Jeckespiel: Singen, Schunkeln, Freude haben! (Brigitte)

Jeckespiel ist angesagt! D.h es wird gemütlich eng, auf der Bühne und im Publikum, es wird ganz viel gesungen und Kölsch geschwadt.  „Hätzlich willkumme, zur Sitzung in dr Weetschaft“! „Die Appsolutjeck-Redaktion war beim Jubiläums-Jeckespill  bei Osters Rudi in der Hartwichstroß in Nippes dabei.

„Denn wenn et Trömmelche jeht“ … Klatschmarsch … Sitzungsleiter Helmut Frangenberg, die beiden Weetschaftselfen und das „Orchester der Liebe“ ziehen mit Trumm und Tröt unter dem Gesang der schön bunt kostümierten Zuschauer ein.

 

Es ist herrlich eng im Sälchen von Osters Rudi, die Bühne reichlich klein, aber alle finden irgendwie Platz. Und jetzt wird erst einmal gesungen, schöne alte Lieder, die viele schon als Pänz kannten, wie „Ölldi Sölldi Sippdisa“ von Jupp Schmitz. Damit ist die Stimmung schon bestens und schnell werden wie jeden Abend Namen für die bezaubernden Weetschaftselfen gefunden: Appel und Taat (für den Imi: Apfel und Torte 🙂

Seit zehn Jahren gibt es nun schon das Jeckespill, Helmut und Mica Frangenberg haben damals das alternative Sitzungsformat aus der Taufe gehoben und ziehen seitdem immer mit dem Orchester der Liebe (kennt ihr vielleicht von Carlos Kebekus´“Deine Sitzung“) mit wechselnden Gästen durch die Kölner Kneipen. Anfänglich waren es vier Kneipen. Wir wussten ja nicht, wie das läuft“, erzählt Helmut Frangenberg, „aber jetzt sind wir seit einigen Jahren bei elf.“ 

Hier gibt es hier keine Ballermann und Mainstream-Karnevalsmusik, es werden alte Lieder, gerne auch Trinklieder reaktiviert und in dieser Session gibt es sogar die „Gretes Hits us 10 Jahr Jeckespill“.  

 

Für alle die, die nicht textsicher sind, liegt ein Liederheft aus und so singen alle mit. Natürlich muss zwischendrin noch die Jeckespill-Spezial-Rakete geprobt werden: Finger in die Luft, „Ein lecker Bierchen“, „Brauhausteller“ (Hände beschreiben einen Kreis) und „Schabau“ (Hand klopft auf den Tisch). Und Raketen gibt es an diesem Abend viele neben dem traditionellen „Dreimal Kölle Alaaf“. 

 

Denn es folgt ein bunt gemischtes Programm unter dem Motto „Krätzchen, Klaaf und Kalverei“. Philip Oebel als Meister der kölsche Krätzjekunst singt sich spätestes mit der „Ode an e Hämmche“ zur Melodie von „Freude schöner Götterfunken“ in die Herzen der Zuschauer. Thomas Cüpper erzählt von den Weihnachtsgeschenken und Michael Hehn alias „Dä Nubbel“ zeigt mit viel Komik und Biss, dass „Kölsch der Champagner unter den Dialekten ist“. Beim grandiosen Volker Weiniger als „Der Sitzungspräsident“ kommt man aus dem Lachen nicht mehr raus und er erntet stehenden Applaus. 

 

Das gesamte Programm ist eine gute Mischung aus Rede und Musik, denn zwischendrin begeistern das bissige Duett von Mica und Helmut Frangenberg auf Charles Aznavour „Du lässt dich gehen“ und die Einlage von Ebasa dem Meister, der mit seinem Alphorn und „Dat Wasser vun Kölle“ den Saal zum Toben bringt. 

 

„Der kölsche Karneval in seiner ursprünglichen Idee ist der einzige Karneval auf der Welt, der als Mitmachfest konzipiert ist“, so Helmut Frangenberg. Und das wird beim Jeckespill gelebt. Die Jecken in der Kneipe singen nicht nur den ganzen Abend mit, sondern dürfen auch auf der Bühne singen, natürlich mit Unterstützung aller .

 

Bevor dann als letzte Programmpunkte J.P. Weber mit der Flitsch und Stefan Knittler mit der Gitarre das Publikum mitreißen unimehr als eine Zugabe fordern. Beim „Stammbaum“ liegen sich alle singend und schunkelnd in den Armen und nach mehr als drei Stunden ist es leider vorbei und der Jeckespill-Klassiker „Fastelovend“ zeigt das Finale an. „Uns Sproch es Heimat“ heißt das diesjährige Sessionsmotto. Wie sich das anfühlt, das kann man wunderbar beim Jeckespill erleben.

Bildnachweis: ©Alle Fotos BKB Verlag