Der Neubau am Historischen Sachsenturm (Ulla)
Mit ehrenamtlichem Engagement „künne för de Funke blau-wieß Dräum widder blöhe“! Die Kölner Funken Artillerie blau weiß von 1870 e. V. (KFA) hat am 22. September 2025 mit einem umfangreichen Festprogramm ihren Neubau am Historischen Sachsenturm feierlich eingeweiht.

Von der ersten Idee bis zur endgültigen Realisierung des Projekts vergingen lange 13 Jahre. In dieser Zeit mussten zahlreiche Hürden und Widerstände überwunden werden – eine Leistung, die vor allem durch viel Engagement und ehrenamtlichen Einsatz möglich wurde. Die Finanzierung von nahezu 5,5 Millionen Euro gelang dank der Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, der NRW-Stiftung, der Kämpgen-Stiftung, der Stadt Köln sowie durch großzügige Spenden aus den Reihen der Blauen Funken und der Kölner Stadtgesellschaft.

Diese enorme Aufgabe hat der „Gemeinnützige Bauverein Sachsenturm e. V.“ unter der Leitung seines jetzigen Präsidenten Michael Müller gestemmt. Nach dem plötzlichen Tod von Peter Griesemann im Jahr 2022 übernahm Michael Müller das Präsidentenamt und setzte dessen Vision fort. Björn Griesemann, Präsident der Blauen Funken, erinnerte daran, dass sein Vater dieses Projekt mit viel Herzblut über neun Jahre hinweg beharrlich verfolgt hatte.

Mit dem aufwendigen Neubau soll der Sachsenturm, das Domizil der Blauen Funken, zukunftsfähig gemacht werden.

Den Architekturwettbewerb gewannen „Anderhalten Architekten und ifb Ingenieure Berlin“, die ihre Gestaltung konsequent an den vorgegebenen Bedingungen ausrichteten. Zur Seite der Ringe hin nimmt das Gebäude mit seiner geschlossenen, strengen und fast abweisenden Fassade optisch den Fortifikationscharakter der mittelalterlichen Stadtmauer auf. Dieser Eindruck wird durch eigens angefertigte, dunkle Glassteine verstärkt, die im oberen Fassadenbereich die Illusion großer Basaltquader der historischen Mauer erzeugen.

Im Gegensatz dazu ist die Fassade zur Stadtseite hin weit geöffnet. Die monumentalen Fenster im Obergeschoss sowie die durchfensterten Arkaden im Erdgeschoss verleihen dem Gebäude einen großzügigen und einladenden Charakter. Die hellen Räume strahlen durch die warmen Farbtöne – das Sandsteingelb der Betonaußenschale, das Braun der Holzverkleidung und der Goldton der Fensterrahmen – eine angenehme Atmosphäre aus.
Der 32 × 8 Meter große Bau beherbergt im Keller und Erdgeschoss die Wirtschaftsräume sowie die Sanitäranlagen und eine moderne Küche. Die Büroräume befinden sich in der dritten Etage. Ein kleiner Saal für 80 Personen ist ebenerdig zugänglich. Darüber erstreckt sich der große Saal für nahezu 200 Personen über zwei Etagen; hier befindet sich auch die Verbindung zum Historischen Sachsenturm. Ein Fahrstuhl sorgt für Barrierefreiheit.

Mit diesen Räumlichkeiten wird der mittelalterliche Bau entlastet, denn in einem zukünftigen Bauvorhaben sollen dort die alte Küche und das Geschäftszimmer entfernt werden. Dieser Zweck führte wohl zu dem technisch anmutenden Begriff „Entlastungsbau“, der dem Neubau jedoch in keiner Weise gerecht wird. Zu Recht bat der Stadtkonservator Dr. Thomas Werner in seinem Grußwort zur Einweihung darum, nie wieder von „Entlastungsbau“ zu sprechen.

