Bitte den Selfie Timer ausstellen (Brigitte)

Es ist Halbzeit: Nach rund 200 der insgesamt 420 Terminen ist es gute Tradition, dass das Kölner Dreigestirn in einer Pressekonferenz in der Hofburg von seinen persönlichen Eindrücken und Höhepunkten der laufenden Session berichtet.

„Normalerweise tragen wir um diese Uhrzeit schon das Ornat und starten in den Tag“, berichtet Prinz Niklas I. Einen wirklichen Alltag gebe es jedoch nicht – jeder Tag sei anders und bringe neue Termine mit sich. Tagsüber stehen zahlreiche soziale Besuche auf dem Programm, abends ist das Dreigestirn auf den großen Bühnen der Stadt unterwegs. „Unser Auto ist ein rollendes Zuhause geworden“, erzählt der Prinz. Hier finde das Dreigestirn einen geschützten Ort, um Auftritte Revue passieren zu lassen oder sich auf den nächsten Termin vorzubereiten.

 

420 Termine sind ein echtes Mammutprogramm. Der härteste Tag ist in dieser Session aber nicht Weiberfastnacht mit 17 Terminen,  sondern liegt bereits hinter ihnen. Am vergangenen Samstag absolvierte das Dreigestirn 18 Termine – vom Biwak der Luftflotte am Morgen bis zur Kostümsitzung nach Mitternacht.

 

Trotz aller Anstrengung lebt Prinz Niklas I. seinen Kindheitstraum. „Es gibt unzählige schöne Momente, und ich genieße jeden einzelnen“, sagt er. Besonders bewegend war für ihn die ZDF-Mädchensitzung, zu der auch die Partnerinnen des Dreigestirns eingeladen waren. Als bei der Ostermann-Revue „Einmal am Rhein“ erklang, stieg er ins Publikum hinab und tanzte mit seiner Freundin Katrin Walzer. Emotional war auch der Besuch der Palliativstation – hier wurde deutlich, wie viel Kraft und Freude das Dreigestirn schenken kann. Ein ganz persönlicher Wunsch ging ebenfalls in Erfüllung: der Besuch seiner Mutter an ihrem Arbeitsplatz bei Radio Erft.

Bauer Clemens sind vor allem die Eindrücke der zurückliegenden Blindensitzung nachhaltig im Gedächtnis geblieben. Ihn habe beeindruckt, welche Kraft das Ornat ausstrahle und wie intensiv die Menschen diese wahrnehmen. „Die Menschen tragen einen durch die Stadt. Sie lieben ihr Dreigestirn und freuen sich“, erzählt er. Ein persönliches Highlight war für ihn der Besuch einer Abordnung von Vereinen aus seinem Geburtsort Effeld am Niederrhein.

Für Jungfrau Aenne gehörte der Besuch der Grundschule seiner Töchter, der GGS Spoerkelhof in Rheinkassel, zu den schönsten Momenten der Session. Da die Schule keine Turnhalle besitzt, fand der Empfang im Pfarrsaal statt, begleitet von einem Kölsch-Chor. Seine Töchter seien unglaublich stolz auf ihren Papa gewesen. Ebenso groß war die Freude über den Tollitätenempfang im eigenen Wohnort Rheinkassel.

Natürlich gibt es in jeder Session auch weniger angenehme Seiten. Für Bauer Clemens ist vor allem die lange Trennung von der Familie schwerer als zunächst gedacht – inzwischen hat er jedoch einen Weg gefunden, besser damit umzugehen. Prinz Niklas I. wünscht sich manchmal etwas mehr Distanz: „Ein einfaches ,Bitte‘ könnte schon hilfreich sein.“ Jungfrau Aenne hat eine ganz konkrete Bitte: Android-Nutzer mögen doch bitte den Selfie-Timer ausschalten, damit nicht alle paar Sekunden in die Kamera gelächelt werden muss. Fotowünsche werden dennoch stets gerne erfüllt.

Schon zur Halbzeit haben die drei Tollitäten so viele besondere Erlebnisse und Überraschungen erfahren – etwa den spontanen Besuch des Prinzenschwofs, bei dem Niklas I. das Mikrofon symbolisch an „Marie“ Sandra Wüst übergab, oder die gemeinsamen Auftritte mit dem Kinderdreigestirn –, dass sie voller Freude und Zuversicht auf die zweite Hälfte der Session blicken.

Fotos ©Vera Drewke