Mit Lupo ins Exil (Nicci)
Vom Kölner Proberaum bis tief ins Saarland: Wenn die kölsche Band Lupo die Heimat verlässt, ist das ohnehin ein Abenteuer. Wenn dann noch eine Verletzung, eine Autopanne und eine Schweizer Party-Maschine ins Spiel kommen, wird daraus ein echter Roadtrip. Und ich? Mittendrin.
22.05.2026 – 11:30 Uhr
Sänger Nikkes ist gerne der Erste vor Ort. Kaffee, durchatmen und die Ruhe vor dem Sturm noch ein paar Minuten genießen. Eine weise Entscheidung. Denn kaum war der Rest der Band eingetroffen, folgte auch schon das erste Drama: Beim Versuch, sein Gitarren-Case zu reparieren, bohrte sich Gitarrist Benni ein Loch in den Finger. Schmerzhafte Bilder erspare ich euch an dieser Stelle lieber! Zum Glück gab es kurz darauf Entwarnung: Tut schon weh – aber die Akkorde sitzen noch. Ganz im Gegensatz zum Bandbus …


Schon auf den ersten Metern machte das Getriebe Geräusche, die selbst mich als Laien nervös machten. Aus einem anfänglichen „Ach, wird schon!“ wurde nach wenigen Kilometern und einem unheilvollen Knallen ein trockenes: „Wir sollten mit dem Wagen nicht nach Dillingen fahren.“ Also steuerten wir den nächsten Parkplatz an, verteilten die Reisegruppe spontan um und weiter ging’s – ab jetzt pannenfrei und ohne Verzögerung Richtung Südwesten.
Backstage-Struggle und kölsche Töne fern der Heimat
Wer dachte, die Jungs wären nach dem Auto-Frust bedrückt, kennt Lupo schlecht. Trotz strammem Zeitplan war die Stimmung gewohnt lässig. Das Flachwitz-Spektrum wurde bis aufs Letzte ausgereizt und dumme Sprüche fanden zielsicher ihren Empfänger.
Während die Band den durchgetakteten Tagesplan souverän einhielt und eine absolut routinierte Vorfreude ausstrahlte, schien ich die Einzige zu sein, die so richtig aufgeregt war. Meine Neugier war einfach zu groß: Wie reagiert ein Publikum fernab der Heimat auf kölsche Songs? Noch dazu als Support für die Schweizer Hit-Garanten „Die Fäaschtbänkler“?
Wenn das Saarland schunkelt …
Und es war absolut genial!
Ganz ehrlich: Als Vorband hat man oft den schwierigen Job, gegen ein zunächst unaufmerksames, quatschendes Publikum anzuspielen. Doch Lupo brauchte nur wenige Takte, um Dillingen auf ihre Seite zu ziehen. Die Energieübertragung funktionierte einwandfrei. Sogar das typisch kölsche Schunkeln steckte die Saarländer sofort an und alle weiteren Anweisungen zum Mitmachen wurden ebenfalls blitzschnell adaptiert.
Aus meiner anfänglichen Skepsis wurde eine super Party und eine richtig gute Zeit für das Publikum und die Band. Die lauten Rufe nach einer Zugabe waren der perfekte Beleg dafür.

Mein Fazit: Ein Wolfsrudel hält zusammen
Getriebeschaden hin, kaputter Daumen her – Lupo hat in Dillingen bewiesen, dass ihre kölsche Energie keine Städtegrenzen kennt.
Für mich persönlich hat dieser Roadtrip aber noch etwas ganz anderes gezeigt. In Momenten wie auf diesem Autobahnparkplatz merkt man erst, was mehrere Jahre gemeinsame Bandgeschichte eigentlich bedeuten. Da gibt es kein langes Lamentieren – Lupo schaltet sofort in den „Wir-Modus“. Das blinde Verständnis füreinander war für mich fast schon greifbar: Während der eine noch die Logistik regelte, hatte der Nächste schon den Veranstalter informiert und der Dritte sortierte bereits wortlos das Equipment um. Dieser unbedingte Rückhalt sorgt für eine Dynamik, die trotz des ersten Frusts sofort zusammenschweißt.

Ich freue mich riesig darauf, euch die fünf Jungs hinter den Kulissen noch viel näher zu bringen. Schon bald werdet ihr zu den einzelnen Mitgliedern der Band ganz exklusive und tiefere Einblicke erhalten. In spannenden Interviews werde ich noch ein bisschen tiefer graben, um das Charakter-Netzwerk der Band noch besser verstehen zu können. Und natürlich teile ich alles mit euch. Der Weg zum Carlswerk am 10.10.2026 wird spannend.

Fotos © Nicci Haumann















