1. Schwestern-Appell von Agrippinas Töchtern (Ulla)

Die vier Damengesellschaften von Agrippinas Töchtern – Colombina Colonia e. V., Schmuckstückchen 2008 e. V., KG De Kölsche Madämcher e. V. und die 1. Damengarde Cöln 2014 e. V. – veranstalteten im Hotel Pullman ihren ersten Schwestern-Appell.

 

Im Jahr 2018 gründeten diese vier größeren, dem Festkomitee angehörenden Damengesellschaften den Zusammenschluss Agrippinas Töchter. Ziel war es, ihre Kräfte zu bündeln, die Brauchtumspflege mit den unterschiedlichen Ausrichtungen der Gesellschaften im Kölner Karneval um neue Facetten zu bereichern und den weiblichen Aspekt zu stärken.

Bei der Namensgebung griff man bewusst auf die Stadtmutter Kölns, Kaiserin Agrippina die Jüngere, zurück, die 15 n. Chr. in Köln geboren wurde. Im antiken Namen der Stadt, Colonia Claudia Ara Agrippinensis, spiegelt sich der Bezug zu dieser damals mächtigen Frau des römischen Imperiums wider. Lange Zeit nannten sich die Kölner Agrippinenser. Auf diese starke, wenn auch nicht unumstrittene Persönlichkeit nehmen Agrippinas Töchter Bezug.

Neben der Brauchtumspflege engagieren sich Agrippinas Töchter auch für krebskranke Frauen. Sie unterstützen diese während der Therapie und helfen, nach der Chemotherapie Zweithaar zu finanzieren. Zu diesem Zweck wurde der Verein Agrippinas Herzenssache e. V. gegründet. Die Erlöse aus Sitzungen, Charity Walks („En kölsche Promenad“) rund um das RheinEnergieStadion, dem Verkauf von Orden und Pins sowie aus Spenden kommen den betroffenen Frauen zugute.

Der Schwestern-Appell diente dazu, dass sich die Mitglieder der Gesellschaften zu Beginn der Session austauschen und sich persönlich besser kennenlernen konnten.

In ihrer Begrüßung betonten die vier Präsidentinnen – Ursula Brauckmann (Colombina Colonia), Rüya Gazez-Krengel (Schmuckstückchen), Gabriele P. Gérard (De Kölsche Madämcher) und Barbara Brüninghaus (1. Damengarde Cöln) –, dass diese Veranstaltung nicht nach dem Vorbild der Korps-Appelle der Traditionsgarden ablaufen würde. Da es bei den Damengesellschaften, mit Ausnahme der Damengarde, keine Dienstgrade gibt, würden auch keine Ernennungen stattfinden.

Die Damen wiesen zudem auf einen Stand der DKMS Köln hin, der in einem Nebenraum aufgebaut war. Dort konnten sich die Gäste über Knochenmarkspenden und den Kampf gegen Blutkrebs informieren.

Im Saal, der einen großartigen Blick über die Stadt und zum Dom bot, waren große Stehtische aufgestellt. Da auf eine feste Tischordnung verzichtet wurde, fiel es den Gästen leichter, die Position zu wechseln und miteinander in Kontakt zu treten.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte DJ Henry (Heinz Cöllen).

Ein kleiner Wettstreit wurde ebenfalls veranstaltet. Vier Teams, jedes mit vier Frauen aus den verschiedenen Vereinen gemixt, traten gegeneinander an. Sie mussten ihr musikalisches Wissen unter Beweis stellen. Jedes Team hatte die Aufgabe, fünf Karnevalslieder zeitlich richtig einzuordnen und Titel und Interpreten zu erraten. Das Team mit den meisten richtigen Antworten gewann. So erlebte das Publikum eine musikalische Zeitreise. Einige Titel sang Eva Soujon, begleitet von ihrer Gitarre, in voller Länge. Natürlich sangen alle aus vollem Herzen mit. Dabei bewies Eva, dass sie über ein erstaunlich breites Repertoire verfügt. Eva, Mitgründerin und langjähriges Mitglied der Band Pläsier, startete Ende 2024 ihre Solokarriere. Seit kurzem präsentiert sie auf ihren Facebook- und Instagram-Accounts „E.V.A. singt“ unter anderem ihr Soloprogramm.

Ein weiterer Programmpunkt war der Auftritt von Kempes Feinest. Die Band um Frontfrau Nici Kempermann sorgte für eine mitreißende Stimmung im Saal. Mit einem fantastischen Tempo und einer unvergleichlichen Intensität wirbelte Nici über die Bühne und zeigte eindrucksvoll, was echte Frauenpower bedeutet. Erst nach mehreren Zugaben durfte die Band die Bühne verlassen.

DJ Henry griff die ausgelassene Stimmung gekonnt auf und brachte die Damen richtig in Tanzlaune. So wurde noch ausgiebig das Tanzbein geschwungen und der erste Schwestern-Appell von Agrippinas Töchtern endete in einer Party.

Fotos @Vera Drewke