Warum hast du nicht ja gesagt? (Brigitte)

„Warum hast du nicht ja gesagt?“, schmettert Horst-Peter Becker ins Mikrophon, während Melanie Becker lächend über die Bühne tanzt. Ein Musical in der Flora? Nein -es ist Korpsappell des Reiter-Korps „Jan von Werth“ von 1925 e.V., bei dem zugleich das Jan und Griet Paar 2026 proklamiert wird.

 

Nach der großen Jubiläums-Session und der öffentlichen Proklamation gleich zweier Jan und Griet-Paare auf dem Chlodwigplatz hat das Reiter-Korps „Jan von Werth“  in dieser Session  Korpsappell und Proklamation erstmals vereint – und dafür die festlich geschmückte Flora als Schauplatz gewählt. Eine schöne Idee, die sich als voller Erfolg erweist.

Wie bei jedem Korpsappell markiert der Abend den Auftakt in die Session: Mitglieder, Ehepartner und Gäste freuen sich aufs Wiedersehen und auf einen stimmungsvollen Abend. Den musikalischen Auftakt bildet ein emotionales Bläsersolo und ein Medley der Korpskapelle, ehe Natascha Balzat von der Volksbühne mit ihrer bewegenden Interpretation von „Drink doch ene mit“ für Gänsehaut sorgt.

Als besondere Einstimmung auf die Proklamation haben sich die Jan von Werther etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Ein kölsches Zwiegespräch mit Figuren aus dem Hänneschentheater. Griet holt ihren Jan vom Sockel des Denkmals auf dem Alter Markt und führt ihn zu Fuß zur Flora – mit viel Witz, Charme und kölscher Seele.

Zwischendrin kommt Besuch, das designierte Dreigestirn ist eingetroffen.

Und weil es da noch „drei Fehlfarben“ gibt, werden die drei zum Ehrenleutnant ernannt und erhalten die „richtige“ Mütze – sehr zur Freude des designierten Prinzen Niklas Jüngling, der einst Tanzoffizier beim Reiter-Korps war. Mit ihnen geehrt werden Hoffriseur Mike Engels und Bauer-Adjutant Dr. Marco Hollekamp und es kann weitergehen im Programm:

Die Kinder- und Jugendtanzgruppe zieht ein – der Größe nach geordnet und mit sichtbarer Begeisterung. Für den designierten Jan ein ganz besonderer Moment, denn er ist Leiter der Gruppe und wird in dieser Session von zwei Kameraden im Team vertreten. Mit einer musikalischen Zeitreise sorgen die Pänz  für Stimmung und werden begeistert gefeiert! Für ihr Engagement erhalten mehrere Tänzer anschließend Urkunden des Festkomitees.

Nach dem Essen steigt die Spannung: Seit 1949 stellt das Reiter-Korps „Jan von Werth das Jan und Griet-Paar – das zweithöchste Paar im Kölner Karneval. In dieser Session verkörpern Horst-Peter und Melanie Becker die historischen Figuren, für die das Amt ein Lebenstraum ist. Nun wird er wahr und sie ziehen mit ihrer Entourage durch den Festsaal auf die Bühne. Mit dabei sind ihre beiden Söhne, die auch schon im Reiterkorps aktiv sind.

Auf der Bühne stehen Gabriele Gérard-Post, Präsidentin der Kölsche Madämcher, und Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn, die die Proklamation vornehmen werden. Doch zuvor hat Gabriele Gérard-Post ein bekanntes Lied umgedichtet und singt „Einmol Griet ze sin …“ Christoph Kuckelkorn holt die beidenSöhne nach vorne und betont, wie wichtig Kinder im Karneval sind. Viele heutige Funktionsträger haben nämlich ihre Karriere in Kinder- und Jugendtanzgruppen begonnen. Zabel und Apfel werden überreicht und damit sind Jan und Griet proklamiert.

 

Wer glaubt, damit sei der Akt der Proklamation beendet, täuscht sich. Das frisch proklamierte Paar überrascht mit einer musikalischen Darbietung – „Warum hast du nicht ja gesagt?“ – und sorgt für Jubel im Saal: das erste singende Jan-und-Griet-Paar in der Geschichte des Korps!  Der Saal feiert die beiden begeistert und die Jecken dürfen sich in der Session schon jetzt auf ihre Auftritte freuen.

Die beiden haben sich viel vorgenommen. Sie wollen Brücken bauen – zwischen Jung und Alt, zwischen Tradition und Zukunft. Als Leiter der Kinder- und Jugendtanzgruppe liegt es Jan besonders am Herzen, die Jugend einzubinden und die Werte des Reiter-Korps weiterzugeben. Gemeinsam möchten sie Schulen besuchen und Kindern den Karneval näherbringen – als Jan und Griet zum Anfassen.

Weil Christoph Kuckelkorn auf der Bühne steht, darf er gleich selbst eine Ehrung vornehmen: Martin Bauer wird für sein langjähriges Engagement als Tänzer und „Problemlöser“ mit dem Verdienstorden in Silber ausgezeichnet.
Und da es Kuckelkorns letzte Session als Festkomitee-Präsident ist – und die Jan von Werther ihm viel zu verdanken haben – wird auch er geehrt und zum Generalwachtmeister ernannt.
Anschließend nimmt der Korpsappell seinen gewohnten Lauf. Fähnriche werden ernannt, Beförderungen ausgesprochen, neue Mitglieder vereidigt und Menschen geehrt, die sich in besonderer Weise um das Korps und den Karneval verdient gemacht haben. Das aktive Korps zieht auf, präsentiert seine Tänze, und im Tal werden Glückwünsche an die Kameraden ausgesprochen. Die Session ist eröffnet!
Bildnachweis: Alle Fotos @Vera Drewke