Flüstersitzung – Janz hösch (Tina)
„Usjestöpselt“ ist das Motto dieser feinen Nostalgiesitzungoder Flüstersitzung ist ein Sitzung der leisen Töne, die ohne großen technischen Aufwand auskommt und einfach zum Zuhören, Mitsingen, Mitmachen einlädt. Eben echter kölscher Fasteleer mit Musik, Witz und auch mal mit melancholischen oder nachdenklichen Tönen. More der Großen Kölner von 1882. Wer nun denkt, hier gäbe es keine Musik, der irrt jedoch gewaltig.
Denn usjestöpselt meint alles – außer eben elektronische Musik. Akustikgitarre, Geige, leise gespieltes Schlagzeug oder auch ein Kontrabass sind nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.

Bands, die diese Disziplin par excellence beherrschen, sind Lupo, seit jeher fester Bestandteil des Programms der Flüstersitzung, ebenso wie die Black Fööss oder das Thekenterzett.


Ebenfalls nicht fehlen durfte in diesem stilvollen Ambiente das Kohberg-Orchester, das die unterschiedlichsten Künstler begleitete – darunter Norbert Conrads oder Dä Nubbeloder Zacheies ist eine Strohpuppe, die von Altweiber an über der Eingangstür oder aus den Fenstern vieler Kneipen hängt. Der Nubbel hat im Kölner Karneval eine ganz besondere Funktion: Er ist nämlich der Sündenbock, der an allen Sünden schuld ist, die im Karneval begangen wurden. Ob leerer Geldbeutel, dicker Kopf, ein betrogener Partner oder das Vergessen des Alltags, der Nubbel muss dafür am Ende der Karnevalszeit büßen. Am Karnevalsdienstag um Mitternacht wird er unter lautem Geheule und Wehklagen verbrannt und damit werden nach dem Volksglauben auch die Schandtaten der letzten Tage symbolisch zu Grabe getragen. More (Mike Hehn). Programmpunkte, die man auf anderen karnevalistischen Bühnen eher selten zu sehen bekommt.
Zum ersten – und zugleich auch letzten – Mal durfte ich bei der politischen Rede von Dä Schofför (dem Chauffeur des Kanzlers), Dr. Jens Singer, herzlich lachen. Nach dieser Session beendet er seine Karriere.
Doch nicht nur die Künstler und Künstlerinnen auf der Bühne der wunderschönen Flora gaben alles – auch das Publikum war stets gefordert. Immer wieder, sobald das Kohberg-Orchester anstimmte, wurden die Liederhefte gezückt und zu traditionellen Liedern von Willi Ostermann oder Fritz Weber wie „Ich ben ene Kölsche Jung …“ gesungen und geschunkelt.

Erstmalig durfte ich zudem das Dellbröcker Boore Schnäuzer Ballett erleben – mein persönliches Highlight des Abends. Nicht nur, weil es einfach großartig ist, wenn Menschen sich selbst nicht allzu ernst nehmen, sondern auch, weil sie erstklassige Parodien auf klassische Traditions– und Reiterkorps zeigen und dabei für ordentlich Stimmung sowie wilde Tanzeinlagen sorgen.
Vermutlich lag meine Begeisterung auch ein wenig an ihrem besonderen Maskottchen: dem tanzenden Zebra. Spätestens seit meinem Tansania-Urlaub im letzten Jahr habe ich eine besondere Schwäche für Zebras. Möglicherweise werdet ihr davon in zukünftigen Beiträgen noch mehr sehen.


Abschließend noch ein paar Infos zur Flüstersitzung:
Von 2015 bis 2020 wurde gemeinsam mit der Großen von 1823 eine Nostalgiesitzungoder Flüstersitzung ist ein Sitzung der leisen Töne, die ohne großen technischen Aufwand auskommt und einfach zum Zuhören, Mitsingen, Mitmachen einlädt. Eben echter kölscher Fasteleer mit Musik, Witz und auch mal mit melancholischen oder nachdenklichen Tönen. More in der Flora veranstaltet.
2019 führte die Grosse Kölner KG von 1882 e. V. zusätzlich erstmals eine eigene Flüstersitzung in der Flora durch.
Ab 2020 finden aufgrund der anhaltenden Beliebtheit nun jährlich zwei Flüstersitzungen statt.
Falls du noch mehr über die Flüstersitzung erfahren möchtest; Franz hat aus Perspektive eines Imis über die Sitzungist eine Karnevalsveranstaltung zwischen der Proklamation und Karnevalsdienstag mit einem bunt gemischten Bühnenprogramm: Tanzgruppen und Korpsgesellschaften ziehen in den Saal und präsentieren ihre Tanzkünste, Büttenredner widmen sich mit Witz und Ironie den großen und kleinen Themen der Welt und kölsche Musiker reißen das Publikum von den Stühlen. Highlights sind der Einzug des Dreigestirns und die Ansprache des Prinzen an sein „Narrenvolk“. More einen interessanten Bericht verfasst.













