Et es doch immer widder schön (Brigitte)
… wemmer all zosamme sin. So war es auch beim Regimentsappell der Blauen Funken. Obwohl es der letzte in der langen Reihe der Korpsappelle war und der Montag eigentlich der karnevalsfreie Tag für Karnevalisten ist. Aber zu den Blauen Funken kommen alle immer gerne und so waren die Präsidenten vieler Karnevalsgesellschaften sowie alles, was in der Stadt- und Karnevalsgesellschaft hat, vertreten.

Ein Korpsappelloder auch Regimentsappell ist eine jecke Persiflage auf die militärische Tradition der Appelle. Jedes Traditionskorps veranstaltet zu Beginn der Session einen solchen Appell mit geladenen Gästen, bei der die Mitglieder auf ihre Sessionstauglichkeit „geprüft", neue Mitglieder vereidigt, Beförderungen ausgesprochen und Ehrenmitglieder ernannt werden. Für das Tanzpaar, das Tanzkorps und die Musikkapelle ist es ein Art Generalprobe, denn sie haben hier mit ihrem Tanz bzw. ihrer Musik den ersten Auftritt in der Session. More ist in erster Linie eine Veranstaltung für die eigene Gesellschaft. Es werden Treue- und Verdienstorden verliehen, Beförderungen erteilt, Jubilare geehrt und es werden Ehrungen und Danksagungen ausgesprochen. So war es auch bei den Blauen Funken so – alles unter der souveränen, lustigen und manchmal nachdenklich machenden Moderation von Präsident Björn Griesemann, der für wirklich jeden die richtigen Worte fand.


Zu den Höhepunkten
Zu Beginn eines jeden Korpsappells – nicht nur bei den Blauen Funken – zog die Kinder- und Jugendtanzgruppe ein. Björn Griesemann hat es passend beschrieben: „Ihr seid das Beste, was wir seit 144 Jahren haben!“ Wenn man auf die lange Reihe von Orgelpfeifen der ältester Kindertanzgruppe Kölns blickt, scheint die Gruppe jedes Jahr größer zu werden. Bei elfDie Zahl 11 hat für Köln und den Karneval eine besondere Bedeutung. Als Gründe dafür werden mehrere vermutet: Zum einen gibt es einen Zusammenhang mit der französischen Besatzung Kölns, ist doch die ELF eine Abkürzung für die Ideale der Französischen Revolution: E = Égalité, L = Liberté, F = Fraternité. Zugleich ist die Elf aber auch ein närrisches Symbol, das für die Gleichheit aller Jecken – die Eins neben der Eins – steht. Und da der 11.11. ebenfalls der Martinstag ist, denken einige an ein religiöses Symbol, da die Elf für die Christen eine Zahl der Sünde ist. More Neuaufnahmen war dieser Eindruck gar nicht so falsch.

Hier zeigte sich wieder einmal, wie wichtig eine Sozialisation in einer karnevalsverrückten Familie für unser Brauchtum ist. Denn Björn Griesemann nahm stolz seinen Sohn Kaspar in die Reihen der Tanzgruppe auf. Kaspar ist nach seiner Schwester nun die dritte Generation bei den Blauen Funken.
Mit Leonie Kuckelkorn (die leider erkrankt war) ist auch dort bereits die dritte Generation vertreten. Vater Marcel Kuckelkorn wird demnächst die Kinder- und Jugendtanzgruppe leiten, denn für Henrik Schorn ist es die letzte Session.

Ein weiteres Highlight war der Einzug des Korps, der nicht enden wollte. Schließlich konnte der Kommandant stolz verkünden: „Wir sind mit 256 Mann auf der Bühne.“ Dass die Bühne das aushält, ist kaum zu glauben.



Bevor das Mariechen und das Korps tanzen, wird als erster Ehrengast Ludwig Sebus begrüßt, der auf der PriPro gerade mit dem Verdienstorden in Gold mit Brillanten ausgezeichnet wurde.

