Wir kommen alle in den Himmel! (Frank)
Eigentlich ging es zu wie auf einer Sitzungist eine Karnevalsveranstaltun in der Session, bei der die Jecken gemeinsam feiern, gute Laune und Spaß haben. In der Regel führt ein Präsident oder eine Präsidentin mit dem Elferrat an der Seite durch das Programm. Bei einer traditionellen Karnevalssitzung treten Redner, Musikbands, Tanzgruppen, Traditionskorps und das Dreigestirn auf. Es gibt viele verschiedene Arten von Sitzungen – für Kinder, für Männer, für Frauen, für Senioren, für Familien, Sitzungen in Abendkleidung, im Kostüm – und an verschiedenen Orten – im Saal, in der Pfarrei, in der Schule … Und dann gibt es noch die alternativen Sitzungen, die wie e... More. Und was für einer! Der „Festsaal“ hatte beindruckende Ausmaße – ganz nach dem Motto: huh Wäng, lang Jäng (Übersetzung für Immis: hohe Wände, lange Gänge). Und er war mehr als prächtig herausgeputzt. Damit übertrumpfte er locker die gute Stube Kölns, den Gürzenich.

Auch die Besucher hatten sich fein herausgeputzt, ganz so, wie es sich für eine anständige Sitzungist eine Karnevalsveranstaltun in der Session, bei der die Jecken gemeinsam feiern, gute Laune und Spaß haben. In der Regel führt ein Präsident oder eine Präsidentin mit dem Elferrat an der Seite durch das Programm. Bei einer traditionellen Karnevalssitzung treten Redner, Musikbands, Tanzgruppen, Traditionskorps und das Dreigestirn auf. Es gibt viele verschiedene Arten von Sitzungen – für Kinder, für Männer, für Frauen, für Senioren, für Familien, Sitzungen in Abendkleidung, im Kostüm – und an verschiedenen Orten – im Saal, in der Pfarrei, in der Schule … Und dann gibt es noch die alternativen Sitzungen, die wie e... More gehört. Es dominierte Farbe, an erster Stelle natürlich rut-wieß (rot-weiß). Man vernahm Wortbeiträge, die am Stehpult vorgetragen wurden und in jeder Hinsicht an die gute Tradition der Büttenreden erinnerten.

Ebenso wurde eine Ladung Live-Musik in die „Bude“ jedeut – dieses Mal allerdings nicht von Helmut Blödgen, sondern vom Orchester der Domstädter. Dazu wurde aus dem vollsten Brustton der Überzeugung gesungen, zum Beispiel „Halleluja“ von Brings und kräftig geschunkelt, wie zum Beispiel zu „Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel“.
Entsprechend locker, erleichtert und entspannt war ob dieser Refrainzeile die Stimmung, die sich noch steigerte, als durch den Mittelgang die Standarten, Fahnenabordnungen und Tanzpaare der dem Festkomitee angeschlossenen KarnevalsgesellschaftenJeder feiert so Karneval wie er möchte. Viele Jecken haben sich in Vereinen zusammengeschlossen, die sich Karnevalsgesellschaften nennen. Meist sind sie an einer einheitlichen Uniform oder einem Kostüm und an einheitlichen Mützen zu erkennen. Ein Präsident oder eine Präsidentin leitet zusammen mit weiteren Jecken die Karnevalsgesellschaft. Sie organisieren Karnevalssitzungen, Bälle und Partys während der Session und andere Veranstaltungen und Treffen während des restlichen Jahres. Es gibt sehr unterschiedliche Karnevalsgesellschaften, so dass Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und Interessen alle ihren Platz im Karneva... More einmarschierten.

Na, schon eine Idee, wo ich war? Okay, ich will Euch nicht länger auf die Folter spannen und das Rätsel lösen: Ich habe am 11. Januar am Domgottesdienst für Kölner Karnevalisten in der Hohen Domkirche zu Köln teilgenommen. Selbst wenn man mit der Kirche wenig bis nichts am Hut hat, ist eine Teilnahme absolut empfehlenswert.Los ging es um 18.15 mit dem Einmarsch der bereits oben erwähnten Standarten, Fahnenabordnungen und Tanzpaare, die an der „Spetz“ von Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki persönlich und seinem Gefolge zum Altar und dem Chorraum dahinter geleitet wurde. Allerdings sollte man mindestens eine Stunde vorher, wenn nicht sogar noch früher da sein. Denn es war schon eine halbe Stunde vor Beginn rappelvoll.

