Tanzen, feiern, spenden: Das Don Bosco Benefizfestival

Zum Hintergrund des Don Bosco BenefizfestivalsBamshela ist ein südafrikanischer Ort, rund 50 Kilometer Luftlinie von der Hafenstadt Durban entfernt. Genau dort liegt das Waisenhaus-Projekt, für das sich der Pfadfinderleiter Wolfram „Wolle“ Reichertz seit über 20 Jahren engagiert.

Alles begann 2003, als er die Gründerin Dorothee Boecker kennenlernte. Geplant war ein großes Hilfsprojekt mit Waisenhaus, Krankenstation und AIDS-Aufklärung. Nach seinem ersten Besuch vor Ort im Jahr 2004 reiste Reichertz regelmäßig nach Südafrika. Während er anfangs noch selbst beim Bau der Gebäude mit anpackte, schaut er heute nach dem Rechten, prüft den Einsatz der Spenden und berichtet zu Hause von den Fortschritten. 

Um das nötige Geld für das Projekt zu sammeln, wurden die Königsdorfer Pfadfinder in der Heimat aktiv. Was anfangs mit kleinen Aktionen wie Plätzchenverkäufen nach der Kirche begann, entwickelte sich schnell weiter. Im Jahr 2007 organisierten sie das erste Benefizkonzert und aus dem resultierenden Erfolg entstand eine feste Tradition: Fast jedes Jahr stellen sie mit viel Herzblut ein Konzert auf die Beine. Über die Jahre kamen so rund 32.000 Euro an Spenden zusammen. Mit dem Geld konnten in dem Waisenhaus wichtige Dinge wie Schlafräume, Toiletten, eine Wasserversorgung, ein Schulbus und eine Industrie-Waschmaschine finanziert werden. 

In diesem Sommer ist die Aktion nun so groß wie nie zuvor: Vom 10. bis 12. Juli wuchs das traditionelle Konzert erstmals zu einem dreitägigen Open-Air-Festival heran. Bekannte kölsche Bands wie Lupo, Planschemalöör und King Loui spielten ohne Gage, um ein neues, wichtiges Spendenziel zu unterstützen: Das Waisenhaus braucht dringend eine große Photovoltaikanlage. 

Mein Besuch am Festival-Samstag

Am Samstag, dem 11. Juli, habe ich mir das Event selbst vor Ort angeschaut. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass das großartige Line-Up – und das ganz ohne Eintritt – keinen Reiz auf mich ausgeübt hätte. Bei hochsommerlichen 31 Grad machte ich mich auf den Weg nach Königsdorf zum JuMa (Jugendmagnet). 

Auf dem überschaubaren Platz war alles für ein perfektes Open Air hergerichtet. Für so ein kleines Festival wurde richtig was geboten: Die Wege zu kühlen Getränken waren kurz, und neben den Klassikern Bratwurst und Pommes gab es auch Pizza und Crêpes. Man konnte es sich bei Speis und Trank gutgehen lassen und dabei ein Line-Up genießen, welches man sonst nur aus der Karnevals-Session und für üppige Eintrittsgelder kennt.

Als ich gegen 18 Uhr auf dem Gelände eintraf, ging gerade die Band Aluis auf die Bühne. Endlich, denn bei den letzten Gelegenheiten hatte ich die Jungs immer verpasst. Obwohl die Hitze dem Publikum zu schaffen machte, steckte die Band den Platz sofort mit ihrer guten Stimmung ausgiebig an. Immer mehr Besucher trauten sich aus dem Schatten vor die Bühne, um sich mitreißen zu lassen – für mich ein hervorragender Auftakt.

Stimmung auf dem Höhepunkt

Und das war erst der Anfang. Auf dem Programm standen an diesem Abend unter anderem noch Planschemalöör,  Lupo und King Loui. Bis etwa 22 Uhr blieb das Stimmungsbarometer ganz oben. Es wurde friedlich, ausgelassen gefeiert und vor allem getanzt. 

Die Stimmung auf dem Gelände war durchweg positiv und freundlich. Die Menschen haben aufeinander geachtet, sich Platz gelassen und trotz der hohen Temperaturen gemeinsam geschunkelt.

Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass jeder Cent auf diesem Event einem Waisenhaus in Südafrika zugutekommt, fühlte sich der Abend absolut rund an. Ich kann für dieses Event eine ehrliche und herzliche Empfehlung aussprechen – auch wenn ich nur an einem von drei Tagen da war. 

Denn auch das restliche Programm war absolut familienfreundlich. Der Sonntag wurde schließlich ganz den Kindern gewidmet. Mit Kinderschminken, einer Hüpfburg, einer Trommelshow und – wie an jedem Festivaltag – viel Live-Musik kamen auch die jüngsten Besucher voll auf ihre Kosten. Wer hier mitfeierte, wusste genau, dass jeder Cent direkt den Kindern in Südafrika hilft.

Bildnachweis: Fotos ©BKB/Nicci Haumann