WOG in der Flora 2026 – Die Ostermann Sitzung (Tina)

Zu den ersten Sitzungen der Session gehörte die Willi-Ostermann-Sitzung in der festlich geschmückten Flora – stilvoll gefeiert in Abendgarderobe. Die Verbindung aus klassischer Sitzung, kölscher Musik und einer besonders emotionalen Atmosphäre begeisterte die Jecken so sehr, dass die Willi-Ostermann-Gesellschaft diese Form nun als neue Tradition begründet hat.

Bevor wir in die Tiefe dieser schönen traditionellen Veranstaltung eintauchen, sollten wir einmal kurz klären bzw. in Erinnerung rufen, wer Willi Ostermann eigentlich war?

Richtig, Liedermacher im Kölner Karneval, sein bekanntestes Werk „Heimat“ und wenn ich jetzt „Ich möch zo Foß noh Kölle jon…“ anstimmen würde, wisst ihr auch wieder genau, wovon ich spreche.

Soviel zur Einordnung, denn heute geht es nicht um eine klassische Karnevalssitzung, wie die die ein oder anderen von uns sicher kennen, stattdessen geht es den Ostermännern mehr darum, Traditionen aufrecht zu erhalten und den Kölner Karneval als Brauchtum, auch unterjährig, zu zelebrieren. Daher findet die Veranstaltung, als zweite Auflage in dieser Form, im festlichen Saal der Flora in Abendgarderobe, anstelle eines Kostüms, statt. Auch der persönliche Sessel und das Grammophon von Willi Ostermann wurden im Foyer ausgestellt.

Den Auftakt machte der neue Einmarsch-Song des Elferrates, eingesungen von Alex Schumacher vom Shanty Chor der Stadtgarde Colonia Ahoi. Das Lied ist ein Geschenk an die Gesellschaft von Toni Steingass. Gefolgt vom Auftritt des Reiter-Korps „Jan von Werth“ von 1925 e.V.

Obwohl das Programm vorab nicht bekannt gegeben wurde, war der Saal restlos ausverkauft. Die schicken Jecken konnten sich über Auftritte von Künstlern freuen, die eher seltener auf anderen karnevalistischen Bühnen zu finden sind wie Willibert Pauels oder Schängs Schmölzje. Mit dabei war auch Torben Klein, der die vergangenen Willi Ostermann Klassiker wiederbelebt vorgetragen hat. Für ordentlich Stimmung sorgte die Original Tanzgruppe Kölsch Hänne`schen von 1955 in unterschiedlich traditionellen Kostümen, sei es eine Person aus dem alten Liedgut oder einer Figur des Hänneschen-Theaters. Darauf folgte die Knippschaft (in Gedenken an Hans Knipp) sowie Michael Kuhl erst allein und dann gemeinsam mit JP Weber im Duett, unterstützt durch das Matthias Heßeler Orchester. Eine Kombination aus Künstler, die so nur selten gemeinsam auftreten.

 

Anlässlich des Sessions-Mottos: „Alaaf – Mer dun es för Kölle!“ wurden elf Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler plus Begleitung zur Sitzung eingeladen. Dafür sammelte der gesamte Vorstand der WOG Spenden, um diesen elf Personen als Dank und als Wertschätzung für ihre ehrenamtliche Tätigkeit einen schönen Abend zu bereiten.

Die elf Auserwählten konnten sich im Vorfeld selbst bewerben oder wurden durch Dritte benannt. Zwei davon waren Luisa und Bernd, die letztes Jahr ein Ehrenamt beim Kinderrechteforum  in Köln übernommen haben. Im Rahmen der Projekttage besuchten die Ehrenamtler unterschiedliche Gesamtschulen und sprachen mit den 5-8 Klässlern über Themen wie Mentale Gesundheit und den Umgang mit Social Media. Für Luisa, ursprünglich aus Olpe und Bernd aus Köln war es der erste Besuch einer Sitzung.

Marvin von der KG Klüttefunke aus Erfstadt-Liblar, begeisterter Karnevalist, der im Rahmen seiner Gesellschaft ebenfalls eher kleine Sitzungen organisiert oder auch schon beim Rosenmontagszug mitgegangen ist, war schon das zweite Mal bei der WOG und sagt: „Wie beim ersten Mal, Sitzung immer klasse, tolles Publikum, klasse Künstler immer eine super Veranstaltung und JP Weber ist immer die Nummer 1.“

WOG-Präsident Ralf Schlegelmilch fasst es bestens zusammen: „Das Besondere ist die einmalige Stimmung, ganz andere Programmnoten, als man üblicherweise auf einer Sitzung erwarten würde, viel Ostermann, denn wenn man der WOG einen Claim geben würde, dann wäre es dieser: Freunde finden Heimat fühlen, das gemeinsame Erleben von schönen Momenten.“

Wer nun Blut geleckt hat, der muss leider etwas warten können, denn die nächste Veranstaltung in diesem Format wird es erst am 8.1.2028 geben, aufgrund der kurzen Session 2027.

Mein Fazit:

Wer den Kölner Karneval einmal anders, fernab vom karnevalistischen Mainstream, stattdessen traditionsbewusst und in einem schicken-festlichem Ambiente erleben möchte, ist hier bestens aufgehoben.

Bildnachweis: Alle Fotos@Tina Klingen