Jecke Preisträger (Red.)

Wenn mitten im Sommer kleine Narrenkappen und Vereins-T-Shirts im historischen Rathaus zu sehen sind, wird dort nicht „Jeck im Sunnesching“ gefeiert. Stattdessen pflegen die Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums eine lieb gewonnene Tradition: Kurz vor den Sommerferien werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Schull- un Veedelszöch für ihr außergewöhnliches Engagement ausgezeichnet.

 

Die Einladung von Oberbürgermeister Torsten Burmester in die Piazetta des historischen Rathaus machte deutlich, welchen Stellenwert die Schull- un Veedelszöch für die Stadt Köln und auch für ihn persönlich haben. Nach der musikalischen Begrüßung durch die Stadtkapelle würdigte Burmester die vielen Menschen, die über Monate planen, basteln, nähen und organisieren, um am Karnevalssonntag gemeinsam durch die Stadt zu ziehen. Mit ihren selbst gestalteten Kostümen und Wagen machten sie den Zug Jahr für Jahr bunt, kreativ und unverwechselbar. Gleichzeitig stärke ihr Einsatz den Zusammenhalt in Schulen und Veedeln.

Besonders beeindruckt zeigte sich der Oberbürgermeister von den persönlichen Begegnungen bei der Preisverleihung. Gemeinsam mit Bernhard Conin, dem Vorsitzenden der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums, überreichte er die Auszeichnungen persönlich an die Preisträgerinnen und Preisträger. Erst in diesen Gesprächen sei ihm bewusst geworden, welche Bedeutung die Schull- un Veedelszöch für die Menschen hätten. Sein Dank galt deshalb allen, die sich mit großem Einsatz für den Erhalt des kölschen Brauchtums engagieren.

Anschließend überreichten Torsten Burmester und Bernhard Conin Urkunden und Preise an die ausgezeichneten Schulen und Veedelsgruppen.

Für Imis

Die Schull- un Veedelszöch bestehen aus zwei Teilen: den Schullzöch, an denen zahlreiche Kölner Schulen teilnehmen, und den Veedelszöch, die von Stammtischen, Nachbarschaften und Vereinen aus den verschiedenen Stadtteilen gestaltet werden. Die besten Veedelsgruppen werden von einer Jury prämiert und dürfen am nächsten Tag am Rosenmontagszug teilnehmen – ein Traum vieler Veedelsgruppen!

Die Preisträger

Eine 25-köpfige Jury ermittelt die Veedelsgruppen, die das Sessionsmotto besonders ideenreich und originell umsetzt. Den ersten Platz beim Originalitätspreis belegte der Stammdesch Veedels Jemös. Unter dem Motto „Mr fleje op Kölle! – Do schlät et Hätz!“ zogen die Jecken als kunterbunte Vögel mit riesigen Flügeln durch Köln.

Über den Kostümpreis für die kreativsten und handwerklich gelungensten Kostüme entscheidet der Vorstand Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums e.V. gemeinsam mit der Zugleitung. Den ersten Platz erhielt der Stammdesch Kölsche Klüngel eV v. 1999, der unter dem Motto „Et weed Zick de Kaate neu ze mische“ Spielkarten und Zifferblätter kunstvoll kombiniert hatte.

Alle teilnehmenden Gruppen erhalten zudem eine Teilnehmerurkunde, die in alphabetischer Reihenfolge ausgeteilt wurde.

Schulen

Die Schulgruppen sind bewusst nicht in den Wettbewerb einbezogen, um den Schülerinnen und Schülern die lange Wegstrecke nicht ein zweites Mal zuzumuten. Seit zwei Jahren gibt es jedoch dank einer Stiftung von Helmut Brügelmann mit der „Goldenen Nähmaschine“ einen eigenen Preis für die kreativsten Schulgruppen.

Den ersten Platz belegten die Schülerinnen und Schüler der Grüneberg-Schule, die erstmals an den Schullzöch teilnahmen und als bunte Papageien begeisterten. 

Den zweiten Platz erreichte das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium. Unter dem Motto „Dat crazy – mer liere em Jröne“ gestalteten die Schülerinnen und Schüler mit rund 2.000 Luftballons ein beeindruckendes „Grünes Klassenzimmer“.

Mit dem Motto „Meer dä Möglichkeiten“ und großen Regenbogenfisch-Kopfbedeckungen belegte die Gemeinschaftshauptschule Bilderstöckchen den dritten Platz und machte zugleich auf die Chancen ihrer Schulform aufmerksam.

Nach der Verteilung der Teilnehmerurkunden an die Schulen war noch lange nicht Schluss. Gemäß dem Motto „Et es doch immer widder schön. wann mer all zosamme sin“ nutzten viele Gäste die Gelegenheit, sich bei einem kühlen Getränk auszutauschen und bereits erste Ideen für die kommende Session zu schmieden.

Der Vollständigkeit halber

Auch das Festkomitee Kölner Karneval vergibt eigene Auszeichnungen: Mit dem Goldenen Lappenclown wurden die Kölsche Fründe vun 1995 für ihre Darstellung historischer Schiffe aus verschiedenen Jahrzehnten ausgezeichnet.

Den Sonderpreis „Mit Pauken und Trompeten“ erhielt die Katharina-Henoth-Gesamtschule für ihr spendenbasiertes Frühstücksprojekt. Als Preis gewann die Schule den Auftritt einer Band beim nächsten Schulfest.

Bildnachweis: Alle Fotos ©Vera Drewke