Allein das zu sehen, war schon ein Erlebnis. Ich gehöre zu den Kölnern, die den Dom durchaus häufiger aufsuchen. Insofern kenne ich ihn, wenn er mit Touristen gut gefüllt ist. Aber dieses Mal war es eine Messfeier, und dass kein Sitz- oder Stehplatz hierbei frei war, fand ich schon bemerkenswert. Da soll noch einer sagen, dass sich Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. More und Kirche nicht gegenseitig befruchten.
Gott sei Dank hatte ich einen Presseausweis. Auf diese Weise nahm ich die Hürde „Domschweizer“ ganz galant und konnte mit meinen Kollegen einen Stehplatz direkt neben der ersten Bank rechts ergattern. Hier saß das KinderdreigestirnIm Kölner Karneval haben Pänz seit 1965 ein eigenes Dreigestirn, das mit einer großen Party im Theater am Tanzbrunnen mit ganz vielen Kindern als Gästen vom Oberbürgermeister proklamiert wird. Danach beginnt für das Kinder-Trifolium eine anstrengende Session mit vielen Besuchen auf (Kinder-)Sitzungen und karitativen Veranstaltungen. Für ihre Auftritte haben sie eine Rede und ein eigens für sie komponiertes Lied gelernt, das sie für die Jecken singen. Zu den schönsten Terminen gehören Besuche bei der Feuerwehr und im Zoo. Höhepunkte der Session sind die Fahrt im eigenen Wagen im Rosenmontagszug und im Ehrenfelder Dienst... More mit JungfrauDie Jungfrau, „Ihre Lieblichkeit“, ist als beschützende Mutter Colonia Teil des Kölner Dreigestirns. Sie trägt ein Gewand wie die römische Stadtgründerin Agrippina und eine Krone, die wie eine Mauerkrone aussieht. Sie steht als Zeichen dafür, dass die Kölner Stadtmauer nicht erobert werden kann. Bei der Proklamation erhält die Jungfrau einen Spiegel, den sie den Jecken vorhalten kann, wenn diese sich nicht an die Regeln halten. More Clara, BauerDer Bauer ist teil des Kölner Dreiugestirns. „Seine Deftigkeit“ symbolisiert die Wehrhaftigkeit der alten Reichsstadt Köln. Der Bauer geht auf eine historische Figur zurück. 1288 besiegten die Kölner Bürger den Erzbischof in der Schlacht von Worringen und regierten von da an in Köln. Unter ihnen soll auch der Bauer gewesen sein, der mit dem Dreschflegel kämpfte und die Stadtschlüssel am Arm trug. Der Bauer ist immer der Stärkste im Dreigestirn und muss die Stadt beschützen. Deshalb trägt er einen Hut mit 125 Pfauenfedern auf dem Kopf. Der ist sehr schwer und wiegt 1,6 Kilogramm. Die Pfauenfedern stehen für die Unst... More Jonas und PrinzDer Prinz Karneval ist der höchste Repräsentant des Kölner Karnevals. und wird vom Bauer und der Jungfrau begleitet. Sein Ornat ähnelt der Robe früherer hoch gestellter Adeligen. Der Prinz trägt ein weißes Unterkleid, darüber einen prächtigen mit Mantel mit Hermelinbesatz, Pluderhosen, weiße Strumpfhosen und rote Schuhe, wie sie früher die Könige und Päpste trugen. Auf dem Kopf hat er einen Hut mit vier Fasanenfedern. Die Farben haben eine besondere Bedeutung: Die weiße und die rote Feder stehen für die Stadt Köln, die gelbe für die Kirche und die grüne für die Menschen. Als Insignie erhält er eine Pritsche. Si... More Conrad I. – und zwar im vollen OrnatDie Kleidung von Prinz, Bauer und Jungfrau wird nicht Kostüm, sondern Ornat (Tracht) genannt. Dazu tragen alle drei Insignien als Zeichen ihrer Macht, so wie heute noch Könige und Königinnen bei ihrer Krönung eine Krone aufgesetzt bekommen. Die Dreigestirne tragen das Ornat von ihrer Proklamation (Amtseinführung) bis Aschermittwoch. More. Die Pfaufedern von Conrads Prinzenmütze ragten dabei so weit nach hinten über, dass er sie quasi bei jeder Bewegung seinem Hintermann „unter die Nase rieb“. Dieser wischte die Federn immer wieder geduldig mit der Hand beiseite, konnte aber bisweilen ein Niesen nicht unterdrücken.

