des Stockpuppentheaters auf den Sitzungskarneval in kölscher Sprache. Hier werden Geschichten um Hänneschen und Bärbelchen, Speimanes, Tünnes und Schäl aus Knollendorf auf der Bühne des traditionsreichen Haenneschen-Theater am Eisenmarkt erzählt (www.haenneschen.de).
Quetschebüggel
ist ein Akkordeon, auf Kölsch Quetschebüggel heißt. Das Wort setzt sich zusammen aus „quetsch” (wie quetschen) und „Büggel” – was Beutel bedeutet. Der „gequetschte Beutel“ gibt Töne von sich, wenn er gezogen und zusammengedrückt wird.
Rakete
Wenn ein Auftritt besonders gut war und das Publikum jubelt, wird der Künstler mit einer Rakete belohnt. Dazu ruft der Präsident oder die Präsidentin „An die Gewehre!“. Bei „Kommando 1“ klatschen die Jecken in die Hände, bei „Kommando 2“ trampeln sie zusätzlich mit den Füßen und bei „Kommando 3“ pfeifen sie dazu.
Rocholomäus
ist Kölns größte und wohl auch bekannteste Pfarrsitzung. Die Erklärung für den ungewöhnlichen Name des Veranstalters, der KG. Rocholomäus, ist ganz einfach: Bei der Gründung 1949 entschied man sich mit Rocholomäus einfach für eine jecke Kombination der beiden Bickendorfer und Ossendorfer Pfarrpatronen St. Rochus und St. Bartholomäus (die Pfarrei St. Dreikönigen ist erst später hinzugekommen). Feiern tun die Rocholomäer immer für einen guten Zweck: Alle Überschüsse der Großen Sitzung kommen sozialen Aufgaben der Pfarreien zugute, die darüber hinaus noch vom Freundeskreis der Gesellschaft unterstützt werden.
Röschensitzung
ist schwul-lesbischer Karneval im Mülheimer Kulturbunker, der erfolgreich die Nachfolge der legendären Rosa Sitzung angetreten hat (www.roeschensitzung.de).
Rosenmontagszug
ist der Höhepunkt der jecken Session, bei dem sich rund eine Million kostümierte Jecken am Straßenrand drängeln, um gemeinsam das „schönste Ereignis“ im ganzen Jahr – wie die Kölner meinen – zu feiern.
Ein besonderes Erlebnis ist es, am frühen Morgen in der Südstadt die Stimmung zu erleben, wenn die Persiflage-, Fest- und Bagagewagen eintreffen und allmählich die über 11.000 Zugteilnehmer in ihren bunten Kostümen und Uniformen eintreffen. Die Zuschauer haben sich schon lange ihre Plätze gesichert – wobei der echte Karnevalsjeck in der Regel seit Jahren seinen „Stammplatz“ hat – und für die Zeit bis zum Zoch Proviant, Kölsch und vielleicht sogar ein paar Campingstühle mitgebracht. Aus allen Ecken sind Karnevalslieder zu hören und an vielen Stellen wird gesungen und getanzt. Wenn die Kölschen Funkentöter in ihren historischen Uniformen, mit Pickelhauben und einem alten Löschwagen erscheinen, kündigt ein Schild an, dass „D‘r Zoch kütt“, und es geht mit den Vorgruppen und dem Wagen des Zugleiters los. Ein besonderes Highlight sind die großen Persiflagewagen, die Köln, den FC und Themen aus Lokal-, Landes- und Weltpolitik aufs Korn nehmen. Tonnenweise Kamelle und Schokolädcher werden geworfen, Strüßje und Bützje verteilt. Der Höhepunkt kommt ganz am Schluss: Denn dann zeigt sich das Dreigestirn zum letzten Mal in der Session seinem Volk. In Begleitung der EhrenGarde kommen Jungfrau und Bauer gemeinsam auf einem Wagen gefahren, ihnen folgen Prinzen-Garde und der Prinz. Mit Spannung wird schließlich der allerletzte Wagen erwartet, auf dem das Sessionsmotto für das darauffolgende Jahr enthüllt wird.
