Ungerwegs met Eldorado (Lissy)

Einfach mal spontan sein, einfach mal machen … So ist meine Devise mit zwei Pänz nicht immer so einfach, jedoch nicht unmöglich ;). Daher habe ich mich am Freitag einfach mal ganz spontan bei Eldorado eingebucht. Der Gästeplatz bei der Band war bereits belegt das ist jedoch für mich kein Hindernis. Ich bin dann einfach mittendrin bei der Crew mitgefahren!

Das war tatsächlich meine erste Begleitung mit einer Band & was soll ich sagen, es war unvergesslich schön :)! Die Jungs hatten bereits zwei Auftritte hinter sich, als ich um 20:30 Uhr in Müllem dazu gestoßen bin.

Da stand ich nun, dieses Mal ohne Ornat & Verkleidung, ganz in schwarz, denn das war der Dresscode des Abends. Gut, dass ich im Vorfeld nachgefragt habe, denn eigentlich wollte ich natürlich 😉 mit meinem Fidele Krätzchen dabei sein, aber Simon, behielt Recht „eher neutral / dunkel gekleidet. Dann kannst du überall mit reinlaufen, ohne das jemand das hinterfragt“. An diesem Abend habe ich fünf Auftritte, innerhalb von vier Stunden mitbegleitet, d.h. es musste schnell gehen & dann hat man natürlich nicht die Zeit jedes Mal zu erklären, dass ist Lissy, unser heutiger Gast :).

Ich hatte mir spontan, tatsächlich für einen Kölner, mit den besten Tag herausgesucht. Denn wer kann schon von sich behaupten, an einem Abend durch die schönsten Säle von Köln zu fahren :)! Unsere Stationen waren die Stadthalle Mülheim, Congresssaal in Deutz, Dorint in Deutz, Pullman in Köln City & zu guter letzt im wunderschönen Sartory. Aber der letzte Gig hatte es in sich .. puh …

Trotzdessen wir einen straffen Zeitplan hatten, habe ich mich von Sekunde 1 direkt willkommen gefühlt. Auf einmal stand ich da mitten in der Stadthalle, hinter der Bühne. Es dauerte vlt. 10 Min. & dann hieß es schon Knallgas auf die Bühne. Jedes Mal wenn wir die Location wechselnden, was ich sehr beeindruckend fand, rockte die Band ab der ersten Sekunde komplett den Saal. In der Regel ist es zu später Stunde leichter das Publikum mitzureißen 😉

Es gibt in der Regel ein festes Bühnenprogramm, das je nach Zeit entsprechend „spontan“ angepasst werden muss. Warum spontan? Das ist immer davon abhängig, wie das jeweilige Programm gerade verläuft & wann die Band bei ihrem nächsten Gig vor Ort sein muss. Natürlich ist das im Vorfeld immer alles fix mit dem jeweiligen Veranstalter fixiert. Jedoch kommt es wie immer im Leben oft anders als man denkt :).

Ein gutes Beispiel dafür ist der Auftritt im Dorint.

Das normale Programm von Eldorado war gebucht. Der vorhergehende Künstler hatte das Zeitlimit überschritten, weil es einfach so schön war. Dadurch musste Eldorados Gig spontan auf 10-15 Min. gekürzt werden. Was grundsätzlich für das Publikum schade war, da es der letzte Auftritt im Programm war. Dennoch hat die Band in dieser kurzen Zeit alles gegeben, um einen würdigen Abschluss einer Karnevalssitzung zu begleiten. Alle Tänzer:innen der Karnevalsgesellschaft kamen zum Schluss mit auf die Bühne & der Saal bebte vor lauter fröhlichen Menschen. Das war für mich als Leihe jedoch spannend mit anzusehen, wie in kürzester Zeit auf die Gegebenheiten von Veranstalter & Band reagiert werden muss. Aus meiner Sicht hochprofessionell! Das war für mich persönlich der Moment „ok krass“ – jetzt weiß ich, wie wichtig es ist, dass die Zeiten in einem Veranstaltungsprogramm eingehalten werden müssen. Wenn man sich als Zuschauer eine Zugabe wünscht, aber die leider aus irgendwelchen Gründen nicht gemacht werden kann. Natürlich ist man als Zuschauer dann immer etwas traurig, aber in der Regel geht es schnell weiter & die Karnevalsstimmung bleibt on point :).