So nannte Christoph Kuckelkorn, Festkomitee-Präsident und Blauer Funk, das Gebäude eine „Kathedrale des Frohsinns“. Als Dank für sein unermüdliches Engagement übergab er Michael Müller einen Ordenwerden auch im Karneval als Anerkennung für besondere Verdienste verliehen. Freunde und Förderer der Gesellschaften, Künstler, illustre Gäste und edle Spender werden mit Orden ausgezeichnet, aber auch jeder Jeck kann sich selber einen Sessionsorden kaufen. Sollten Orden in den Anfängen einmal die Ordensflut der preußischen Obrigkeit persiflieren, sind sie inzwischen zu begehrten Sammlerobjekten geworden. Denn die Karnevalsgesellschaften haben den Ehrgeiz, jedes Jahr künstlerisch wertvolle und aktuelle Exemplare zu entwickeln, und so gibt es in jeder Session eine Vielzahl an bunt schillernden Orden. Besonders begehrt ist die P... More aus dem Nachlass seines verstorbenen Vaters Fro Kuckelkorn. Dieses Kleinod war eigens für den Präsidenten der Blauen Funken angefertigt worden. In seinem Zentrum ist die Ansicht des Sachsenturms von der Stadtseite aus dargestellt. Zukünftig soll er der Ordenwerden auch im Karneval als Anerkennung für besondere Verdienste verliehen. Freunde und Förderer der Gesellschaften, Künstler, illustre Gäste und edle Spender werden mit Orden ausgezeichnet, aber auch jeder Jeck kann sich selber einen Sessionsorden kaufen. Sollten Orden in den Anfängen einmal die Ordensflut der preußischen Obrigkeit persiflieren, sind sie inzwischen zu begehrten Sammlerobjekten geworden. Denn die Karnevalsgesellschaften haben den Ehrgeiz, jedes Jahr künstlerisch wertvolle und aktuelle Exemplare zu entwickeln, und so gibt es in jeder Session eine Vielzahl an bunt schillernden Orden. Besonders begehrt ist die P... More der Präsidenten des Bauvereins sein.

Regimentspfarrer Mike Kolb sprach für den Bau und den neuen Blaue Funken Adler den Segen aus. Imposant prangt an der Nordseite des großen Saals das 500 Kilogramm schwere und 2 x 2 Meter große Wappentier der KG über den Köpfen der Gäste.

Für das bevorstehende Bauprojekt im mittelalterlichen Funkenturm überreichten die Traditionskorpsist eine Ehrenbezeichnung. Zum Traditionskorps wird eine Gesellschaft vom Festkomitee-Praesidenten ernannt, weil sie sich mit ihrer Brauchtumsförderung in den historischen Uniformen um den Karneval verdient gemacht hat. Derzeit gibt es im Kölner Karneval neun Traditionskorps: die Roten und die Blauen Funken, die Ehrengarde, die Nippeser Bürgerwehr, die Bürgergarde blau-gold, die Prinzengarde, die Altstädter, der Treue Husar und das Reiterkorps Jan von Werth. More des Kölner Karnevals dem Präsidenten der Blauen Funken, Björn Griesemann, einen Spendenscheck in Höhe von 30.000 Euro.
Die neuen Räumlichkeiten sollen laut Michael Müller nicht nur der Gesellschaft für Veranstaltungen wie die Korpsapelle oder Senatsabende zur Verfügung stehen. Mit dem offenen Nutzungskonzept wird das Gebäude auch anderen Vereinen, Institutionen und Privatpersonen zur Miete angeboten. Zudem ist es inzwischen ein offizieller Trauort der Stadt. Paare können sich hier aber nicht nur trauen lassen, sondern auch ihre Hochzeit direkt vor Ort feiern. Für die Bewirtung bei Veranstaltungen stehen vier Caterer bereit.

Dank seiner ausgezeichneten Akustik ist der Saal außerdem ein idealer Ort für Konzerte und andere Musikveranstaltungen. Michael Kuhl und J. P. Weber – beide Blaue Funken – gaben den Gästen mit ihren Liedern einen ersten Eindruck von den Möglichkeiten des Raums und sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre.
Fotos ©Joachim Badura bis auf Erweiterungsbau, Christoph Kuckelkorn. Pfarrer Mike Kolb: ©Blaue Funken













