Ich bin Senator! – Was macht man da eigentlich? (Stefan)

Ich bin Senator! Ich bin Senator in einer Karnevalsgesellschaft! Is super, nich? Meine Partnerin kommt da eher nüchtern rüber: „Und, was machste da so?“ Tja, was tut ein Senator?

Bei den Römern war das noch einfach. Der Senator zog seine Toga an, ging auf’s Forum und tat gewichtig. Er musste nur aufpassen, dass nicht von hinten einer mit dem Dolch kam. Bei uns Senatoren einer Karnevalsgesellschaft geht es da schon gesitteter zu. „Ach, sagte meine Partnerin, ist das so? Letzten Donnerstag aber wohl eher nicht! Und überhaupt, außer Party machen hab’ ich noch nichts von Euch gesehen.“

 

Also, ich versuche mal eine Erklärung. Wir Senatoren der KKG Nippeser Bürgerwehr von 1903 e.V., oder besser die „Appelsinefunke„, sind ein Kreis von Jecken, die sich in unserer Gesellschaft in einem eigenen Gremium, dem Senat, zusammengeschlossen haben. Verbunden durch den Willen, das Brauchtum des Kölner Karnevals zu erhalten und zu stärken, leben wir gemeinsam mit den anderen Jecken einfach die Freude am Fastelovend.

Klar, auch Party gehört dazu. Vor allem aber sind wir das Fördergremien der Gesellschaft. Wir stellen finanzielle Mittel bereit für kleine und größere, soziale und karnevalistische Projekte und unterstützen die Gesellschaft auch durch praktische Tat.

 Senator bei der Nippeser Bürgerwehr casa blanca

Wir Senatoren nehmen aktiv am Gesellschaftsleben der Appelsinefunke innerhalb und außerhalb der Session teil. Wir pflegen Freundschaften zu anderen Karnevalsgesellschaften und veranstalten mit diesen gemeinsame Events. Wir treffen uns regelmäßig in unserem Stammlokal „Em Golde Kappes„, um uns über Aktuelles auszutauschen, Projekte zu besprechen oder anzustoßen, neue Aktivitäten zu planen und vor allem, um karnevalistische Gemeinsamkeit zu leben. „Sag ich doch, Party machen.“ Meine Partnerin ist übrigens kein Senator!

Natürlich ist auch für uns Senatoren der Rosenmontagszug der Höhepunkt des Jahres. Ob auf einem der Gesellschaftswagen oder zu Fuß, dort feiern wir den Fastelovend in seiner ursprünglichsten Form: Gemeinsam mit den anderen Jecken einfach Freude leben. „Und dafür müsst Ihr Euch Senatoren schimpfen, ginge es nicht auch ein paar Nummern kleiner?“ Meine Partnerin hat gern und immer das letzte Wort.

Bildnachweis: „Vereidigung auf die Fahne“ ©Badura, alle anderen Fotos ©BKB.