Mer dun et för Kölle – Die Premiere des Hänneschen-Karnevalsstücks

Bunte Kostüme, bekannte Figuren und ein Publikum, das vom ersten kölschen Ton an mitgeht: Mit der Premiere des neuen Karnevalsstücks „Mer dun et för Kölle“ am 11. Januar 2026 zeigt das Hänneschen-Theater einmal mehr, dass hier nicht nur die Puppen tanzen. Sie singen, unterhalten und kritisieren – ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit viel Humor.

Pressetermin im Hänneschen: Ein Blick hinter die Britz

Vor der Premiere hatte das Hänneschen-Theater zu einem Pressetermin eingeladen.

Mareike Marx, die sympathische Intendantin, begrüßte die Anwesenden und erlaubte einen exklusiven Blick hinter die Britz der neuen Produktion. Sie präsentierte das detaillierte Bühnenbild, hinzugekommene Figuren und leitete in das Thema des Stückes ein, ohne dabei zu viel zu verraten. Außerdem erhielten die Vertreterinnen und Vertreter die Möglichkeit vorab Fotos aufzunehmen. Das erhöhte die Vorfreude auf die Premiere noch mehr. Die Spannung stieg.

Im Fokus der Aufführung steht das Ehrenamt, passend zum diesjährigen Motto „Mer dun et för Kölle“, und das Autorenteam scheut sich nicht, auch unbequeme Themen anzusprechen.

 

Humor, Zivilcourage und Ehrenamt, aber auf Hänneschenart

Mit viel Witz und kölscher Musik, alt wie neu, kritisiert das Hänneschen Fremdenfeindlichkeit, Transfeindlichkeit, Faschismus oder soziale Ungleichheit. Ganz im Sinne ihres Namens, Zänkmann, kocht Kätt ein Süppchen aus Elon Musk und singt ein Duett mit Roland Kaiser, das gegen das Wegschauen aufruft. Die beiden Drag-Puppen, inspiriert von Olivia Jones und Julie Voyage, dürfen hierbei nicht fehlen. Genau wie der Discofox. Selbstverständlich in Regenbogenfarben gekleidet.

Manni, das Kehrmännchen, wirbt für die AWB und prangert die fehlende Sauberkeit der Stadt Köln an. Um das Ganze leichter zu gestalten, beendet er seine Rede mit einer augenzwinkernden Sportmoderation seines Liebeslebens.

Das Ballett der Traditionskorps wird tatkräftig von Tänzerinnen und Tänzern des Starlight-Express‘ unterstützt. Diese Pyramide sieht man nicht alle Tage.

Auch die Deutsche Bahn wird auf die Schippe genommen: Das Stück spielt am Kölner Hauptbahnhof – und zur „Überraschung“ aller fällt der Zug nach Verspätung und Gleisänderung aus. Die Rede findet kurzerhand direkt dort statt. Die Knollendorferinnen und Knollendorfer sind wie immer auf Zack.

Zum Hänneschen kommen sie alle…

An diesem Sonntag fanden sich bekannte Persönlichkeiten zusammen, um gemeinsam das Karnevalsstück zu erleben. Von den Bläck Fööss gaben sich Bommel und Erry die Ehre.

Elfi Scho-Antwerpes, Jürgen Roters und Christoph Kuckelkorn waren ebenso unter den Gästen wie Ludwig Sebus, der sich auch auf der Bühne als Puppe wiederfindet. Ganz in seinem Sinne singt sie das Mottolied der Session. Über die Feierlichkeiten zu Ludwig Sebus‘ 100. Geburtstag berichtete vor einigen Wochen Vera.

Zudem wurde der kürzlich verstorbene Peter Horn mit einer eigenen Puppe geehrte, die von der Wolke aus ein Duett mit dem Hänneschen sang. Als schließlich die Band des Ensembles vor die Britz trat und gemeinsam mit dem Publikum ein Medley der bekanntesten Höhner-Songs anstimmte, war der Gänsehautmoment perfekt. Alle sangen, alle schunkelten.

Auch die Intendanten des Scala-Theaters, Ralf Bongartz und Arne Hoffmann, stilecht in orange-weißer Apfelsinenfunken-Manier erschienen, ließen sich den Abend nicht entgehen.

Die Premiere des Karnevalsstücks: Ein voller Erfolg

Nach tosendem Applaus und einem letzten Blick auf die Darstellerinnen und Darsteller bei geöffneter Britz ging es ins Foyer des Theaters, wo bereits #Jecksnacks auf die Zuschauerinnen und Zuschauer warteten.

Die Stimmung war ausgelassen und die Aufregung des Hänneschen-Teams war verflogen. Die Feierlichkeiten konnten beginnen.

Das Premierenvergnügen macht große Lust auf mehr. Umso bedauerlicher, dass das Stück bereits seit September letzten Jahres ausverkauft ist. Ende Januar wird auf der Homepage des Hänneschen-Theaters bekannt gegeben, wann das Karnevalsstück als Stream zur Verfügung stehen wird. So können alle, die keine Tickets ergattern konnten, in den Genuss dieser besonderen Produktion kommen können.

 

Der Vorverkauf für das Karnevalsstücks 2027 startet übrigens im September diesen Jahres. Da die nächste Session kurz wird, ist Anstehen angesagt. Ganz im Sinne: „Mir dun et för et Hänneschen“.

Fotos @ Sarah Gawlik