Mit schönen Erinnerungen an den fulminanten Abend am Freitag im Gürzenich kam das Dreigestirn dann nicht im Ornat, sondern in seiner Prinzen-Garde-Uniform auf die Bühne. Und Björn Griesemann hob noch einmal hervor: „Wir sind nicht nur Nachbarn, sondern echte Freunde!“

In seiner Rede unterstrich der Präsident der Blauen Funken die Bedeutung des Ehrenamts für das Traditionskorpsist eine Ehrenbezeichnung. Zum Traditionskorps wird eine Gesellschaft vom Festkomitee-Praesidenten ernannt, weil sie sich mit ihrer Brauchtumsförderung in den historischen Uniformen um den Karneval verdient gemacht hat. Derzeit gibt es im Kölner Karneval neun Traditionskorps: die Roten und die Blauen Funken, die Ehrengarde, die Nippeser Bürgerwehr, die Bürgergarde blau-gold, die Prinzengarde, die Altstädter, der Treue Husar und das Reiterkorps Jan von Werth. More und machte dies am Beispiel zahlreicher Blauen Funken deutlich. Seien es die 20.000 Gäste, die jedes Jahr auf den Veranstaltungen von Kameraden betreut werden, das Engagement der jungen Blauen Funken für die BlueWhite-Party oder die neue Kindersitzung im Sachsenturm, die von der Kinder- und Jugendtanzgruppe auf die Beine gestellt wurde. Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. More ist für ihn die Speerspitze der Kultur und gelebte Integration. Der Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. More macheKöln zu dem, was es ist: das liebevollste Stück Ääd, das wir haben.

28 neue Mitglieder wurden vereidigt – für einen Funken ist dies ein Moment, den man nie vergisst: „Auf das Zündlóch der Kanone …“ Tragt es in eurem Herzen, lautete die Mahnung!

Die Liste der Verdienst- und Treueorden, der Beförderungen, Danksagungen und Ehrungen war lang. Doch Björn Grieseman gab jedem das Gefühl, wichtig für die Funkenfamilie zu sein. Für jeden hat er ein paar passende Worte parat, warum er oder sie geehrt, befördert oder ihm oder ihr gedankt wurde. Sei es die große Spende für den Sachsenturm, die Anlage der Grünflächen oder der Aufbau des Elferratsgestühls – alles hat für die Gemeinschaft eine Bedeutung.
Einige Punkte aus der Liste sollen hier erwähnt werden:
Markus Simonian wurde als letzter Präsident der Traditionskorpsist eine Ehrenbezeichnung. Zum Traditionskorps wird eine Gesellschaft vom Festkomitee-Praesidenten ernannt, weil sie sich mit ihrer Brauchtumsförderung in den historischen Uniformen um den Karneval verdient gemacht hat. Derzeit gibt es im Kölner Karneval neun Traditionskorps: die Roten und die Blauen Funken, die Ehrengarde, die Nippeser Bürgerwehr, die Bürgergarde blau-gold, die Prinzengarde, die Altstädter, der Treue Husar und das Reiterkorps Jan von Werth. More zum Major ernannt.
GeneralpostmeisterJosef Teupe und Generalapotheker Frank Levy erhalten ebenso wie Koch Giovanni Cicilano und ihre Frauen als Dank für ihr großzügiges Engagement ein Champagnerfrühstück in Schloss Bensberg.

Eine neue Ehrenbezeichnung gibt es für Michael Kastenholz und Andi Sermann, die die Wagenhalle allein mit einem neuen Anstrich versehen haben: Sie sind jetzt Funken-Picassomeister!

Ewald Kappes wird für seine 50-jährige Mitgliedschaft bei den Blauen Funken geehrt. „Er ist so lange beim Traditionskorps“, scherzte Björn Griesemann, „dass er noch im Leichenwagen der Familie Kuckelkorn zu Auftritten gefahren ist!“. Kappes erhält die höchste Auszeichnung, die die Blauen Funken zu vergeben haben, den Treueorden in Gold mit Brilianten und gekreuzten Säbeln.

Ein wichtiges Thema war natürlich der Erweiterungsbau des Sachsenturms, mit dem die Blauen Funken in den letzten Jahren ein Riesenprojekt auf die Beine gestellt haben. Michael Müller, Präsident des Bauvereins Sachsenturm, würdigteh jeden einzelnen, der zu diesem Projekt beigetragen hat. Er selbst wurde schließlich von Festkomitee-Präsidrnt Christoph Kuckelkorn mit dem Verdienstorden in Silber ausgezeichnet.

Mit dem Zapfenstreich ging ein langer Abend zu Ende und – et war doch widder schön, dass mer all zosamme wore!
Fotos @Vera Drewke, @BKB













