Fastelovend Ferkeet (Brigitte)
Jedes Jahr in der Session laden die Freunde und Förderer des kölnischen BrauchtumsDas ist ein Verein engagierter Kölner Bürgern, die den Karneval in seiner ursprünglichen Form unterstützen und damit kölsche Traditionen und Bräuche fördern. Deshalb ist er besonders in Kindergärten, Schulen und örtlichen Vereinen aktiv. Neben dem Sternmarsch an Karnevalsfreitag und den Schull- un Veedelszöch am Karnevalssonntag veranstaltet er zum Beispiel jedes Jahr in Zusammenarbeit mit dem Schulamt eine Schulsitzung mit dem Namen „Jecke Tön för jecke Pänz“, bei der Pänz aus allen Schulformen mit Büttenreden, Sketchen, Clownakrobatik, Jonglage, Musikdarbietungen und Tanzvorführungen auf der Bühne. More an einem Sonntag Vormittag in die Philharmonie zu einer ganz besonderen Matinee ein: Fastelovend Ferkeet. Wo vielleicht am Abend zuvor noch klassische Musik oder Jazz zu hören gewesen war, wird nun gesungen, im Takt geklatscht und geschunkelt. Aber was ist daran eigentlich „ferkeet“ (für den ImiImi ist ein Kölner Bürger, der nicht in Köln geboren ist. Nach strenger Definition gilt als echter Kölner nur, wer in 3. Generation in Köln geboren wurde. Imi leitet sich „enne imiteete Kölsche“ (ein imitierter Kölner) ab. More: verkehrt)?

Die Philharmonie war gut gefüllt, überall sah man dezent verkleidete Jecken. Fastelovend Ferkeet hat längst ein Stammpublikum, das sich Jahr für Jahr auf diese außergewöhnliche Matinee freut – und ganz nebenbei mit seinem Eintrittsgeld auch noch Gutes tut. Doch dazu später. Bernhard Conin, Präsident der Freunde und Förderer des kölnischen Brauchtums freute sich in seiner Begrüßung denn auch über den großen Zuspruch und übergab die Moderation an Natalie Bergdoll. In herrlichem Kölsch führte sie durch das Programm und würdigte jeden einzelnen Künstler ausführlich für seine Darbietungen. So viel Wertschätzung hört man selten im Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. More.

Bei Fastelovend Ferkeet, gibt es keine Tuschkapelle. Stattdessen spielte die Stadtkapelle Köln, ein traditionsreiches Blasorchester, das unter anderem mit einer Ostermann-Revue anlässlich des 150. Geburtstags des Künstlers begeisterte. Außerdem durften die Jecken eine echte Uraufführung erleben: Kapellmeister Sven-Christian Kinne präsentierte eine neue Komposition, zusammengesetzt aus den Märschen aller neun Traditionskorpsist eine Ehrenbezeichnung. Zum Traditionskorps wird eine Gesellschaft vom Festkomitee-Praesidenten ernannt, weil sie sich mit ihrer Brauchtumsförderung in den historischen Uniformen um den Karneval verdient gemacht hat. Derzeit gibt es im Kölner Karneval neun Traditionskorps: die Roten und die Blauen Funken, die Ehrengarde, die Nippeser Bürgerwehr, die Bürgergarde blau-gold, die Prinzengarde, die Altstädter, der Treue Husar und das Reiterkorps Jan von Werth. More.

Schon mit dem ersten Programmpunkt wurde klar: Das ist keine normale karnevalistische Veranstaltung. Hier treten Künstler – aus dem Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. More oder auch nicht – auf, die singen, lesen oder vortragen, was mit Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. More im klassischen Sinne oft nur wenig zu tun hat. Eben Fastelovend Ferkeet.

Gerd Köster gehört sicher zu den Künstlern, die man im Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. More kaum sieht. Was er an diesem Vormittag jedoch vortrug, war ganz großes Kino: Mit seiner unverwechselbaren kölschen Stimme und einer beeindruckenden Bandbreite von schrill bis ganz tief las er das Gedicht „Et Jroschegrab“ von Christian Thill aus dem Jahr 1910 – eine bissige Schilderung eines Nachbarschaftsstreits unter Kranbäumen.

Michael Kuhl, als Musiker oft im Fastelvend unterwegs, zeigte sich in der Philharmonie von seiner anderen Seite. Gemeinsam mit dem Pianisten Frank Buohler berührte er das Publikum mit seinem autobiografischen Song „Ich bin nur ne kleene Trötemann“ – ein Lied, das ans Herz ging. Um dann später gemeinsam mit seinem Kontrabass-Kollegen aus dem fernen Brandenburg eine jazzige Version vom „Treuen Husaren“ zu spielen (das Neil Armstrong 1959 auf den Jazz Open als „The Faithful Hussar“ erstmals vorgetragen hatte).

