Jörg Runge: Unglück ist auch harte Arbeit (Vera)
Jörg Runge feiert sein 20-jähriges Bühnenjubiläum mit neuem Soloprogramm! Ein Abend im Senftöpfchen zwischen Lachen, Nachdenken und dem Geheimnis des Glücks. Zwanzig Jahre auf den großen Karnevalsbühnen der Stadt – Gürzenich, Sartory, Maritim und Co. Zwanzig Jahre als Dä Tuppes vom Land, den das Kölner Publikum kennt und liebt. Und dann? Dann sagt Jörg Runge: Jetzt wird’s Zeit für etwas Neues.

(c) by Vera Drewke
Seit Juni hat der Karnevals-Bühnenprofi ein Soloprogramm im Gepäck, mit dem er auch außerhalb der jecken Tage unterwegs sein will. Der Titel ist Programm: „Unglück ist auch harte Arbeit.” Denn Jörg Runge ist nicht nur Entertainer – er ist auch Happiness Trainer, Coach und Redner. Ein Mann, der sich beruflich damit beschäftigt, wie wir mit den Dingen umgehen, die uns runterziehen, und wie wir uns mehr von dem ins Leben holen, was uns glücklich macht.

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Den Auftakt machte er gestern Abend im Senftöpfchen – und ich war dabei, natürlich mit meiner Kamera.

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Das Senftöpfchen ist ein Ort, den man einfach mögen muss. Die Atmosphäre ist warm, die Nähe zum Publikum spürbar, der Saal klein genug, um wirklich Teil des Abends zu sein. Als Fotografin ist es allerdings eine echte Herausforderung: Man kommt nicht ungesehen überall hin, die Wege sind eng, und unentdeckt bleibt man selten lange. Aber genau das macht es auch irgendwie besonders – man ist mittendrin, nicht drumherum.

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Jörg Runge betrat die Bühne in seiner vertrauten Tuppesjacke – und legte sie sofort wieder ab, um sich ein „seriöses“ Outfit überzustreifen. Eine kleine, aber deutliche Geste. Er wollte von Anfang an klarstellen: Das hier ist kein Karnevalsprogramm, keine Reimrede. Das ist Jörg Runge, der Mensch und Künstler, mit einem eigenständigen Abend. Die Tuppesjacke wanderte an die Garderobe – die die ganze Zeit sichtbar auf der Bühne stand, als stiller Hinweis auf das Fundament, aus dem dieser Abend gewachsen ist.

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Das Programm ist zweigeteilt, zwei Blöcke à etwa 45 Minuten mit einer kurzen Pause dazwischen. Und es ist mehr als Comedy: Runge stellt dem Publikum die Frage, was denn Glück überhaupt bedeutet. Was macht uns glücklich? Aus welchen Momenten des Alltags lässt es sich ziehen? Im Saal scheinen echte „Glücksprofis“ zu sitzen.

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Die Erkenntnis am Ende des Abends war so einleuchtend wie wenig überraschend: Humor ist eine der verlässlichsten Brücken zum Glück. Und wer in Köln lebt, hat da einen strukturellen Vorteil. Der Karneval – diese kollektive Erlaubnis, einfach jeck zu sein, mitten in der Woche rauszugehen, Alltag und Pflichten kurz beiseite zu legen – ist eben nicht bloß Brauchtum. Er ist Glückspflege. Rheinisches Naturell als Ressource, sozusagen.

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Als Kölnerin und Fotografin im Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. More, kann ich das nur unterschreiben und bin wirklich glücklich, das alles erleben zu dürfen.

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Zum Abschluss streifte Runge dann wieder die Tuppesjacke über – ein Augenzwinkern ans Publikum, ein Dankeschön an die eigene Geschichte. Den Flip Flop Jupp gab’s obendrauf, ein bisschen Stimmung, ein bisschen Musik, bevor der Abend ausklang.

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Lieber Jörg, dein erster Abend mit einem brandneuen Soloprogramm: top! Aber ehrlich gesagt hatte ich da auch keine Bedenken – Ich wünsche dir viele ausverkaufte Abende, viele Menschen, die nach Hause gehen und ein bisschen glücklicher sind als vorher. Ich bin es jedenfalls und freue mich auf den zweiten Abend im Senftöpfchen am 05.06.2026 (einige wenige Tickets gibt es für die Zusatzshow noch).

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Fotos ©Vera Drewke












