Mo-Torres: Frühstück beim Rapper (Nicci)

Mo-Torres, mit bürgerlichen Namen Moritz Helf, ist ein Kölner Rapper, dessen Name uns Karnevalisten zum ersten Mal ein Begriff wurde, als er mit der Band Cat Ballou unterwegs war. Darauf lässt sich der studierte Medienmanager allerdings nicht reduzieren, denn immerhin macht er schon seit zehn Jahren Musik und das seit anderthalb Jahren sogar hauptberuflich. Dass das Ganze gut funktioniert, hat die kürzlich beendete Kneipentour bewiesen. Diese war nämlich komplett ausverkauft! 
„Das hat richtig Spaß gemacht. Diese intime Atmosphäre ist immer was besonderes.“

Mo ist seinen Fans gerne nah. Und auch in unserem Gespräch habe ich einen sehr offenherzigen und volksnahen Musiker kennengelernt.

Viel mehr als „Vier Wände“

Vor wenigen Tagen erschien das Album „4 Wände“ in den Musikläden. Ein Projekt, das Mo sehr viel bedeutet. Immerhin hat die Arbeit, die er in die 13 Songs investiert hat, auch circa anderthalb Jahre gedauert. „Anderthalb Jahre waren es inklusive Schreiben, Produzieren und weiteren Studioarbeiten.“ 
Wie der Entstehungsprozess gelaufen ist und was das Album inhaltlich kann, hat mich dabei am meisten interessiert.
„Das Album hat positive Vibes. Gut gelaunt. Ich habe viele persönliche Dinge in das Album gebracht, die ich aber nicht nur aus der „Ich Variante“ in die Songs gepackt habe. Anders hätte ich die Songs auch nicht schreiben können.“ Der erste Schritt im Entstehungsprozess war eine „Kreativ-Woche“ in Holland am Strand. Hier war Mo mit befreundeten Musikern und seinem Produzenten für ein paar Tage zusammen und hat erste Ideen in Form von Brainstorming oder Auszeiten am Strand gebastelt. Dabei hat die Nummer „Weißmaler“ die meiste Zeit in Anspruch genommen. „Einen wirklichen Lieblingstrack auf dem Album habe ich nicht. Allerdings war die Arbeit an ‚Weißmaler‘ am intensivsten.“

Die Strophen werden gerappt, die Musik ist ein munterer Mix aus poppigen Beats und Melodie, wobei sich der Hip Hop Background von Mo eindeutig raushören lässt. Auf meine Frage, ob er denn auch auf Kölsch rappen würde, antwortete er mir, indem er Peter Brings zitierte: „Dein Kölsch ist ja unter aller Sau! Richtiges Studentenkölsch!“ 🙂

Verbindung zum Karneval:

Stichwort „Kölsche Sproch“. Unser Motto der kommenden Session lautet ja „Uns Sproch es Heimat!“ Wie sieht das denn bei Mo-Torres aus? 
„Seit ich vier oder fünf Jahre alt bin, bin ich mit den Bläck Fööss getriezt worden“, erzählt er lachend.
„Karneval ist ein Bestandteil von Köln und am liebsten erlebe ich ihn auch selber als Konsument.“ Das heißt in Mo´s Worten, dass sein Herz für den Veedelskarneval schlägt. Er war selber zwar auch immer gerne Gast bei der Stunksitzungist die bekannteste Veranstaltung des alternativen Karnevals im Mülheimer E-Werk, welche die herkömmliche Prunksitzung seit über 30 Jahren parodiert und heute ein aufwendig gestyltes und perfekt durchorganisiertes Musik- und Bühnenevent ist (www.stunksitzung.de)., würde es aber jedes Mal vorziehen, in den Stammkneipen zu feiern.
„Ob Herbrands, Hotzenplotz oder op dr Stroß, ich bin gerne da, wo die Leute selbst zu den Klassikern von Ostermann textsicher sind.“ Allerdings distanziert er sich auch sehr bewusst von dem touristischen Straßenkarnevalwird draußen, auf der Straße oder einem Platz gefeiert, ob bei einer Freiluftsitzung, vor den Kneipen oder am Zugweg. Traditionell eröffnet wird der Straßenkarneval an Weiberfastnacht. in der Kölner Innenstadt. Dazu zitiert er eine Zeile aus seinem Song:

„Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. ist Ballermann für die Imis der Stadt. Da hat Helene Fischer nichts verloren.“

Musik in Köln & Karneval

Allerdings ist Mo auch ein Fan der musikalischen Entwicklung im Karneval.
„Ich bin Romantiker und will die alten Nummern weiter hören. Aber ich mag den Mix von neu und alt! Wir brauchen die neuen und die alten Bands.“ Dass Köln immer mehr Akzeptanz für neue Sachen entwickelt, stimmt Mo mir zu. Er glaubt aber auch, dass der Kölner zwar die Lieder über seine Stadt stets am meisten lieben wird, aber durchaus auch in der Lage ist, andere Töne, selbst auf Hochdeutsch, vernünftig und ehrlich zu feiern. Meine finale Frage, ob wir ihn denn auch diese Session wieder auf der Bühne erleben werden, beantwortete er mit einem Augenzwinkern: „Je nach dem, kann das passieren!“
Er macht es wohl gerne spannend.

Ich danke Mo für seine Zeit und das nette Gespräch mit ehrlichen Worten. Sein Album „4 Wände“ ist ab jetzt im Handel erhältlich und auch auf den bekannten Streaming-Plattformen verfügbar.

Liebe Grüße und Kölle AlaafAlaaf ist das wichtigste Wort im Kölner Karneval, Schlachtruf aller kölschen Jecken und wird ständig und immer dreimal gerufen.,
die Nicci

 

 

*Bilder zu Verfügung gestellt von Mo-Torres (Fotograf: Mumpie Künster „Monsterpics)