Köln vs. Trump & Musk: Zwischen Sorge und kölscher Zuversicht (Nicci)
Auch wenn ich irgendwie gehofft hatte, dass der gestrige Abend meinem nervösen Gefühl gegenüber Trump und Tech-Giganten wie Elon Musk positiv entgegenwirkt, so hat er mir zumindest geholfen, die Situation besser einzuschätzen. Vor allem aber hat er mir erneut vor Augen geführt, in was für einer fantastischen Stadt wir hier leben.
Ich war bei „KÖLN vs. TRUMP & MUSK“, einem Info-Abend, moderiert von Sarah Brasack (Kölner Stadt-Anzeiger) und Basti Kampmann (Kasalla). Zu Gast waren zwei Experten mit ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.

Die politische Lage: Abschottung und Druckmittel
Karl Doemens hat das erlebt, was viele nur vom Bildschirm kennen: Er war als Korrespondent im Weißen Haus und begleitete Donald Trump bis in die Gerichtssäle. Sein Fazit ist ernüchternd:
- Während die erste Amtszeit noch eine gewisse Zugänglichkeit zum Präsidenten bot, ist die zweite von Abschottung und harten Druckmitteln geprägt.
- Das „Schwarz-Weiß-Denken“ in den USA zerfrisst mittlerweile ganze Parteien und Familien.
Die digitale Gefahr: Algorithmen mit System
Martin Andree lenkte den Blick weg von den Personen hin zu den Plattformen und deren Macht:
- Freedom of Hate: Aus „Freedom of Speech“ wird bei Musk oft „Freedom of Hate“. Die Algorithmen fördern die Spaltung der Gesellschaft mit System.
- Monopolstellung: Am Beispiel Amazon erklärte er, wie das System funktioniert: Erst gehen Anbieter aufgrund steigender Gebühren pleite, dann übernimmt der Riese das Geschäft einfach selbst. Die Daten dafür hat er ja bereits.
Der kölsche Hoffnungsschimmer
Obwohl die Nachrichten beider Experten wenig hoffnungsvoll klangen, setzte Martin Andree einen entscheidenden Denkansatz:
„Köln ist Weltmeister im Gemeinschaftsgefühl“
Das ist unsere Superkraft! Wir lassen uns nicht so leicht spalten, weil wir gelernt haben, dass man zusammen schunkelt, auch wenn man nicht einer Meinung ist.
Fazit: Hoffnung braucht Handeln
Dennoch ist unser eigenes Handeln gefragt. Ein passendes Beispiel vom Abend blieb mir besonders im Kopf:
„Ich kann nicht hoffen, auf einer Fähre zu sitzen, wenn ich nicht zum Hafen fahre.“
Was er damit meint, ist klar: Wenn ich eine bessere Welt erreichen möchte, dann muss ich mich auch auf den Weg dahin machen. Hoffnung kann Türen öffnen, aber man muss selbst hindurchgehen.

Was jeder von uns tun kann: Jeder von uns ist in der Lage, sein eigenes Handeln zu überdenken und nach Alternativen zu suchen. Das funktioniert auch im Tech-Bereich:
- Bewusster Umgang mit KI und Suchmaschinen.
- Hinterfragen des eigenen Konsums im Internet und auf Social Media.
So kann jeder den vermeintlichen Tropfen auf dem heißen Stein dazu bringen, irgendwann nicht mehr zu verdampfen, sondern den Stein tatsächlich zu kühlen.
„Elon Musk müsste mal eine Woche mit uns Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. More feiern.“
Das klingt im ersten Moment lustig, hat aber einen verdammt tiefen Kern.
In der digitalen Welt von Musk zählt primär das Ego, die Hybris und die anstrengende „I-am-the-Main-Character“-Energie. Alles ist auf das Individuum und die Selbstdarstellung getrimmt. Im kölschen „Jeföhl“ hingegen ist es genau umgekehrt: Hier geht das Individuum in der Masse auf. Wir feiern das Gemeinsame, das Miteinander, das Wir. Unser Schutzschild gegen die Spaltung.

Fotos © Nicci Haumann













