Statt fiere, schunkele, danze plötzlich zwei Meter Abstand – für den herzlichen, kneipenabendliebenden Kölner nicht einfach. Vor ein paar Wochen haben wir noch über die Session berichtet, zusammen in vollen Kneipen gefeiert und zu Hunderten den Nubbeloder Zacheies ist eine Strohpuppe, die von Altweiber an über der Eingangstür oder aus den Fenstern vieler Kneipen hängt. Der Nubbel hat im Kölner Karneval eine ganz besondere Funktion: Er ist nämlich der Sündenbock, der an allen Sünden schuld ist, die im Karneval begangen wurden. Ob leerer Geldbeutel, dicker Kopf, ein betrogener Partner oder das Vergessen des Alltags, der Nubbel muss dafür am Ende der Karnevalszeit büßen. Am Karnevalsdienstag um Mitternacht wird er unter lautem Geheule und Wehklagen verbrannt und damit werden nach dem Volksglauben auch die Schandtaten der letzten Tage symbolisch zu Grabe getragen. More verbrannt. Und plötzlich scheint die Welt eine andere. Die Situation ist neu und irgendwie befremdlich, dennoch habe ich nicht vor, mir von dieser Sache, die ich nunmal nicht ändern kann, die Lebensfreude nehmen zu lassen. Neben dem ganzen Driss, der faktisch auf der Hand liegt, ist nämlich auch ganz schön viel Gutes passiert. Weiter…