Wieder zurück zum Thema, wir mussten zügig weiter, denn die Band wurde schon im Pullmann erwartet, auch hier wieder zum Ende des Programms. Es war schon sehr sentimental, denn wie gerade jeder weiß, wird das Pullmann vorerst einmal schließen, sodass das natürlich bei Ankündigung von Eldorado auch direkt Thema war. Bereits beim für mich vierten Auftritt angelangt, habe ich nichts gemerkt, dass die Band & Crew bereits einige Auftritte hinter sich hatte. Gleiche Performance, gleiche Professionalität & immer mit einem Lachen im Gesicht. Auch hier hat der Veranstalter den Auftritt gefeiert & zum Schluss wurde sogar der Elferrat mit auf die Bühne geholt. Was ich nur komisch fand, es waren irgendwie mehr als 11 Menschen auf der Bühne… das zeigt ja nur, wie sehr solche Auftritte gefeiert werden. Der Saal wurde von den Mädcher – auf der Mädchersitzung – ordentlich auseinander genommen.

Zwischen allen Auftritten, wenn der Zeitplan straff war, hatte die Band manchmal wirklich nur wenige Minuten Zeit, um alles aufzubauen. Jedes Mal, wenn ich zwischen Schlagzeug, Gitarren & weiterer Technik stand, dachte ich mir: oh je, hoffentlich stehe ich nicht im Weg. Denn eins wahr mir wichtig, nicht den Ablauf der Band & der Crew durcheinander zu bringen. Ich hoffe, dass das mir einigermaßen gelungen ist ;).

So, vom Pullman nun schnell ins Sartory. Der Auftritt war gerade beendet & dann hieß es direkt abbauen, einpacken & nur die Ecke rum, ins Sartory fallen.

Dä! Da waren wir, in einem der schönsten & mit ältesten Sälen von Köln. Das Sartory ist für die Crew einer der herausforderndsten Säle! Das war der letzte Auftritt, um 0:00 Uhr. Spätestens zu diesem Zeitpunkt habe ich verstanden, was es heißt, wenn die Crew anpacken muss. Denn in diesem Saal gibt es keinen Aufzug & die komplette Technik musste in den ersten Stock getragen werden. Wenn einer mich fragt, dass ist wirklicher Hochleistungssport, denn die Treppe ist auch noch ums Eck. Durch dieser Erfahrung ziehe ich tatsächlich vor jedem Bandmitglied meinen Hut. Wahnsinn, was dort geleistet wird & jeder kennt es, die Sartorysäle sind mit die beliebtesten Veranstaltungsorte im Karneval. Dementsprechend würde ich behaupten, dass das jedes Mal eine neue Herausforderung ist, die man jedoch gern auf sich nimmt. Denn es ist schon immer wieder ein tolles Erlebnis dort auf der Bühne zu stehen, denn DAS ist KÖLN, in jeder Ecke ein unbeschreibliches Gefühl.

Gegen 1:00 Uhr waren wir fertig. Im wahrsten Sinne des Wortes! Ich habe dann die Chance genutzt, um etwas ausführlicher mit den Bandmitgliedern zu sprechen, denn zuvor war es wichtiger das alles klappt, denn Alaaf mer dun et för Kölle ;).

Ich habe ein eingespieltes Team erlebt, das füreinander da ist. Zwischen den Auftritten ist immer Zeit für Spaß & wenn es auf die Bühne geht, schauen sich alle Bandmitglieder nochmals in die Augen & geben sich dabei einen freundschaftlichen Faust Check. Bei so einem Pensum klappt es auch nur mit einem eingespielten Team. Die Crew besteht aus mehreren Personen, die sich täglich neu nach Plan zusammenfindet. Man reicht sich gegenseitig die Hand & nimmt Rücksicht auf seinen Kollegen. Ich bin begeistert von der Professionalität & dem Zusammenhalt, den sie bei jedem Auftritt an den Tag legen.

Als Fan kommt man in der Regel auch nie zu kurz, da die Band gern Pins & Autogramme verteilt. Einfach mal lieb nachfragen, wenn es die Zeit gerade zulässt ;).

Ich habe sogar noch zwei Nachrichten für euch Jecken, die euch zum Ende der Session begleiten sollen:

„Dass sie alles geben, dass sie ALL IN gehen, dass sie auf Sicht acht geben, dass sie vorallem lieb zueinander sind & nur GEMEINSAM macht das feiern Spaß! Also, das geht nur zusammen & passt auf euch auf!“ – gibt euch Manuel mit auf dem Weg. Simon schließt sich an:

„Genießt es ihr Lieben! Die schönste Zeit des Jahres steht bevor! Sie ist ganz kurz & deswegen nimmt alles mit, lasst es euch gut gehen, geht ALL IN, feiert, singt, schunkelt, seid lieb zueinander & habt einfach eine unvergessliche schöne Session 2026. In dem Sinne – Alaaf.“

Für mich war dieser Abend wirklich mit so vielen neuen Eindrücken voll gepackt, dass es sich für mich echt gelohnt hat, solch eine Chance wahrzunehmen. Wenn ihr die Möglichkeit habt einen Künstler zu begleiten, dann macht DAS!

Solch ein Erlebnis bleibt für immer, daher immer „ALL IN“ ;).

Bis bald & in Liebe,

Eure Fidele Lissy

Fotos ©Lisa Lange