„CarnavalBrasil“ – Samba in Köln (Brigitte)

Carnaval Brasil – brasilianischer Karneval in der Fastelovendmetropole Köln, geht das? Wo der Kölner an sich doch auf seinen Dom, den Rhein und das kölsche Herz steht und Fastelovend über alles geht? „Auf jeden Fall“, meinen Katia Kuckelkorn und Magda Garrido und laden uns zur großen Karnevalsparty auf der MS RheinEnergie an Karnevalsfreitag ein, wenn brasilianische und Kölner Jecken mit Caipirinha und Kölsch zu brasilianischen Rhythmen tanzen. 

„Wenn du über den Steg aufs Schiff gehst, lässt du die Altstadt und die kölschen Klänge hinter dir und tauchst in eine ganz andere Welt ein“, erzählt Katia. „Das ist das Schöne. An Karnevalsfreitag kannst du zuerst auf dem Alter Markt beim Sternmarsch wunderschönen kölschen Straßenkarneval erleben und danach bist du in Brasilien, kannst zu der Karnevalsmusik aus Brasilien tanzen.“ 

Tanzen tun wir Kölner auch, worin liegt also der Unterschied? Zunächst einmal in der Sprache – auf dem Schiff wird viel Portugiesisch gesprochen und da denkt man natürlich sofort an das diesjährige Karnevalsmotto „Uns Sproch es Heimat“, das gilt überall auf der Welt und natürlich auch für Brasilianer in Köln. „Es fängt mit der Musik an.

 

Wenn wir zusammen sind und alle mitsingen, schaffen wir ein Stück Heimat“, bestätigt Katia. „Die Musik, die Kostüme, drinnen ist es warm und man fühlt sich wie zu Hause“, ergänzt Magda und lacht: „Aber natürlich gibt es Unterschiede bei der Verkleidung.“

 

In Brasilien ist es an Karneval sehr heiß, deswegen haben die Brasilianer statt Kostümen im Zwiebellook wie in Köln eher wenig an. Brasilianer legen dabei viel Wert auf ihre Kostümierung und Bilder vom letzten brasilianischen Karnevalsball erinnern stets an ein buntes Farbenfeuerwerk. „Das ist allerdings keine Voraussetzung, jeder kann so kommen, wie er mag, auch der Lappenclown ist willkommen und selbst nur eine Pappnase oder ein Cowboyhut reichen“, meint Katia, und das hat doch schon viel von kölscher Toleranz. Wer aber bei dem Kostümwettbewerb gewinnen möchte, sollte sich schon ein bisschen anstrengen, denn die Konkurrenz ist groß! Aber man wird dafür auch belohnt, jedes Jahr bekommt der Gewinner in der Hauptkategorie einen Flug nach Brasilien. In der Kategorie „Originalität“ sind in der letzten Session Arne und Ralph vom Scalatheater zum Beispiel mit ihrer Pannesamtverkleidung auch prämiert worden.

Die Musik auf der Party ist live, jedes Jahr spielt eine andere brasilianische Band die verschiedensten Rhythmen aus Brasilien, immer stehen Sambashow und Capoeira (einst der Tanz der afro-brasilianischen Sklaven) auf dem Programm. Für die Pausen zwischendurch gibt es brasilianisches Fingerfood und andere Gerichte zur Stärkung, Cocktails wie Caipirinha und natürlich Kölsch gegen den Durst.

Die Party „CarnavalBrasil“ sehen Katia und Magda als eine wunderbare Gelegenheit für die Begegnungen zwischen Brasilianern und Kölnern. Seit zwei Jahren leiten sie den neu gegründeten brasilianischen Kulturverein Cultura Brasil Colônia e. V., der die brasilianische Kultur mit Feiern, Lesungen sowie kulturelle Veranstaltungen in Partnerschaft mit anderen Gremien in Köln fördern möchte. Angesichts von rund 15.000 Brasilianern, die in der Region Köln leben, ein verständliches Anliegen.

Der Verein hat auch die Organisation der Veranstaltung an Karnevalsfreitag übernommen, die eine lange Tradition hat. Es gibt sie schon bald 40 Jahren und wird in dieser Session zum zehnten Mal auf der MS RheinEnergie gefeiert.

Was fasziniert die beiden am Kölner Karneval? Für Magda ist das ganz klar der Straßenkarneval. Sie stammt aus Recife im Nordosten Brasiliens, wo anders als in Rio der Karneval nur draußen auf den Straßen gefeiert wird und es kein Defilee der Sambaschulen gibt. Die vorherrschende Musik dort ist der Maracatu und den hat ihr Mann Alfonso nach Köln gebracht. Seit 1995 werden die Rhythmen und Tänze von Maracatu Colonia, einer inzwischen 42-köpfigen Band, gespielt, die seit 1997 die Montessori-Schule bei den Schull- un Veedelszügen begleiten.

 

Katia hofft, dass die Band im nächsten Jahr auch auf der Karnevalsparty spielen wird. Sie selbst ist viel im kölschen Karneval unterwegs und sieht durchaus Verbindungen. In Brasilien gibt es zwar kein Dreigestirn, aber dafür den „Rei Momo“, der in Rio und São Paulo die brasilianischen Jecken als König durch die tollen Tage führt. Statt „Alaaf“ heißt es „Só Alegria“ (Nur Freude) und getanzt wird hier wie dort. Das Team von appsolutjeck.de ist in dieser Session dabei und wird berichten!

Tickets für die Veranstaltung am 1.3.2019 gibt es hier.
„CarnavalBrasil“, KD-Anlegesstelle Köln 1 Altstadt/Salzgasse/Frankenwerft, Einlass ab 20.30 Uhr