Rote Funken
sind Kölns ältestes Traditionskorps und verstehen sich mit ihren weißen Hosen, roten Uniformröcken und schwarzen Grenadiermützen als Nachfolger der Stadtsoldaten der freien Reichsstadt Köln. Dass sie in friedfertiger Absicht kommen, zeigen die rot-weißen Blumen im Lauf der Knabüß!
Bis heute ist die Persiflage der Karnevalssoldaten beliebt, militärische Paraden als Stippeföttchetanz aufzuführen: Dabei stehen jeweils zwei Gardisten Rücken an Rücken, strecken (kölsch: stippe) ihr Gesäß (kölsch: Föttche) heraus und reiben es im Takt der Musik gegeneinander.
Um die Kameradschaft im großen Funken-Korps besser pflegen zu können, sind die Roten Funken in vier Abteilungen eingeteilt, die „Knubbel“: Während „Streckstrumpf“, ein kleiner rot-weißer Strickstrumpf mit Stricknadel, Öllig (Zwiebel) und Dilledopp (Kreisel) auf die Nebenjobs der schlecht bezahlten Stadtsoldaten anspielen, spricht der Stoppe (Sektkorken) die Trinkfreudigkeit der Funken an.
Rote-Funken-Plätzchen
ist das Plätzchen vom ältesten Traditionskorps im Kölner Karneval. Die Roten Funken können sich als einzige Karnevalsgesellschaft rühmen, ein eigenes Plätzchen zu haben. Das liegt im Schatten von Groß St. Martin und wird von einem Wandrelief mit Funkenmariechen, zwei Funken und dem Text des Funkeneids geschmückt. Hier wird nicht nur der Funkeneid geleistet, sondern jedes Jahr im November ist er auch Ort einer kleinen, aber feinen Veranstaltung: Traditionell starten die Roten Funken nämlich hier am frühen Abend bei Fackellicht ihre Sessionseröffnung mit Regimentsspielmannszug und Musikbands und zeigen allen, dass sie „parat“ für die nächste Session sind.
Schnittchensitzung
ist lesbischer Karneval im Altenberger Hof in Nippes, bei dem auch Männer willkommen sind. Dabei nehmen die Schnittchen, das siebenköpfige weibliche Ensemble aus „Ützchen + Knützchen“, mit unnachahmlicher Mimik sich selbst, kölsche und politische Themen aufs Korn und dazu singt die Hausband „die martina’s“ kölsche Lieder und Evergreens mit eigenen kölschen Texten (www.dieschnittchensitzung.de).
Schull- un Veedelszöch
ist der Umzug von jeweils rund 50 Veedelsvereinen und Schulen unter der Schirmherrschaft der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtum am Karnevalsonntag. In ihren bunten Kostüme ziehen sie zusammen mit zahlreichen Musikkapellen von der Severinstorburg auf dem Weg des Rosenmontagszuges durch die Stadt.
Seniorensitzung
ist eine Karnevalssitzung, die in der Regel in Seniorenheimen stattfindet und speziell für ältere Menschen konzipiert ist
Sessionsmotto
Jede Session hat ein eigenes Motto, das zeigt, welches Thema dem Festkomitee in der fünften Jahreszeit wichtig ist. Die Persiflagewagen nehmen darauf Bezug. Auch die Jecken können sich mit ihren Kostümen, die Organisatoren bei der Planung der Sitzungen daran orientieren. Das Sessionsmotto wird vom Zugleiter am Ende des Rosenmontagszuges bekannt gegeben.
