Lachende Köln Arena (Tina)

oder „Wenn wilde Tiere Ausgang habe“ oder „Wenn Kostüm- und Motto-Liebe aufeinander treffen“! … Laut, Jeck bunt zesamme sin…“ Das Format der Lachenden Kölnarena gibt es tatsächlich schon seit 1965, damals noch unter der lachenden Sporthalle, bis 1999. Dieses Jahr sind es 15 Veranstaltungen, die von je 10.000 bis 15.000 Jecken besucht werden.

Lachende Kölnarena = Sportveranstaltung

Die Veranstaltung ist definitiv mehr Party als Sitzung. Auch saßen wir innerhalb der sechs Stunden maximal zehn Minuten, wenn es hochkommt, aber woran hat’s gelegen? Es gab tatsächlich nur einen Redner – JP Weber und selbst er gab Songs zum Mitschunkeln zum Besten, und das geht natürlich am besten im Stehen. Vielleicht kommt daher auch der Spitzname: Sportveranstaltung. Eine wirklich sportliche Veranstaltung, währenddessen das Publikum sogar die Texte lernen kann, da diese auf zahlreichen Screens gezeigt werden, unabhängig davon, ob man im Innenraum, Unter- oder Oberrang seinen Platz ha. Man kann von überall aus die Künstler und Tanzkorps sehr gut sehen. Und auch die Akkustik ist großartig, ebenso wie Vielzahl an kreativen Einzel- und Gruppenkostümen. Schon zu Beginn habe ich mich in eine Gruppe verliebt, die aus verschiedenen Disney-Charakteren bestand. Neben den Klassikern der Schöne und das Biest, Alice und Rapunzel, waren auch Maleficent, Vaiana und Maui am Start.

 

Selbstverpflegung bei der Lachenden Kölnarena

Ein Glück, dass man sich auf dieser sportlichen Veranstaltung komplett selbst verpflegen kann, dieser Kalorienverlust muss ja schließlich wieder in Balance gebracht werden.

Zu den beliebtesten #jecksnacks gehören hier definitiv frisches Laugengepäck, Wurst in verschiedenen Varianten, Käsepicker, Käsesstangen, Käse ist generell immer ein gutes Thema. Aber auch süße Muffins oder Snacks wie Erdnüsse oder Chips – eben alles, was nicht zwingend gekühlt werden muss. Denn sind wir mal ehrlich, es ist wesentlich wichtiger die flüssige Verpflegung zu kühlen als die Frikadelchen und Schnitzelchen.
Neu dieses Jahr; es gab Orangen aus der Unterwasserwelt, also einer sehr lustigen und wunderschön kostümierten Gruppe aus Trithon, Quallen und weiteren Phantasiewesen aus dem Meer.
Aber Achtung, es ist fast alles in der Arena erlaubt, außer Glas! Gut, wer Festivals gewohnt ist, kennt´s! Und da Wein oder Sekt nicht wirklich gut aus Plastikflaschen munden, kam hier die Gintonic-Mische – und wer es fruchtiger mag Gin-Grapefruit-Mische – zum Einsatz. Gerne vergessen werden übrigens Mülltüten zum Schutz der Jacken, die Becher für die Drinks und natürlich das wichtige Zwischenwasser, wofür sollte bekannt sein.

Wir – eine bunte Mischung aus der Savanne Afrikas und kleinen süßen Insekten, bestehend aus einem Marienkäfer, einem Schneckenpärchen, einer Giraffe und einem Krokodil und was kann noch besser sein als ein Zebra? Genau zwei Zebras!

Das Programm, ebenfalls eine bunte Mischung aus bekannten Karnevalsbands, die einfach nicht fehlen dürfen, aber auch 1-2 neueren Gesichter wie Kölle Anja in sportlichen rotweißen Fußballtrikots oder die Rythmussportgruppe „(Nicht mehr) mein Karneval“, sehr passend zu dieser schweißtreibenden Sportveranstaltung.

Das Programm der Lachenden Kölnarena

Pünktlich um 18:23 Uhr startete die überragende Opening-Show, welche mich in eine leichte Disney-in-Concert-Stimmung à la Hans Zimmer zurückversetzte. Michael Kuhl an der Trompete gemeinsam mit den Drummerholics sorgte für diese festliche Konzertstimmung im Konfettirään.
Anschließend stimmte der Moderator zum „Trömmelchen“ an, während des Einzug des Dreigestirns, der grün-gelben Kölner Husaren von 1959 und der Damengarde Coeln von 2014.
Dann Auftritt der ersten Band, den Domstürmern, gefolgt von JP Weber, heute mal emotional, als die Halle die alten Leeder mitgesungen hat: „Es ist doch immer wieder schön“, Kasalla lud uns Amigos auf ihren Deckel ein, bevor es ein kleines kuscheliges A-Capella zu „Immer noch do“ gab.
Akrobatisch ging es mit den blau-weißen Rheinveilchen weiter, hier flogen die Tanzmariechen nur so über die Bühne.
Und als Brings das Programm übernahmen, konnte sich auch der Oberrang nicht mehr zurückhalten und startet eine Polonäse zu Polka Polka. Romantik-Vibes kamen bei den Black Föös auf, als sich zu „Du kriess Kölle nit us mir“ alle in den Armen lagen. Schlag auf Schlag ging es weiter mit „Stääne“ von den Klüngelköpp, die Höhner setzten ihre Suche nach „Gisela“ weiter fort und nun konnte auch endlich mein Krokodil bei „Prinzessin“ richtig zum Einsatz kommen. Mein Marienkäfer geriet  in völlige Extase, als Mo-Torres mit „Liebe deine Stadt“ die farbenfrohe Halle besang. Auch beim Lommi brannten die Leechter noch hell, bevor uns Stadtrand ins Gedächtnis rief, dass wir alles sein können auch „…Köbes, Kaiser, Königin…“. Das Closing übernahmen dann die Paveier.
Auch muss ich sagen, war ich die letzten Wochen schon viel unterwegs, aber wer mir auf der Liste noch fehlte, waren die Räuber, denn ohne „Oben unten“ ist es keine richtige Mit-Tanz-Sportveranstaltung, weder der „Bär“ von den selbigen oder der „Papajei“ von Stadtrand dürfen bei dieser bunten, tierisch guten Veranstaltungen fehlen und ohne „Et jitt ken Wood“ von Cat Balou kann ich auch nicht gut einschlafen. Ein Glück, dass ich diese drei nun auch von meiner Liste streichen konnte. Denn alles in allem war es wieder einmal ein vollgepacktes, buntes Programm ohne Pause, aber dafür mit zahlreichen wunderschönen Momenten im Lichtermeer zwischen den knapp 15.000 begeisterten Jecken.
Bleiben nur die Fragen offen: Warum spielt Kasalla unser Lieblingslied aus dem letzten Jahr „Ding Südkurv“ nicht mehr, und wie schafft der Elferrat es eigentlich, wenn er mal auf Toilette muss, haben die da ein Double?
Side Fact: Eine Schnecke ohne Haus ist geschieden, also bitte achtet alle auf eure Häuser!
Fotos ©Tina Klingen