„Drei Fründe für 86 Veedel“ (Redaktion)

Ein bisschen Rosenmontagsluft konnte das designierte Kölner Dreigestirn der großen Jubiläumssession 2023 schon heute schnuppern, durfte es sich doch nach der Pressekonferenz auf einem Rote-Funken-Wagen dem Jeckenvolk auf dem Neumarkt präsentieren. Sozusagen an dem historischen Ort, an dem die erste Kappenfahrt stattfand, und an dem nach 200 Jahren auch wieder der Rosenmontagszug enden wird.

Ein Geheimnis war die Präsentation des designierten Trifoliums nicht mehr, denn dieses war seit gestern schon gelüftet. Die Roten Funken, eine der Jubiläumsgesellschaften, stellen das Kölner Dreigestirn: Prinz Boris I. (Müller), Bauer Marco (Schneefeld) und Jungfrau Agrippina (André Fahnenbruck).

Wer sind die drei?

Die drei sind gute Freude und bilden seit 2015 den Vorstand des 3. Knubbels (für Imis: Weil die Roten Funken ein so großes Korps sind, haben sie sich in vier Abteilungen = Knubbel untergliedert. Jeder Knubbel ist wie ein kleiner Karnevalsverein und führt eigene Veranstaltungen durch).

„Prinz Boris I.“ (Müller) freut sich, dass sie nun endlich die Katze aus dem Sack lassen dürfen. Lange hatten sie das angeblich bestgehüteste Geheimnis im Kölner Karneval vor ihren Korpskameraden verschweigen müssen. Heute aber wird gefeiert und zufälligerweise gibt es am Abend ein Biertasting in der Ülepooz! Das wird ein Fest!

Boris ist im Jahr 2000 zu den Roten Funken gekommen und zwar über den Umweg Krefeld. Im dortigen Tennisclub hat er  trainiert und das als glühender FC-Fan stets im FC-Trikot! Das sah ein Roter Funk und fragte ihn: „Was machst du eigentlich am Niederrhein?“ Die Einladung zum Knubbelabend folgte und dann war’s passiert. „Jot Schwade“ kann er, das hat Boris Müller schon oft in der Rolle der „Doof Nuss“ und oder auch als „Helene Fischer“ beim Regimentsexerzieren unter Beweis gestellt. Da müssen die Literaten sicher bei den Sitzungen eine längere Zeitspanne fürs Dreigestirn einplanen.

Eines hat sich „Prinz Boris I.“  vorgenommen: Nach zwei Corona-Sessionen möchten er und seine Freunde die Kölner wieder in den Karneval zurückholen. Und wenn die Kölner nicht zum Dreigestirn kommen, geht das Dreigestirn eben zu den Kölnern. Auf dem Programm der drei stehen Besuche in Kneipen, auf Pfarrsitzungen und Marktplätzen. „Drei Fründe für 86 Veedel“! Da haben sie sich viel vorgenommen!

Ist der Prinz erst später in den organisierten Karneval gekommen, so sind Bauer und Jungfrau schon früh mit dem Fastelovendsvirus infiziert worden. „Bauer Marco“ (Schneefeld) zog bereits  mit neun Monaten in den Schull- und Veedelszöch mit und ist seit dem zarten Alter von drei Jahren bei den Roten Funken. Zuerst bei den Funkepänz, bis er 1994 als Roter Funk vereidigt wurde. Zwischendrin war er 1984 Kinderprinz im Kölner Kinderdreigestirn, während sein Vater gleichzeitig Jungfrau im Kölner Dreigestirn war. Auf eine solche karnevalistische Laufbahn kann nicht jeder zurückblicken.

„Jungfrau Agrippina“ (André Fahnenbruck) ist mindestens genauso karnevalsverdötscht. Erste Karnevalserfahrungen gab es mit drei Jahren im Rondorfer Rosenmontagszug. Später wurde André Kamellejung bei den Roten Funken im Kölner Rosenmontagszug und mit 18 Jahren dann endlich als Roter Funk vereidigt.

Ganz besonders freut sich Rote-Funken-Präsident Heinz-Günter Hunold, dass die Drei als die Besten aus den vielen Bewerbern um das Kölner Dreigestirn 2023 ausgewählt wurden. Für ihn ist das eine besondere Ehre! „Es ist doch schön, wenn wir wieder die Pappnas anziehen!“ Wie wahr! Und damit wünschen wir dem Dreigestirn, den Roten Funken und allen Jecken eine schöne Session ohne große Coronaprobleme. Aber da ist Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn zuversichtlich. Corona wird nicht mehr das alles beherrschende Thema sein!

Fotos: ©BKB Verlag