Ein kleiner kölscher Moment am Ostermannbrunnen (Sarah)

An diesem nebligen Samstagmorgen lud die Willi-Ostermann-Gesellschaft zur Reinigung und Frühjahrseröffnung des Ostermannbrunnen ein – ein kölscher Moment außerhalb der Session, der Herz und Seele wärmte.

Doch bei der Ankunft am Ostermannplatz die Überraschung: Das Wasser sprudelte bereits munter vor sich hin und die Anlage präsentierte sich geschniegelt und gestriegelt.

Die Stadt Köln hatte sie bereits einige Tage zuvor in Betrieb genommen und die beiden Brunnenbeauftragten Theo Andrée und Paul Veek hatten ganze Arbeit geleistet. Dementsprechend blieb kaum Arbeit übrig – außer, das frisch sprudelnde Wahrzeichen zu bestaunen und den Reden zu lauschen.

Dr. Jan Haensel begrüßte die Anwesenden mit warmen Worten – dem Wetter zum Trotz. Er erinnerte an das Erbe von Willi Ostermann und an die Besonderheit des Jubiläumsjahres: 2026 wäre Willi Ostermann 150 Jahre alt geworden und die Gesellschaft feiert ihr 60-jähriges Bestehen. Es warten spannende Veranstaltungen auf die Karnevalist:innen. Die Mädchensitzung durfte Tina bereits besuchen.

Sein besonderer Dank galt den Brunnenbeauftragten, die sich ganzjährig und ehrenamtlich mit viel Herzblut um die Pflege kümmern.

Theo Andrée ergriff daraufhin selbst das Wort und nahm die Gäste mit auf eine kleine Geschichtsexkursion.

Er erläuterte die Historie der Anlage und wusste sogar zu berichten, dass der Baum nebenan ein Trompetenbaum ist – ein Baum, der bereits von so vielen Kindern bestiegen wurde, dass sich regelrechte „Treppen“ in der Rinde gebildet haben. Dieser interessante Einblick überraschte viele der Zuhörenden, die die Geschichte so noch nicht kannten.

Die Patenschaft für den Ort und dessen Pflege, die sogar in der Satzung der Gesellschaft verankert ist, übernahm die WOG bereits im Jahre 2014. Auch um die Grabpflege von Willi Ostermann auf dem Melaten-Friedhof kümmert sich die Gesellschaft. Sie schreiben sich diesen Namen nicht nur auf die Fahne – sie leben ihn. Brauchtumspflege und Engagement bedeuten ihnen genauso viel wie der Karneval selbst.

Für einen besonderen Schmunzler sorgte die feierliche Übergabe des „Willi-Ostermann-Brunnenputztuchs“ an die beiden Brunnenbeauftragten – und auch die übrigen Mitglieder sollen noch ausgestattet werden. Die Idee dahinter: Das Tuch stets bei sich tragen und, wenn man zufällig in der Nähe ist, kurzerhand selbst Hand anlegen und über die Plakette wischen.

Zum Abschluss wurde gemeinsam mit einem Kölsch angestoßen und die Hymne der Gesellschaft a cappella angestimmt. Es wurde geschunkelt, gesungen und sogar ein leises (!) Alaaf durfte nicht fehlen. (Kölsch kann man übrigens nicht nur trinken…)

Obwohl das Thermometer gerade einmal acht Grad zeigte, war die Stimmung herzlich und ausgelassen. Dieser kleine kölsche Moment wärmte das Herz und verkürzt die Wartezeit auf die kommende Session.

Vielen Dank für die Einladung zu diesem besonderen Vormittag voller Brauchtum, Gemeinschaft und kölscher Herzlichkeit.

Fotos ©Sarah Gawlik