Sitzung
ist eine Karnevalsveranstaltun in der Session, bei der die Jecken gemeinsam feiern, gute Laune und Spaß haben. In der Regel führt ein Präsident oder eine Präsidentin mit dem Elferrat an der Seite durch das Programm. Bei einer traditionellen Karnevalssitzung treten Redner, Musikbands, Tanzgruppen, Traditionskorps und das Dreigestirn auf. Es gibt viele verschiedene Arten von Sitzungen – für Kinder, für Männer, für Frauen, für Senioren, für Familien, Sitzungen in Abendkleidung, im Kostüm – und an verschiedenen Orten – im Saal, in der Pfarrei, in der Schule … Und dann gibt es noch die alternativen Sitzungen, die wie ein Kabarett mit Wort und Musik die aktuelle Themen, die Politik und gesellschaftliche Entwicklungen aufs Korn nehmen.
Spillmannszoch
ist ein Musikzug mit Flötisten und Trommlern.
Sternmarsch
ist eine große Open-Air-Party am Karnevalsfreitag auf dem Alter Markt, bei der über 1.500 Jecke aus rund 45 Stammtischen und Karnevalsgruppen in ihren Kostümen der letzten Session (die neuen werden natürlich erst am Sonntag präsentiert) mit Musik und Gesang sternförmig zum Alter Markt ziehen. Veranstaltet wird dies vom Verein der Freunde und Förderer des kölnischen Brauchtums, um damit den vielen Jecken der Veedelsvereine und Stammtische für ihr ehrenamtliches Engagement zu danken.
Straßenkarneval
wird draußen, auf der Straße oder einem Platz gefeiert, ob bei einer Freiluftsitzung, vor den Kneipen oder am Zugweg. Traditionell eröffnet wird der Straßenkarneval an Weiberfastnacht.
Strüßjer
hochdeutsch Sträußchen, werden im Zug überreicht und zum Dank gibt es ein Bützje.
Stunksitzung
ist die bekannteste Veranstaltung des alternativen Karnevals im Mülheimer E-Werk, welche die herkömmliche Prunksitzung seit über 30 Jahren parodiert und heute ein aufwendig gestyltes und perfekt durchorganisiertes Musik- und Bühnenevent ist (www.stunksitzung.de).
Tanzgruppen
Zu einer Karnevalssitzung gehört der Auftritt einer Tanzgruppe, die in der Regel zwei bis drei Tänze aufführt. Es gibt Tanzgruppen für Kinder und Jugendliche, für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren und nur selten sind alle Altersgruppen in einer Tanzgruppe vereint. Tanzen ist ein Hobby, d.h. alle Tänzerinnen und Tänzer machen das ehrenamtlich. Sie trainieren das ganze Jahr über mehrmals in der Woche neben Schule und Arbeit, um in der Session auftreten zu können. Und der Applaus der Zuschauer ist ihr Lohn!
In Köln gibt es über 85 Tanzgruppen, die alle ihren eigenen Stil haben und die sich dadurch von den Gardetanzgruppen in anderen Regionen unterscheiden. Manche Tanzgruppen legen viel Wert auf akrobatische Choreografien, andere mehr auf den tänzerischen Aspekt, wieder andere greifen alte Tänze auf oder tanzen in den Rollen kölscher Originale.
Tanzpaar
Marie und der Tanzoffizier bilden das Tanzpaar bei den Traditionskorps. Sie üben in jeder Session einen eigenen Tanz ein. Auch viele andere Tanzgruppen haben ein Tanzpaar wie z.B. Hänneschen und Bärbelchen bei der Tanzgruppe Kölsch Hännes’chen oder Chefsteward und Chefstewardess beim Tanzcorps der Luftflotte.
Tolle Tage
Die letzten sechs Tage vor dem Aschermittwoch sind der Höhepunkt des Karnevals, dann beginnt der Straßenkarneval und die ganze Stadt steht Kopf. Deshalb heißen sie auch die Tollen Tage. Die Menschen feiern auf den Plätzen und Straßen, in Sälen und Kneipen, die Schulen schließen, die Geschäfte haben nur kurz geöffnet und in vielen Betrieben wird nicht gearbeitet.