Direkt dahinter hatte Ludwig Sebus Platz genommen, dem vor Rührung die Tränen kamen, als „Wir kommen alle in den Himmel“ intoniert wurde.

Links neben dem Kinderprinzenpaar residierte das designierte Erwachsenendreigestirn – und deshalb noch ohne OrnatDie Kleidung von Prinz, Bauer und Jungfrau wird nicht Kostüm, sondern Ornat (Tracht) genannt. Dazu tragen alle drei Insignien als Zeichen ihrer Macht, so wie heute noch Könige und Königinnen bei ihrer Krönung eine Krone aufgesetzt bekommen. Die Dreigestirne tragen das Ornat von ihrer Proklamation (Amtseinführung) bis Aschermittwoch. More! – mit JungfrauDie Jungfrau, „Ihre Lieblichkeit“, ist als beschützende Mutter Colonia Teil des Kölner Dreigestirns. Sie trägt ein Gewand wie die römische Stadtgründerin Agrippina und eine Krone, die wie eine Mauerkrone aussieht. Sie steht als Zeichen dafür, dass die Kölner Stadtmauer nicht erobert werden kann. Bei der Proklamation erhält die Jungfrau einen Spiegel, den sie den Jecken vorhalten kann, wenn diese sich nicht an die Regeln halten. More Stefanie, BauerDer Bauer ist teil des Kölner Dreiugestirns. „Seine Deftigkeit“ symbolisiert die Wehrhaftigkeit der alten Reichsstadt Köln. Der Bauer geht auf eine historische Figur zurück. 1288 besiegten die Kölner Bürger den Erzbischof in der Schlacht von Worringen und regierten von da an in Köln. Unter ihnen soll auch der Bauer gewesen sein, der mit dem Dreschflegel kämpfte und die Stadtschlüssel am Arm trug. Der Bauer ist immer der Stärkste im Dreigestirn und muss die Stadt beschützen. Deshalb trägt er einen Hut mit 125 Pfauenfedern auf dem Kopf. Der ist sehr schwer und wiegt 1,6 Kilogramm. Die Pfauenfedern stehen für die Unst... More Andreas und PrinzDer Prinz Karneval ist der höchste Repräsentant des Kölner Karnevals. und wird vom Bauer und der Jungfrau begleitet. Sein Ornat ähnelt der Robe früherer hoch gestellter Adeligen. Der Prinz trägt ein weißes Unterkleid, darüber einen prächtigen mit Mantel mit Hermelinbesatz, Pluderhosen, weiße Strumpfhosen und rote Schuhe, wie sie früher die Könige und Päpste trugen. Auf dem Kopf hat er einen Hut mit vier Fasanenfedern. Die Farben haben eine besondere Bedeutung: Die weiße und die rote Feder stehen für die Stadt Köln, die gelbe für die Kirche und die grüne für die Menschen. Als Insignie erhält er eine Pritsche. Si... More Stefan I von der Kölner Narrenzunft.

