Jo, dann hammer dat Jeföhl, dat mer noch lääve! (Vera)
Herrenfrühschoppen der Roten Funken! Nach zwei Jahren mal wieder ein Stück Normalität im Gürzenich! Nur: Aus der geplanten HerrensitzungAuf der Herrensitzung feiern die Herren im dunklen Anzug unter sich. Im Programm, das schon mal etwas deftiger ausfällt, kommen Frauen aber durchaus vor. More wurde ein Herrenfrühshoppen. Ort und Zeit bleiben identisch. Statt Hämmchen gibt es Brötchen, Croissants und Rührei. Statt langen Tischreihen gibt es geselligere runde Tische.

Nachdem im November vom Festkomitee entschieden wurde, dass alle Veranstaltungen pandemiebedingt freiwillig abgesagt werden sollten, zogen die Gesellschaften bereitwillig mit. Offen gelassen wurde allerdings die Option auf kleinere Alternativformate.

Und genau das haben die Roten Funken jetzt in die Tat umgesetzt. Denn das Vereinsleben und das Brauchtum dürfen unter der Pandemie nicht weiter leiden. Die Männer sehnen sich nach ein bisschen Normalität. So gut wie alle Mitglieder sind geboostert und lassen sich regelmäßig testen. Warum dann also nicht die bestehenden Möglichkeiten auch nutzen?

Laut Verordnung hätten 750 Gäste unter 2G+ Bestimmungen dabei sein dürfen. Die Roten Funken haben sich entschieden, bereits bei 500 Karten den Verkauf zu stoppen und so den Saal noch etwas mehr zu entzerren.

Die Veranstaltung ist vorrangig Mitgliedern der Funken, ihren Freunden und befreundeten Gesellschaften vorbehalten, sodass es gar keinen öffentlichen Verkauf gab. Das Programm ähnelt dem einer HerrensitzungAuf der Herrensitzung feiern die Herren im dunklen Anzug unter sich. Im Programm, das schon mal etwas deftiger ausfällt, kommen Frauen aber durchaus vor. More, wurde aber zum ursprünglichen Programm leicht abgewandelt.

Keine andere Gesellschaft hat bisher in dieser Größenordnung indoor eine Sitzungsähnliche Veranstaltung durchgeführt … obwohl es per Verordnung erlaubt wäre.

Besonders freuen konnte sich das DreigestirnDreigestirn, auch Trifolium genannt, besteht aus Prinz, Bauer und Jungfrau. Sie sind die obersten Repräsentanten des Kölner Karnevals und bekommen bei der Proklamation die Macht über die Stadt bis Aschermittwoch übertragen. Seit 1883 bilden sie eine feste Einheit, seit 1938 werden sie als Dreigestirn bezeichnet. More. Zum ersten Mal durfte es vor Gästen in den altehrwürdigen Gürzenich einziehen. Das hat es in den letzten zwei Jahren nicht gegeben. PrinzDer Prinz Karneval ist der höchste Repräsentant des Kölner Karnevals. und wird vom Bauer und der Jungfrau begleitet. Sein Ornat ähnelt der Robe früherer hoch gestellter Adeligen. Der Prinz trägt ein weißes Unterkleid, darüber einen prächtigen mit Mantel mit Hermelinbesatz, Pluderhosen, weiße Strumpfhosen und rote Schuhe, wie sie früher die Könige und Päpste trugen. Auf dem Kopf hat er einen Hut mit vier Fasanenfedern. Die Farben haben eine besondere Bedeutung: Die weiße und die rote Feder stehen für die Stadt Köln, die gelbe für die Kirche und die grüne für die Menschen. Als Insignie erhält er eine Pritsche. Si... More und JungfrauDie Jungfrau, „Ihre Lieblichkeit“, ist als beschützende Mutter Colonia Teil des Kölner Dreigestirns. Sie trägt ein Gewand wie die römische Stadtgründerin Agrippina und eine Krone, die wie eine Mauerkrone aussieht. Sie steht als Zeichen dafür, dass die Kölner Stadtmauer nicht erobert werden kann. Bei der Proklamation erhält die Jungfrau einen Spiegel, den sie den Jecken vorhalten kann, wenn diese sich nicht an die Regeln halten. More hatten sichtlich Spaß. BauerDer Bauer ist teil des Kölner Dreiugestirns. „Seine Deftigkeit“ symbolisiert die Wehrhaftigkeit der alten Reichsstadt Köln. Der Bauer geht auf eine historische Figur zurück. 1288 besiegten die Kölner Bürger den Erzbischof in der Schlacht von Worringen und regierten von da an in Köln. Unter ihnen soll auch der Bauer gewesen sein, der mit dem Dreschflegel kämpfte und die Stadtschlüssel am Arm trug. Der Bauer ist immer der Stärkste im Dreigestirn und muss die Stadt beschützen. Deshalb trägt er einen Hut mit 125 Pfauenfedern auf dem Kopf. Der ist sehr schwer und wiegt 1,6 Kilogramm. Die Pfauenfedern stehen für die Unst... More Gereon konnte leider aufgrund seiner Corona-Infektion nicht dabei sein.

Egal, wen man im Saal fragte: Das Format kommt an. Fast noch besser als eine normale HerrensitzungAuf der Herrensitzung feiern die Herren im dunklen Anzug unter sich. Im Programm, das schon mal etwas deftiger ausfällt, kommen Frauen aber durchaus vor. More. „Das Schönste, was ich in den letzten zwei Jahren erleben durfte!“ Solche Sätze fielen öfter.

Auch die Künstler freuten sich. Für manch einen war es sogar der erste Auftritt in dieser Session. Bernd Stelter war aufgeregt, weil seine Rede quasi noch jungfräulich war. Normalerweise hätte er zu dieser Zeit im Jahr schon einige Dutzend Mal, mehrmals die Woche, vor Publikum gestanden.

Miljö, Kasalla, das Herrengedeck, Jens Singer, die Bläck Fööss – für alle war es quasi das erste Mal Gürzenich in dieser bereits vorangeschrittenen Session. Und sie hatten Spaß!


Die Funken planen noch zwei weitere Veranstaltungen mit ähnlichem Konzept. Dann aber nicht nur für die Herren 😉

Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. More ist was wir draus machen und zum ersten mal seit zwei Jahren „hammer dat Jeföhl dat mer noch lääve!“











