„Loss mer schwade“ (Brigitte)

Köln, 16.4.2026. Gestern waren wir zu Gast beim Köln-Talk „Loss mer schwade“. Im „Consilium“ traf Moderator Robert Greven auf das Dreigestirn der letzten Session und Vertreter Kölner Tanzgruppen.

Die Session ist zwar schon einige Wochen vorbei – doch wenn das Dreigestirn noch einmal von seinen Erlebnissen berichtet, ist das Interesse ungebrochen. Entsprechend gut gefüllt war das Consilium.

Doch zuerst: Was ist „Loss mer schwade“?

„Loss mer schwade“, für Nicht-Kölner „Lass uns reden“, wurde vor zehn Jahren von Markus Krücken und Eddy Bopp initiiert. Seitdem tourt die Talkrunde mit einem wechselnden Team aus Moderatorinnen und Moderatoren durch Köln und inzwischen auch in der Umgebung. Diskutiert wird Gästen aus Politik, Sport, Medien und Karneval in wechselnden Locations über aktuelle Themen – ob Karneval, der FC, Kölner Haie oder Stadtpolitik. Dank großzügiger Sponsoren ist der Eintritt frei und wer nicht dabei sein kann, kann über den Live-Stream bei Facebook die Veranstaltung verfolgen.

Rückblick auf dir Session

„Wie war für euch das Gefühl, als ihr erfahren habt, ihr werdet das Dreigestirn 2026“, eröffnete Robert Greven – bekannter Kölner Moderator, Karnevalist und Gründer der Benefizaktion „DAT KÖLSCHE HÄTZ“, die krebskranke Kinder unterstützt – die Gesprächsrunde mit Prinz Niklas I. (Jüngling), Bauer Clemens (von Blanckart) und Jungfrau Aenne (Stefan Blatt) von der Prinzen-Garde. Und die drei erzählen wie im Verlauf der nächsten halben Stunden von ihren Gefühlen und Eindrücken in IHRER Session, die sie als total intensiv und unbeschreiblich empfunden haben.

In den folgenden Minuten wurde schnell deutlich: Diese Session war für die drei eine intensive, kaum in Worte zu fassende Zeit. Ihre Mission sei es gewesen, gemeinsam mit den Menschen auf, vor und hinter der Bühne zu feiern – und gerade in herausfordernden Zeiten kleine Momente des Glücks zu schenken.

Dass ihnen das bei rund 420 Auftritten gelungen ist, wurde an diesem Abend mehrfach bestätigt – vom Moderator ebenso wie vom Publikum, das die drei noch immer feiert. Ob bewegende Begegnungen im Seniorenheim oder auf der Mildred-Scheel-Station, Tränen in den Augen der Jecken oder die Strahlkraft ihres Ornats: Die Begeisterung war in jedem Moment spürbar. Der Rosenmontagszug blieb dabei der emotionale Höhepunkt.

Gleichzeitig freuen sich alle drei, nun wieder ins Korpsleben zurückzukehren. Die „Zick es eröm“ – das Dreigestirnsornat ist wieder gegen die Uniform der Prinzen-Garde getauscht. Und zwar endgültig,Wiederholungen gibt es nicht. Gerade auch diese Einmaligkeit macht ein Amt im Dreigestirn so besonders.

Was bleibt, ist die enge Verbundenheit mit all jenen, die die Drei während der Session begleitet haben – von der Equipe über die Adjutanten bis hin zu den Fahrern. Ohne dieses Team wäre ein Dreigestirn nicht denkbar.

Ihr Rat an die Nachfolger, die derzeit im Festkomitee ausgewählt werden: „Seid einfach ihr selbst. Seid authentisch!“

Der Lohn: Standing Ovations zum Abschluss.

Teil 2: Die Tanzgruppen

Im zweiten Teil widmete sich „Loss mer schwade“ den Kölner Tanzgruppen. Zu Gast waren die Kommandanten des Tanzkorps der Blauen Jungs, des Tanzcorps Agrippina Colonia und der Kölschen Greesberger sowie Physiotherapeut Wilfried Wiltschek, der im Festkomitee für diesen Bereich zuständig ist.

Ein zentrales Thema: Gehören Tanzgruppen fest zum Programm einer Sitzung? Für Robert Greven lautet die Antwort klar: ja. Auch das Festkomitee unterstreicht dies mit dem Siegel „Original Kölsche Sitzung“, das Veranstaltungen auszeichnet, die traditionelle Elemente pflegen – darunter ausdrücklich die Tanzgruppen.

Angesichts des enormen Trainingsaufwands und der oft privat getragenen Kosten ist diese Wertschätzung mehr als gerechtfertigt. Zudem pflegt Köln als einzige Stadt in Deutschland einen eigenständigen Tanzstil, unabhängig von den Vorgaben des Bundes Deutscher Karneval – was eine große Vielfalt an Gruppen ermöglicht.

Diskutiert wurde auch die wachsende Zahl an Tanzgruppen. Immer mehr Gesellschaften gründen eigene Formationen, gleichzeitig drängen Garden aus dem Umland in den Kölner Karneval. Die Zahl der Auftrittsmöglichkeiten bleibt jedoch begrenzt – der „Kuchen“ wird kleiner. Konkurrenzdenken gebe es dennoch kaum, betonten die Kommandanten: Man kämpfe zwar um Auftritte, sei aber freundschaftlich verbunden und unterstütze sich gegenseitig.

Ein weiteres Thema: Verletzungen und mögliche Spätfolgen des Tanzsports. Das Festkomitee bietet hierzu gezielte Seminare an, um die Tänzerinnen und Tänzer zu sensibilisieren und zu unterstützen.

Besonders hervorgehoben wurde der soziale Zusammenhalt in den Gruppen. Ob Trainerinnen, Betreuerinnen, Busfahrerinnen, Choreografinnen oder Tänzerinnen und Tänzer – sie alle wachsen zu einer Gemeinschaft zusammen. Junge Menschen lernen hier Verantwortung, Teamgeist und kölsche Traditionen in einem geschützten Umfeld.

Zum Schluss kam noch ein Impuls aus dem Publikum: Wenn es so viele Tänzerinnen gibt – warum sitzen auf der Bühne meist nur Männer? Robert Greven nahm die Anregung auf und versprach, künftig auch Tänzerinnen einzuladen.

Wer den Abend noch einmal erleben möchte, kann den Livestream auf Facebook ansehen.

Bildnachweis: Alle Fotos ©BKB