Ostermann auf Holländisch? Ja, das geht – wie die Kallendresser eindrucksvoll zeigten. Die Kölner Mundartgruppe ist für ihre Pflege alter, traditioneller kölscher Lieder bekannt. Bei Fastelovend Ferkeet jedoch war alles anders: Ostermann-Potpourris mit „verkehrten“ Texten oder eben ein Ostermannlied auf Holländisch.

Mit ihrer ganz eigenwilligen Interpretation kölscher Klassiker brachten auch Thekenterzett – Heiner Evering, Steffi Everding und Winston Friday – das Publikum zum Schunkeln und Mitsingen. Selbst dann, wenn man zwischendurch augenzwinkernd ein Lied mitsang, in dem eine Textzeile behauptet, dass „Schunkeln eigentlich scheiße“ sei.

Zum Schluss hielt dann doch noch der „richtige“ Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. More Einzug – in Gestalt des Kinderdreigestirns mit PrinzDer Prinz Karneval ist der höchste Repräsentant des Kölner Karnevals. und wird vom Bauer und der Jungfrau begleitet. Sein Ornat ähnelt der Robe früherer hoch gestellter Adeligen. Der Prinz trägt ein weißes Unterkleid, darüber einen prächtigen mit Mantel mit Hermelinbesatz, Pluderhosen, weiße Strumpfhosen und rote Schuhe, wie sie früher die Könige und Päpste trugen. Auf dem Kopf hat er einen Hut mit vier Fasanenfedern. Die Farben haben eine besondere Bedeutung: Die weiße und die rote Feder stehen für die Stadt Köln, die gelbe für die Kirche und die grüne für die Menschen. Als Insignie erhält er eine Pritsche. Si... More Linus II., BauerDer Bauer ist teil des Kölner Dreiugestirns. „Seine Deftigkeit“ symbolisiert die Wehrhaftigkeit der alten Reichsstadt Köln. Der Bauer geht auf eine historische Figur zurück. 1288 besiegten die Kölner Bürger den Erzbischof in der Schlacht von Worringen und regierten von da an in Köln. Unter ihnen soll auch der Bauer gewesen sein, der mit dem Dreschflegel kämpfte und die Stadtschlüssel am Arm trug. Der Bauer ist immer der Stärkste im Dreigestirn und muss die Stadt beschützen. Deshalb trägt er einen Hut mit 125 Pfauenfedern auf dem Kopf. Der ist sehr schwer und wiegt 1,6 Kilogramm. Die Pfauenfedern stehen für die Unst... More Jonathan und JungfrauDie Jungfrau, „Ihre Lieblichkeit“, ist als beschützende Mutter Colonia Teil des Kölner Dreigestirns. Sie trägt ein Gewand wie die römische Stadtgründerin Agrippina und eine Krone, die wie eine Mauerkrone aussieht. Sie steht als Zeichen dafür, dass die Kölner Stadtmauer nicht erobert werden kann. Bei der Proklamation erhält die Jungfrau einen Spiegel, den sie den Jecken vorhalten kann, wenn diese sich nicht an die Regeln halten. More Phili. Hochprofessionell präsentierten sie ihre Rede und ihr Sessionslied „AlaafAlaaf ist das wichtigste Wort im Kölner Karneval, Schlachtruf aller kölschen Jecken und wird ständig und immer dreimal gerufen. – Mer dun et för Kölle“.

Warum also Fastelovend Ferkeet? Das wurde ganz am Ende deutlich, als Bernhard Conin Alfred Wendel, den neuen Geschäftsführer der Philharmonie, auf die Bühne bat. Dieser überreichte einen Scheck über 20.000 Euro.

Alle Künstler verzichten auf ihre Gage, sodass der Reinerlös der Veranstaltung den Schull- un Veedelszöchist der Umzug von jeweils rund 50 Veedelsvereinen und Schulen unter der Schirmherrschaft der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtum am Karnevalsonntag. In ihren bunten Kostüme ziehen sie zusammen mit zahlreichen Musikkapellen von der Severinstorburg auf dem Weg des Rosenmontagszuges durch die Stadt. More zugutekommt und zur Finanzierung der Musikkapellen im Zug beiträgt. Nachdem die Organisatoren im vergangenen Jahr auf die schwierige finanzielle Lage aufmerksam gemacht und sogar das Aus der Zöch angedroht hatten, löste dies eine enorme Spendenwelle in der Kölner Karnevalscommunity und Stadtgesellschaft aus. Denn die Schull- un Veedelszöchist der Umzug von jeweils rund 50 Veedelsvereinen und Schulen unter der Schirmherrschaft der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtum am Karnevalsonntag. In ihren bunten Kostüme ziehen sie zusammen mit zahlreichen Musikkapellen von der Severinstorburg auf dem Weg des Rosenmontagszuges durch die Stadt. More sind das Herz des Fastelovends.
Wie schön, dass es Fastelovend Ferkeet schon seit vielen Jahren gibt – als feste Konstante dieser Finanzierung. Eine Veranstaltung abseits des Mainstreams, mit einem Publikum, das zuhört, sich begeistern lässt, mitklatscht und mitsingt.

Bildnachweis: Alle Fotos ©Vera Drewke, @BKB













