Ehrenamt: Das Veedel zum Schunkeln bringen (Brigitte)

In vielen Veedeln gibt es an den tollen Tagen kostenlose Straßensitzungen und Umzüge. Die werden stets von Ehrenamtlichen organisiert und finanziert. Wir haben für unser Veedel Nippes einmal bei der Nippeser Bürgerwehr nachgefragt, wie das funktioniert.

11.11.24 Sessionseröffnung in NippesDie Straßensitzungen auf dem Wilhelmplatz am Elften im Elften und an Weiberfastnacht gehören in Nippes zu den festen Höhepunkten des Karnevalsjahres. Dann ist der 1.500 Quadratmeter große Platz bis auf den letzten Winkel gefüllt und die Jecken aus dem Veedel schunkeln zur Musik auf der großen Bühne. Eine fröhliche und friedliche Gemeinschaft.

Organisiert werden beide Veranstaltungen von einem Mann, dessen Aufgabenbereich schlicht mit „Eventorganisation“ überschrieben ist: Bastian Bahl.Während der Straßenkarneval an Weiberfastnacht schon seit 1960 traditionell auf dem Wilhelmplatz eröffnet wird, zog die Sessionseröffnung erst in der vergangenen Session von der Eigelsteintorburg dorthin. Diese Änderung wurde im Veedel begeistert angenommen. Damit beide Großereignisse reibungslos über die Bühne gehen können, ist jedoch monatelange Vorbereitung nötig. Seit rund 13 Jahren liegt diese Aufgabe in Bastis Händen – und er hat die Organisation Stück für Stück weiter professionalisiert. Dass er beruflich aus dem Veranstaltungsbereich kommt, ist dabei ein großes Plus: Er weiß genau, worauf es ankommt.

Am 11.11. ist Präzision gefragt!

Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die komplette Abstimmung mit der Stadt, insbesondere rund um die ordnungsbehördlichen Genehmigungen und Auflagen. Außerdem koordiniert er sämtliche Gewerke und Dienstleister und erstellt detaillierte Ablaufpläne: Bühne und Technik, Absperrgitter, Toiletten, Schankwagen, Mülleimer, Strom- und Wasserversorgung – alles muss rechtzeitig am richtigen Ort sein. Gerade am 11.11. ist Präzision gefragt: Bis spätestens 22 Uhr muss der komplette Platz wieder leer und geräumt sein, damit er für den nächsten Markttag gereinigt werden kann.

Auch wenn Literat Mike Schöninger das Bühnenprogramm zusammenstellt, die Hospitanten am 11.11. die Schankwagen betreuen und der Senat an Weiberfastnacht sowohl das „Jecke-Wiever“-Zelt als auch den Getränke- und Pin-Verkauf organisiert – die Gesamtkoordination bleibt bei Basti. Verstärkung könnte er dabei durchaus gebrauchen, denn neben den beiden Großveranstaltungen kümmert er sich auch um weitere Termine der Bürgerwehr. Hinzu kommen Absprachen mit den Locations zu Einlass- und Pausenzeiten, die Planung von Sicherheits- und Sanitätsdiensten, Tischplatzierungen sowie zahlreiche logistische Details.

Als wäre das nicht genug, übt Basti zusätzlich ein weiteres Ehrenamt aus: Als Schriftführer der Gesellschaft ist er für die interne Kommunikation zuständig. All das erledigt er mit Herzblut und großem Einsatz.

Das Jecke-Wiever-Zelt

An Weiberfastnacht gibt es auf dem Wilhelmplatz noch ein zusätzliches Angebot für alle, die etwas komfortabler in die tollen Tage starten möchten: das Jecke-Wiever-Zelt.

Vor einigen Jahren hat der Senat der Nippeser Bürgerwehr überlegt, wie man einen Beitrag zur Finanzierung der Straßensitzung auf dem Wilhelmplatz leisten kann. Denn der Eintritt soll kostenlos bleiben , obwohl die finanzielle Belastung stetig steigt und die Zuschüsse sinken. Daraus ist die Idee für das Jecke-Wiever-Zelt, das unter einem schützenden Dach ein umfangreiches Getränke- und Speisenangebot anbietet und natürlich jede Menge jecke Stimmung – wie  Senatspräsident Alexander Gewehr erzählt. Basti Bahl kümmert sich auch hier um die Genehmigungen, die Abstimmung mit dem Behörden und die Security, ein externer Dienstleister baut das Zelt auf und der Rest wird von einigen Senatoren ehrenamtlich übernommen. Was bedeutet, sie haben Sponsoren gewonnen die inzwischen Essen und Getränke stellen und das Projekt finanziell unterstützen. Die Ehrenamtler selbst sind an Weiberfastnacht ab 6 Uhr auf den Beinen, übernehmen die Bewirtung im Zelt und des gesamten Platzes, schenken am Bierwagen aus, verkaufen die Sessions-Pins und bauen direkt nach der Veranstaltung ab. Die Idee isrmt bis heute ein Erfolg: Die Nachfrage ist groß und das Publikum bunt gemischt! 

Was treibt die Ehrenamtler an? Sie machen es für Nippes, weil es ihnen am Herzen liegt, hier etwas schönes für die Menschen auf die Beine zu stellen.- ganz nach dem Motto „För üch, för Nippes!

Bildnachweis: Alle Fotos©BKB