Kardinal Woelki verweilte beim Einzug lange beim KinderdreigestirnIm Kölner Karneval haben Pänz seit 1965 ein eigenes Dreigestirn, das mit einer großen Party im Theater am Tanzbrunnen mit ganz vielen Kindern als Gästen vom Oberbürgermeister proklamiert wird. Danach beginnt für das Kinder-Trifolium eine anstrengende Session mit vielen Besuchen auf (Kinder-)Sitzungen und karitativen Veranstaltungen. Für ihre Auftritte haben sie eine Rede und ein eigens für sie komponiertes Lied gelernt, das sie für die Jecken singen. Zu den schönsten Terminen gehören Besuche bei der Feuerwehr und im Zoo. Höhepunkte der Session sind die Fahrt im eigenen Wagen im Rosenmontagszug und im Ehrenfelder Dienst... More – ganz eingedenk des diesjährigen Sessionsmottos: „Wenn mer uns Pänznennen die Kölner ihre Kinder. More sinn, sin mer vun de Söck“. Überhaupt präsentierte sich Kölns „Katholikenchef“ als Mann zum Anfassen.

Geradezu locker zelebriert er diesen ökumenischen Gottesdienst zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Superintendent Otmar Baumberger. Allein schon dadurch hob er sich wohltuend von seinem Vorgänger, Kardinal Meißner, ab, der sich während seiner ganzen Amtszeit nicht nur mit der Ökumene, sondern auch mit der kölschen Siel (Seele) an sich schwer tat.
Geradezu rührend war es, als Woelki vor einer kleinen blonden „Ballerina“ aus der Kinder- und Jugendtanzgruppe der Kölner Narren-Zunft von 1880 auf die Knie ging, um ein Geschenk in Empfang zu nehmen. „Tiefer kann ich nicht“, entschuldigte sich der Kardinal und erinnerte dabei irgendwie an Jesus beim Füßewaschen – trotzdem Gelächter im Kirchenplenum.
Auch in der Predigt von Woelki ging es um das Thema Kinder. Der Erzbischof nahm Bezug auf das von Stadtdechant Msgr. Robert Kleine verlesene Evangelium, wo Jesus ein Kind in die Mitte seiner Jünger führt (Mk 9, 34-37), um ihnen klar zu machen, dass sie die eigentlich Großen sind. „Die Kinder lehren uns, dass in Wirklichkeit die Kleinen die Großen sind!“, griff Woelki diesen nach wie vor revolutionären Gedanken wieder auf. Was für ein Satz! Selten konnte ich dem Ausspruch eines Kirchenfürsten so zustimmen, wie diesem. Ich, der ich bei 1,69 m aufgehört habe zu wachsen. Wow, allein deshalb hat sich der gestrige Besuch im Dom schon gelohnt.


Überhaupt mündete die Predigt des Kardinals in ein so flammendes Plädoyer für die Kinder dieser Welt, dass ich mich am Ende fragte, warum die katholische Kirche ihre Priester seit bereits so vielen Jahrhunderten zur Kinderlosigkeit verdonnert.
Es war also der absolut erhellende Besuch einer Sitzungist eine Karnevalsveranstaltun in der Session, bei der die Jecken gemeinsam feiern, gute Laune und Spaß haben. In der Regel führt ein Präsident oder eine Präsidentin mit dem Elferrat an der Seite durch das Programm. Bei einer traditionellen Karnevalssitzung treten Redner, Musikbands, Tanzgruppen, Traditionskorps und das Dreigestirn auf. Es gibt viele verschiedene Arten von Sitzungen – für Kinder, für Männer, für Frauen, für Senioren, für Familien, Sitzungen in Abendkleidung, im Kostüm – und an verschiedenen Orten – im Saal, in der Pfarrei, in der Schule … Und dann gibt es noch die alternativen Sitzungen, die wie e... More, äh pardon, eines Gottesdienstes, der nicht nur am Elften, sondern auch zum elften Mal stattfand. Erhellend, weil ich das erste Mal das hintere Kirchenschiff mit dem Dreikönigsschrein wie noch nie zuvor gesehen hellst erleuchtet betrachten konnte. Erhellend, weil ich nun weiß, dass ich zu den Großen gehöre (Meine Corpskameraden können sich also schon mal warm anziehen!!) Sowie erhellend, weil ich nun mit großer Gelassenheit bei jedem kleinen Ausrutscher an den tollen Tagen sagen kann: „Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel.“
Erhellend war an diesem Abend aber schließlich auch, dass diese Art der karnevalistischen Brauchtumspflege wirklich sehr würdevoll über die Bühne ging. Deshalb nächstes Jahr sehr gerne wieder.











