Ein Tropfen Hoffnung: „Zäng ussenander“ live in Köln (Sarah)
Letzten Donnerstag fand in Die Wohngemeinschaft ein ganz besonderer Abend statt: der Podcast „Zäng ussenander“ live! Moderatorin Marie Knäpper hatte spannende Gästinnen eingeladen, um über ein Thema zu sprechen, das aktueller kaum sein könnte: Hoffnung. Und darüber, wie man sie bewahren, und vielleicht sogar verbreiten kann.

Der Podcast „Zäng ussenander“ entstand aus dem Projekt der Kölner Initiative Arsch huh, die bereits in den 1990er-Jahren von kölschen Künstler:innen ins Leben gerufen wurde, um ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu setzen.
Seit September vergangenen Jahres führt die sympathische Marie Knäpper durch das Format, das Raum für Gespräche über Politik, gesellschaftliche Themen und Zusammenhalt schafft. Dabei dürfen ein Fünkchen Chaos und Humor nicht fehlen. Ihre Gäste kommen aus Musik, Medien, Politik und Literatur. (Die Kölner Kulturszene ist selbstverständlich auch vertreten.)

Im Theater des stimmungsvollen Lokals an der Aachener Straße fanden sich 44 bunt gemischte Menschen zusammen. Die Atmosphäre war intim und entspannt und zugleich ausgelassen.

Zwischen Gesprächen, Musik und kleinen Details wie verteilten Keksen entstand schnell ein echtes Wohnzimmergefühl. Dementsprechend entfaltete sich auch das Gespräch.

Das Motto des Abends lautete: „Ein Tropfen Hoffnung“. Ein fast lyrisch anmutender Titel, der perfekt zur Stimmung und zu den Gästinnen des Abends passte. Neben Marie saßen nämlich Melanie Raabe und Anette Dowideit auf der Bühne. Beide waren bereits im Podcast zu hören und kehrten für diesen besonderen Abend zurück.

Melanie Raabe ist Bestseller-Autorin. Sie brachte eine literarische und sehr emotionale Perspektive auf das Thema Hoffnung mit. Sie verriet, dass sie ihre Bücher mit einem Lichtschimmer versetzt, um ihre Leser:innen nicht traurig oder hoffnungslos zurückzulassen. Die wortgewandte Wahlkölnerin schilderte besonders eindrücklich, wie viel Mut und Halt ihr die Demonstrationen in Köln 2024 gegeben hätten, als sie selbst mit einem Schreibstipendium in Italien weilte. Selbst durch den Fernseher wurde ein Gefühl vom Kölner Zusammenhalt transportiert.

Die gebürtige Kölnerin Anette Dowideit brachte als Chefredakteurin von CORRECTIV eine journalistische Perspektive auf das Thema ein. Sie und ihr Team haben es sich zur Aufgabe gemacht, gesellschaftliche Missstände sichtbar zu machen, ohne dabei zu resignieren. Hoffnung bedeute hier nicht Wegsehen, sondern Hinsehen, Aufklären und Handeln. Um dem auch positive Perspektiven entgegenzusetzen, veröffentlicht CORRECTIV inzwischen Formate, die bewusst konstruktive und hoffnungsvolle Nachrichten in den Fokus rücken; ein Hoffnungsschimmer am Tag.
Von Marie höchstpersönlich eingeladen, sorgte die Kölner Newcomer-Band Frieda für die musikalischen Zwischentöne. Mit ihrem herzerwärmenden Indiesound und tiefgründigen Texten unterstrichen sie das Thema des Abends. Ein Genuss für die Seele.

Mit Wissen, Witz und Weisheit näherte sich das fantastische Trio der Frage, wo Hoffnung in scheinbar hoffnungslosen Zeiten zu finden ist. Und das alles mit echten Lachern und klugen Gedanken. Auch die Lyrik kam nicht zu kurz; gemeinsam erschufen die Anwesenden unbeabsichtigt Poesie. Ein weiteres Highlight.

An diesem Abend entstand sicher nicht nur ein Tropfen Hoffnung, sondern beinahe ein ganzer Fluss. Fast so groß wie der Rhein.
Wer sich selbst einen Tropfen Hoffnung abholen möchte, findet den Podcast auf den gängigen Plattformen.

Und wer mehr über Appsolut Jeck erfahren möchte, uns gibt es nicht nur zu lesen, sondern auch als Podcast!
Fotos ©Sarah Gawlik












